Stand: 12.12.2019 11:45 Uhr

Lokal in Chemnitz gestürmt: Spur führt nach Stade

Rechte Demonstranten stehen vor dem Karl-Marx-Monument in Chemnitz © dpa-Bildfunk Foto: Jan Woitas
Nach dem Tod eines 35-Jährigen im August 2018 in Chemnitz kam es in der Stadt zu Ausschreitungen. (Archivbild)

Im Zusammenhang mit der Attacke auf ein jüdisches Restaurant in Chemnitz vor rund 15 Monaten hat die Polizei jetzt einen Tatverdächtigen in Niedersachsen ermittelt. Laut Landeskriminalamt (LKA) Sachsen durchsuchten Beamte am Mittwoch die Wohnung des 28-Jährigen im Raum Stade. Er sei über DNA-Spuren auf Gegenständen in dem Lokal identifiziert worden. Wie ein LKA-Sprecher NDR.de sagte, sei der Mann einschlägig polizeibekannt. In seiner Wohnung stellten die Polizisten Handys, Tablets und Sturmhauben sicher. Den 28-Jährigen trafen sie nicht an. Gegen ihn ermitteln die Behörden wegen des Verdachts des Landfriedensbruchs und der gefährlichen Körperverletzung.

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Ausschreitungen nach Tod eines 35-Jährigen

Der Angriff auf das jüdische Restaurant "Schalom" ereignete sich im Zusammenhang mit den Ausschreitungen nach dem gewaltsamen Tod des 35-jährigen Daniel H. im August 2018 in Chemnitz. Zehn bis zwölf Personen waren nach Angaben des Gastwirts in das Lokal eingedrungen. Die Gruppe brüllte antisemitische Parolen, warf mit Flaschen und Steinen und verletzten den Wirt an der Schulter. Als Tatverdächtiger wurde laut LKA Sachsen bisher nur der Mann aus dem Raum Stade ermittelt. Insgesamt hat die Polizei bislang 78 Beschuldigte ermittelt, die "im unmittelbaren zeitlichen und örtlichen Zusammenhang mit dem Demonstrationsgeschehen" stehen. Gegen 19 von ihnen seien bisher Anklagen erhoben oder Strafbefehle beantragt worden.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | 12.12.2019 | 11:00 Uhr

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