Stand: 22.01.2020 12:37 Uhr

Vogelgrippe in Brandenburg: Zoos in MV bereiten sich vor

Ein Mann faltet eine Schutzdecke auseinander, neben ihm steht ein Kanister mit einer entflammbaren Flüssigkeit. © dpa Bildfunk Foto: Danny Gohlke/dpa
Vogelkurator Markus Klamt vom Rostocker Zoo zeigt in einem Quarantäneraum Seuchenmatte, Schutzanzug und Desinfektionsmittel, die für den Fall des Eintretens der Vogelgrippe bereit liegen.

Anfang der Woche war bei einem infizierten Wildvogel in Brandenburg der hoch ansteckende Erreger H5N8 diagnostiziert worden. Jetzt treffen die Zoos und Tierparks Vorkehrungen, um ihre Vögel schützen. Überall dort gelten sogenannte Tierseuchen- Alarmpläne. Das bedeutet: Vorsorglich werden Seuchenmatten, Planen zum Abdecken oder Spezialkleidung für Mitarbeiter vorgehalten.

Geschlossene Gehege als Schutz vor Wildtieren

Hintergrund: Geflügelpest und Vogelgrippe

Vogelgrippe-Viren können in zwei Formen bei Hausgeflügel und Wildvögeln auftreten: als gering krankmachende Form (niedrigpathogen) oder stark krankmachende Form (hochpathogen). Wenn sich die hochpathogene Form, die meist zum Tod der Vögel führt, wie eine Seuche ausbreitet, sprechen Experten von Geflügelpest.

Hochpathogene Influenzaviren sind zum Beispiel die Subtypen H5N1, H5N5 und H5N8. Bislang sind keine Fälle bekannt, dass sich Menschen mit H5N8 angesteckt haben. Das Risiko wird als sehr gering eingeschätzt. H5N5 ist ein Mischvirus, das sich durch die Vermengung von H5N8-Viren mit anderen H5-Stämmen bildet. Der Subtyp H5N1 gilt als besonders aggressiv und ist auch auf den Menschen übertragbar.

Im Vogelpark Marlow wurden einige Zierwasservögel umquartiert: Bahamaenten, Malaienenten und Graukopfgänse. Sie befinden sich nun in Volieren, die ein geschlossenes Plastikwelldach haben. Auch die Futterstellen befinden sich nun nicht mehr draußen, sondern in den Häusern, damit das Futter keine Wildvögel anlockt. Diese gelten als Verbreiter des Virus, in dem sie in den Gehegen landen und dort Zoobestände anstecken. In Wolgast, Greifswald, Schwerin und Rostock wurden geschlossene Bereiche eingerichtet, in denen die Vögel untergebracht werden, falls in Mecklenburg-Vorpommern der hoch ansteckende Erreger H5N8 nachgewiesen wird. Der Wildpark MV in Güstrow hat beispielsweise seine Voliere für Wasservögel mit einem Netz überdeckt, damit auch dort keine Wildvögel hinein fliegen können.Vorsorge auch für private Tierhaltung

Checklisten für Privathalter

Für private Geflügelhalter hat das Friedrich Löffler Institut, also das Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit, eine umfangreiche Checkliste erstellt. Hiernach sollten möglichst keine fremden Menschen die Ställe betreten. Den Kot infizierter Wildvögel könnte sich unter der Schuhsohle befinden. Hygienemaßnahmen, wie Hände waschen oder Schutzkleidung, werden da genannt. Tierhalter sollten jetzt schon Desinfektionsmittel und -Wannen und auch Schutzkleidung vorsorglich einkaufen.

Gewässer mit Netzen überspannen

Haltern von Freilandtieren wird geraten, ihre Hühner, Enten oder Gänse so zu halten, dass kein Wildvogel in die Bestände kommen kann, also mit speziellen Dächern, Wänden oder Zäunen. Sie sollen außerdem dort gefüttert werden, wo kein Wildvogel landen kann. Dieser Schutz gilt auch für Gewässer, beispielsweise für Löschwasserteiche oder Rückhaltebecken. Diese sollten bestensfalls jetzt schon mit einem Netz überspannt werden, damit auch dort keine Wildvögel einfliegen können.

Weitere Informationen
Hühner © dpa-Bildfunk Foto: Bernd Wüstneck

Vogelgrippe in Brandenburg: Backhaus mahnt zur Vorsicht

Agrarminister Backhaus hat die Geflügelhalter im Land erneut zu erhöhter Wachsamkeit aufgerufen. Hintergrund ist ein Vogelgrippe-Nachweis bei einer Wildgans in Brandenburg. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 20.01.2020 | 13:00 Uhr

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