Stand: 02.04.2020 16:24 Uhr

Studenten dürfen bei Eltern in MV bleiben

Lorenz Caffier, Innenminister des Landes Mecklenburg-Vorpommern, bei einer Pressekonferenz.
Innenminister Caffier wollte den übereifrigen Behörden keinen Vorwurf machen, regte aber mehr Rücksprachen an.

Auswärts Studierende aus Mecklenburg-Vorpommern dürfen trotz der Corona-Beschränkungen bei ihren Eltern im Land bleiben. Das hat das Innenministerium noch mal klargestellt.

Caffier bittet um Abwägung

Innenminister Lorenz Caffier (CDU) verwies dazu am Donnerstag auf die Regelungen zur Kernfamilie, wonach Besuche zwischen Großeltern, Eltern und Kindern auch über Landesgrenzen hinweg nicht verboten sind. Zwar werde niemand des Landes verwiesen, so Caffier, aber im Einzelfall sollten auch enge Angehörige gründlich abwägen, ob ein Familienbesuch derzeit wirklich notwendig ist.

Studenten waren zur Ausreise aufgefordert worden

Für Verunsicherung hatte ein Fall aus dem Landkreis Ludwigslust-Parchim gesorgt. In Crivitz waren Studenten vom zuständigen Amt aufgefordert worden, ihren Zweitwohnsitz bei den Eltern zu verlassen und an ihren Erstwohnsitz - also ihren Studienort - zurückzukehren. Dazu sagte Caffier: "Es ist in der Tat so, dass das weder vor der veränderten Rechtsverordnung noch jetzt in irgendeiner Form so abgedeckt war." In der jetzigen Situation sei ein "gewisser Übereifer" bei einzelnen Ämtern nicht auszuschließen, sagte der Innenminister. "In der einen oder anderen Frage wäre es aber gut, vielleicht vorher noch einmal Rücksprache zu halten."

Streit um Infizierten-Listen noch nicht geklärt

Noch nicht abschließend geklärt ist dagegen die Umsetzung einer Anweisung aus dem Gesundheitsministerium, wonach die Gesundheitsämter Listen mit den Daten von Corona-Infizierten an die Polizei weitergeben sollen. Caffier hält das für notwendig, die Stadt Rostock sowie die Landkreise Ludwigslust-Parchim und Vorpommern-Rügen hatten erhebliche Bedenken angemeldet.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 02.04.2020 | 16:30 Uhr

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