Stand: 24.10.2019 06:59 Uhr  - NDR 1 Radio MV

Silvester kein Feuerwerk in Rostock und Schwerin?

Silvester am Warnemünder Teepott demnächst ohne Feuerwerk? So will es zumindest die Deutsche Umwelthilfe. (Archivbild)

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) will Böller und Feuerwerk in Innenstädten verbieten lassen. Dazu hat der Umweltverband mit Sitz in Berlin Verbotsanträge an zahlreiche Kommunen in ganz Deutschland geschickt - auch nach Schwerin und Rostock. Die DUH will in Städten mit mehr als 20 Mikrogramm Feinstaub pro Kubikmeter im Jahresmittel die Belastung reduzieren und Rettungskräfte und Polizei entlasten. In Schwerin liegt die Feinstaubbelastung im Jahresmittel laut DUH bei 20, in Rostock bei 24 Mikrogramm je Kubikmeter Luft für Partikel mit einem maximalen Durchmesser von 10 Mikrometern (PM 10).

Rostock verweist auf bestehende Regelungen

Die Stadt Rostock will den Sachverhalt prüfen. Sie sieht sich aber mit den bestehenden Regeln gut auf den Jahreswechsel vorbereitet. Ein Stadtsprecher verwies darauf, für ein umfassendes Verbot nicht den rechtlichen Rahmen zu haben. Bereits jetzt gilt: Wer Böllern will, darf es nur am 31. Dezember von 16 Uhr an bis 6 Uhr am Neujahrsmorgen. Dabei muss ein Abstand von 200 Metern zu reetgedeckten Häusern sowie zu Kliniken und Altenheimen eingehalten werden.

Schwerin lässt Einschränkungen prüfen

In der Schweriner Stadtverwaltung traf der Verbotsantrag der DUH am Montag ein. Die Stadtvertretung hatte die Verwaltung bereits im Januar beauftragt zu prüfen, wie sich Einschränkungen beim Feuerwerk umsetzen ließen und wie die Bevölkerung dazu stehe. Bislang sei dieser Prozess, der einer umfangreichen Beteiligung bedürfe, noch nicht abgeschlossen, hieß es. In Stralsund fand ein entsprechender Vorstoß der SPD-Fraktion im September keine Mehrheit.

Umwelthilfe will Böllerverbote in 98 Städten

In einigen Kommunen im Nordosten gilt bereits ein Feuerwerks- und Böllerverbot wie beispielsweise für Teile von Rügen und Hiddensee sowie in Nationalparks. Die Umwelthilfe, die unter anderem dafür bekannt ist, dass sie per Klage für saubere Luft Städte zu Diesel-Fahrverboten zwingt, will bundesweit in 98 Städten von Aachen bis Zwickau Böllerverbote durchsetzen. Umwelthilfe-Chef Jürgen Resch forderte, die Bundesregierung müsse solche Verbote erleichtern. Umweltministerin Svenja Schulze (SPD) solle sich entweder für eine Änderung der Sprengstoffverordnung oder des Gesetzes gegen Luftverschmutzung einsetzen, so Resch.

Bundesumweltministerium will Einschränkungen prüfen

Das Umweltministerium teilte am Mittwochabend mit, im Zuge der geplanten Novellierung des Sprengstoffrechts auch weitere Einschränkungen im Hinblick auf Feuerwerkskörper zu prüfen. Laut Umweltbundesamt werden beim Jahreswechsel stets rund 4.500 Tonnen Feinstaub freigesetzt - rund ein Sechstel der im kompletten Jahr im Straßenverkehr abgegebenen Feinstaubmenge. Die Umwelthilfe sieht in zentral organisierten Licht- und Lasershows eine zeitgemäße Alternative zum Feuerwerk.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Die Nachrichten | 24.10.2019 | 06:00 Uhr

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