Stand: 03.06.2020 16:52 Uhr  - NDR 1 Radio MV

Ministerin: Regulärer Schulbetrieb nach Sommerferien

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Bildungsministerin Martin stellte die Rückkehr zum Regelbetrieb an Schulen nach den Sommerferien in Aussicht. (Archivbild)

Die Schulen in Mecklenburg-Vorpommern sollen nach den Sommerferien Anfang August zu einem "verlässlichen, täglichen Regelunterricht" für alle Schüler zurückkehren. Das sagte Bildungsministerin Bettina Martin (SPD) nach Beratungen der Landesregierung am Mittwoch in Schwerin. Dies sei "notwendig, um allen Kindern wieder den Zugang zu Bildung und Teilhabe zu ermöglichen", so Martin.

Regelbetrieb unter Vorbehalt und Sicherheitsmaßnahmen

Martin erklärte, die geplante Rückkehr zum Regelbetrieb geschehe vorbehaltlich der bislang niedrigen Corona-Infektionszahlen in Mecklenburg-Vorpommern sowie unter Einhaltung eines Hygienekonzepts zum Gesundheitsschutz aller Schüler und Lehrer.

Hygienekonzept mit Lockerungen

Grundpfeiler des Hygienekonzepts, das im Bildungsministerium in Rücksprache mit Gesundheitsexperten erarbeitet werde, sollen laut Martin feste Klassenverbände, feste Lehrkräfte sowie feste Unterrichtsräume sein. Auch das Abstandsgebot von 1,50 Meter im Unterricht solle aufgehoben werden, wo es die Größe der Unterrichtsräume zulässt, so Martin. Die sogenannte 15er-Regel, nach der sich maximal 15 Personen in einem Raum aufhalten dürfen, soll fallen, wo räumlich möglich. Zeitlich solle der Unterricht jedoch entzerrt werden, um den Gesundheitsschutz für alle Beteiligten gewährleisten zu können. Nicht alle Schüler könnten zur gleichen Zeit in die Schule kommen und nicht alle könnten zusammen in die Pause gehen, hieß es.

Risikogrupppen mit Attest weiter befreit

Unklar ist, mit wie vielen Lehrern Martin rechnen kann. Rund 4.000 der 12.000 Lehrer gehören wegen ihres Alters oder Vorerkrankungen zur Risiko-Gruppe und können jetzt noch zu Hause bleiben. Nach den Ferien, so Martin, sei dafür ein ärztliches Attest nötig.

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Ferienfreizeiten wieder möglich, Ferienförderprogramm

Auch innerhalb der Sommerferien sollen Betreuungsmöglichkeiten wieder möglich sein. Sowohl Hortfreizeiten als auch Ferienlager sind nach Angaben von Martin aufgrund der positiven Entwicklung der Infektionszahlen grundsätzlich wieder möglich. Des Weiteren plane das Bildungsministerium ein Ferienförderprogramm für Schüler nach Bedarf. Geplant sind Investitionen in Höhe von rund einer Million Euro an private Träger, die Nachhilfeunterricht anbieten. Für Schüler hingegen sei das Angebot kostenfrei und freiwillig. Auch Lehrer und Lehramtsstudierende seien aufgerufen, Nachhilfeunterricht in den Ferien anzubieten. Für Lehramtsstudierende könne so im gleichen Zuge der Praxisanteil des Studiums erhöht und angerechnet werden.

Digitales Lernen wird ausgebaut

Digitales Lernen werde bei dem neuen Schulkonzept weiter eine Rolle spielen. "Wir rüsten auf in der digitalen Lehre", so Martin. Das Konzept sehe ein einheitliches Lernmanagementsystem sowie Leihgeräte für Schulen vor. Diese "Aufrüstung" sei eine "Investition in die Zukunft moderner Schulen in Mecklenburg-Vorpommern", so Martin. Davon würden Schulen im Nordosten über die Corona-Krise hinaus profitieren.

Landeselternrat: Digitalunterricht ausbauen

Der Landeselternrat begrüßt einen "Start mit Augenmaß". Bedingung sei, dass die Infektionszahlen niedrig bleiben. Aber auch falls es wieder mehr Corona-Infektionen geben sollte, müsse es eine Alternative geben. Zudem sei der Ausbau des digitalen Unterrichts enorm wichtig, so der Vorsitzende des Landeselternrats, Kay Czerwinski. Bisher habe es einen solchen gar nicht gegeben, nur die Aufgaben seien digital verteilt worden.

Die Gewerkschaft Erziehung und Bildung (GEW) forderte eine bessere technische Ausstattung für Schüler und Lehrer. "Damit immer dann, wenn die Infektionszahlen es erfordern, weitgehend problemlos auf digitales Unterrichten umgestellt werden kann, müssen jetzt die technischen Voraussetzungen stärker als bisher durch Land und Schulträger geschaffen werden", hieß es in einer Mitteilung der Gewerkschaft.

Linke: Unausgegoren und planlos

Die Linksfraktion nannte Martins Ankündigungen unausgegoren und planlos. Ein zeitlich entzerrter Schulbetrieb an den Schulen sei kaum zu organisieren - insbesondere in ländlichen Regionen wegen der komplizierten Schülerbeförderung. Außerdem mangele es schlicht an Lehrern. Die CDU plädierte erneut für einen Ausbau freiwilliger Corona-Tests an den Schulen. Der Schulbetrieb könne durch diese Tests zusätzlich abgesichert werden, sagte Marc Reinhardt, bildungspolitischer Sprecher der CDU-Landtagsfraktion.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Die Nachrichten | 03.06.2020 | 16:10 Uhr

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