Live-Ticker: Orkantief "Zeynep" - Noch tausende Haushalte in MV ohne Strom
Das Sturmtief "Zeynep" ist über Mecklenburg-Vorpommern gezogen. Feuerwehren sind im Dauereinsatz. Alle Entwicklungen zum Sturm im Live-Ticker.
Das Wichtigste in Kürze:
- Regional- und Fernverkehr der Bahn auf den meisten Linien noch immer eingestellt
- Der Deutsche Wetterdienst hat die Unwetterwarnung für Mecklenburg-Vorpommern am Sonnabendmorgen aufgehoben
- Es blieb überwiegend bei Sachschäden, es gab mehrere Leichtverletzte
- Feuerwehren sind im Dauereinsatz, Tausende Haushalte sind ohne Strom
- Zahlreiche Straßensperrungen wegen umgestürzter Bäume
- Auf Hiddensee wurde eine Spitzenböe mit 172 km/h gemessen
*Wir beenden an dieser Stelle den Liveblog und wünschen ein ruhiges Wochenende!*
"Zeynep" richtet katastrophale Schäden in den Wäldern MVs an
Nach Einschätzung des Bundes Deutscher Forstleute (BDF) hat das Orkantief "Zeynep" wohl katastrophale Schäden in den Wäldern Mecklenburg-Vorpommerns angerichtet. Man gehe davon aus, dass bis zu 600.000 Festmeter zu Boden gingen – fast doppelt so viel wie durch Orkan "Nadia". "Dies ist ein Riesenschaden nicht nur für den Landeswald, sondern eine Katastrophe für den gesamten Walbesitz", so Mecklenburg-Vorpommerns BDF-Vorsitzender Peter Rabe.
Weiterhin Behinderungen und Ausfälle im Regional- und Fernverkehr
Der Regionalverkehr der Bahn ist auf den meisten Linien noch immer eingestellt. Auf den Strecken laufen derzeit Erkundungsfahrten. Je nach Wetterlage, Schäden und möglicher Räumungsarbeiten wird der Betrieb erst schrittweise wieder aufgenommen. Es zeichne sich laut Bahn aber schon ab, dass mehrere Strecken länger nicht befahrbar seien. Die S-Bahn in Rostock fährt jedoch inzwischen wieder. Reisende sollten sich bitte über die kostenfreie Sonderhotline informieren: 08000 99 66 33
Fähren zwichen Rostock und Gedser fahren wieder
Nach dem Orkantief "Zeynep" hat die Reederei Scandlines die Fahrten zwischen Rostock und dem dänischen Gedser wieder aufgenommen. Es gelte wieder der reguläre Fahrplan, teilte die Reederei mit.
Westmecklenburg: Noch 4.500 Haushalte ohne Strom
Laut einer vorläufigen Bilanz mussten allein die Rettungskräfte in Vorpommern zu mehr als 800 Einsätzen ausrücken. Die Feuerwehr in Westmecklenburg zählte 630 Einsätze. In Westmecklenburg sind derzeit noch 4.500 Haushalte ohne Strom. Auch im Osten geht die Wiederherstellung der Stromversorgung voran. Laut E.DIS waren von den 1.222 in Mecklenburg-Vorpommern am Morgen unversorgten Trafostation bis zum Mittag wieder 853 mit Spannung.
52.000 Kunden von Ausfällen im Telefonnetz betroffen
Nach Ausfällen beim Energieversorger Wemag in Westmecklenburg, der Prignitz und im Amt Neuhaus ist auch das Telefonnetz der Telekom von den Störungen betroffen. Durch die Unterbrechung der Stromversorgung seien rund 135 Mobilfunkstationen in Mecklenburg-Vorpommern ausgefallen, sagte eine Telekom-Sprecherin am Samstagvormittag. Das wirke sich sowohl auf das Mobilfunk- als auch Festnetz aus. Insgesamt betrifft dies demnach rund 52.000 Kunden, unter anderem in Rostock und Neubrandenburg, der Radius der ausgefallenen Stationen reiche teilweise bis nach Sachsen-Anhalt. Nun müssten zunächst die Störungen beim Energieversorger beseitigt werden, erklärte die Sprecherin. Erst danach könnten Telekom-Mitarbeiter beurteilen, ob an den Mobilfunkstationen Schäden durch den Spannungsabfall entstanden seien und diese gegebenenfalls beheben.
NDR MV Live: Mittags-Update zu Orkantief "Zeynep"
Technisches Hilfswerk: 13 von 18 Ortsverbänden in MV im Einsatz
Das Technische Hilfswerk hat sich in mehreren Teilen des Landes an den Aufräumarbeiten beteiligt. Vom Regionalbereich Stralsund seien acht von zehn Ortsverbänden im Einsatz gewesen, sagte André Axmann vom Media-Team Nord des THW dem NDR. Fünf Ortsverbände halfen demnach im Westen des Landes. Die Einsätze drehten sich meist um umgestürzte Bäume und Schäden an Häusern. Mehr als 120 THW-Einsatzkräfte waren beteiligt.
E.DIS-Spezialisten beheben Stromausfälle in Müritzregion
Nach Angaben des Stromversorgers E.DIS sind im Bereich der Mecklenburgischen Seenplatte rund ein Drittel der Stromausfälle behoben. Am Morgen waren 1.200 Ortsnetz-Transformatorstationen ohne Spannung. Allein um Röbel und Prenzlau waren am Morgen 550 Stationen ohne Spannung. Die Netzexperten der E.DIS seien in den Leitstellen und vor Ort seit den frühen Morgenstunden an den Störungsstellen mit großem Engagement im Einsatz, hieß es am Sonnabendmittag.
Westmecklenburg: Auch Ausfälle im Telefonnetz
Nach Ausfällen beim Energieversorger Wemag Netz GmbH in Westmecklenburg, der Prignitz und im Amt Neuhaus ist auch das Telefonnetz der Telekom von den Störungen betroffen. Durch die Unterbrechung der Stromversorgung seien rund 135 Mobilfunkstationen in Mecklenburg-Vorpommern ausgefallen, sagte eine Telekom-Sprecherin am Samstagvormittag. Sowohl Mobilfunk- als auch Festnetzkunden seien betroffen. Nun müssten zunächst die Störungen beim Energieversorger beseitigt werden, erklärte die Sprecherin. Erst danach könnten Telekom-Mitarbeiter beurteilen, ob an den Mobilfunkstationen Schäden durch den Spannungsabfall entstanden seien und diese gegebenenfalls beheben.
Ferdinandshof: Pritschenwagen mit Anhänger von Böe erfasst
Noch immer stürmt es gefährlich. Auf der B109 bei Ferdinandshof (Kreis Vorpommern-Greifswald) ist am Vormittag ein Pritschenwagen mit Anhänger von einer Windböe erfasst worden. Der Wagen kippte daraufhin in den Straßengraben auf die Seite. Der Anhänger löste sich vom Fahrzeug und blieb auf der Straße. Die beiden Insassen blieben laut Feuerwehr unverletzt. Die B109 musste im Bereich der Unfallstelle für die Zeit der Bergung gesperrt werden.
Bislang gut 800 Feuerwehr-Einsätze in Vorpommern-Kreisen
Bis zum Vormittag sind die Feuerwehren in den beiden Kreisen Vorpommern-Rügen und Vorpommern-Greifswald zu rund je 400 Einsätzen ausgerückt. Nach Angaben von Sprechern gibt es durch umgestürzte Bäume viele Schäden an Häusern, Garagen und Autos. Die meisten Straßen in Vorpommern-Rügen seien wieder frei. In Heringsdorf fiel ein Baum auf ein Wohnhaus, in Jarmen traf ein Baum den Anbau eines Hauses, auf dem Zeltplatz in Karlshagen droht ein Baum auf ein Wohnwagen zu stürzen und in Penkun stürzte ein Baum auf die Trauerhalle.
Scandlines: Rostock-Gedser-Fähre erst wieder am frühen Nachmittag
Entgegen früheren Ankündigungen der Reederei Scandlines fällt die Fähre nach Gedser um 11.15 Uhr doch noch aus. Der reguläre Fahrplan werde voraussichtlich um 13:30 Uhr wieder aufgenommen.
Stromausfälle in Westmecklenburg und der Haff-Müritz-Region
"Ich hab' Fernsehen geguckt und dann hat's geknallt"
In Rossin bei Ducherow stürzte ein Baum auf ein Haus. Der Hausbewohner sah gerade fern, als er einen lauten Knall hörte, wie er bei NDR 1 Radio MV schilderte:
Deutsche Bahn: Regionalverkehr in MV frühestens wieder ab 12 Uhr
Die Deutsche Bahn hatte den Personenverkehr bereits am Freitagnachmittag im Nordosten eingestellt. Derzeit liefen Erkundungsfahrten, ob die Strecken befahrbar sind, teilte eine Sprecherin am Morgen mit. Frühestens ab 12 Uhr werde der Regionalverkehr schrittweise auf einzelnen Strecken wieder aufgenommen - je nach Lage. "Es ist absehbar, dass mehrere Strecken auch länger nicht befahrbar sein werden", so die Bahn-Sprecherin. Welche Züge fahren?
NDR MV Live: Feuerwehren noch immer im Dauereinsatz - Spitzenböe 172 km/h auf Hiddensee
Noch immer sind im gesamten Land die Feuerwehren im Dauereinsatz. Nach ersten Einschätzungen blieben ganz schwere Schäden aus. Trozdem: "Das war schon ganz ordentlich", so die Einschätzung des Meteorologen Uwe Ulbrich vom NDR Wetterstudio af Hiddensee. Am exponiert stehenden Leuchtturm Hiddensee wurde um 6 Uhr eine Spitzenböe mit 172 km/h gemessen, die nur knapp den Rekord verfehlte. Dieser liegt bei 176 km/h.
Mehr als 17.000 Haushalte in Westmecklenburg ohne Strom - mehrere Tausend in Haff-Müritz-Region
Der für Westmecklenburg zuständige Stromversorger Wemag teilte am Morgen mit, dass in der Nacht 17.000 Haushalte von Stromausfällen betroffen waren. Derzeit seien alle Mitarbeiter der Netzbereiche im Einsatz, um die Störungen möglichst schnell zu beseitigen. Die Arbeiten würden aber durch die weiterhin schwierigen Witterungsverhältnisse und umgekippte Bäume erschwert. Wie lange die Wiederversorgung im Einzelfall dauert, kann aktuell noch nicht gesagt werden. In der Haff-Müritz-Region gibt es derzeit nach Angaben des Energieversorgers E.DIS zahlreiche Stromausfälle. Besonders stark habe es die Region um Röbel getroffen. Dort sind allein 340 Ortsnetzstationen ausgefallen. Mehrere Tausend Haushalte sind ohne Strom, wie ein E.DIS-Sprecher mitteilte. Eine Ortsnetzstation versorgt in der Regel ein kleines Dorf, hieß es. Rund um Altentreptow sind demnach 95 solcher Stationen betroffen. Bis wann die Schäden beseitigt sind, konnte der Sprecher noch nicht sagen. Die Mitarbeiter würden mit Hochdruck daran arbeiten, hieß es.
Greifswald: THW untersützt Feuerwehr
Im Stadtgebiet von Greifswald unterstütze derzeit das Technische Hilfswerk (THW) die Berufsfeuerwehr, sagte eine Sprecherin des Kreises Vorpommern-Greifswald NDR 1 Radio MV. Beim Einsatz der Rettungskräfte in Hanshagen südöstlich von Greifswald ist ein Baum auf ein Spritzenauto der Feuerwehr gefallen. Niemand wurde verletzt.
Rossin: Linde stürzt auf Wohnaus - Bewohner unverletzt
In Rossin bei Ducherow (Kreis Vorpommern-Greifswald ist eine Linde auf ein Wohnhaus gestürzt. Die beiden Bewohner des Hauses blieben unverletzt. Die Schadenshöhe ist noch nicht klar.
Rostock: Fährverkehr wird wieder aufgenommen
Der Fährverkehr zwischen Warnemünde und Hohe Düne ist wieder aufgenommen worden. Die Reederei Scandlines kündigte die ersten Abfahrten zwischen Rostock und dem dänischen Gedser für 11.15 Uhr an.
Rostock: Busse und Straßenbahnen fahren weitgehend
Busse und Straßenbahnen in Rostock fahren nach Plan, lediglich die Linien 3 und 6 enden bereits am Platz der Jugend, weil Äste die Oberleitung im Barnstorfer Wald beschädigt haben. Auch die S-Bahnen zwischen Rostock und Warnemünde fahren. Beim Fernzug-Verkehr von Rostock aus, vor allem in Richtung Süden gibt es aktuell noch Einschränkungen.
Warnung vor Betreten der Wälder
Vor dem Betreten von Wäldern wird nach wie vor gewarnt. Auch die Friedhöfe wie etwa in Bad Doberan sind aus Sicherheitsgründen geschlossen. Der Wildpark MV in Güstrow bleibt sturmbedingt das ganze Wochenende über zu. Der Rostocker Zoo bleibt das gesamte Wochenende über geschlossen. Kurzfristig abgesagt wurden unterdessen die Wochenmärkte in Rostock.
Stromausfälle aus verschiedenen Orten gemeldet
Etliche Haushalte in Mecklenburg-Vorpommern sind am Sonnabendmorgen ohne Strom. Die örtlichen Stromversorger machen sich derzeit einen Überblick und wollen zeitnah informieren. Stromausfälle wurden etwa aus Lützow, Dragun, Gägelow und Mallentin sowie in der Gegend um Röbel und Waren gemeldet.
DWD hebt Unwetterwarnung für MV auf
Soeben hat der Deutsche Wetterdienst die Warnung vor Orkanböen in Mecklenburg-Vorpommern aufgehoben.
Mecklenburgische Seenplatte: Lage angespannt
Im Kreis Mecklenburgische Seenplatte rückten Einsatzkräfte bis zum Morgen zu mehr als 320 Einsätzen aus. Die Lage sei sehr angespannt, sagte ein Sprecher der Leitstelle. Es sei noch unklar, welche Straßen passierbar sind. In einigen Fällen seien Einsätze abgebrochen worden, weil es für die Feuerwehrleute zu gefährlich war. Man warte darauf, dass es hell wird, um zu sehen, was los ist.
Schwerin: Behinderungen im Straßenbahnverkehr nach Lankow
Wegen eines auf die Oberleitung gestürzten Baumes ist in Schwerin die Straßenbahnlinie 2 zwischen Platz der Freiheit und Lankow unterbrochen. Es fahren Busse als Ersatz.
Nordwestmecklenburg: Gut 250 Sturmeinsätze
Im Landkreis Nordwestmecklenburg sind die Feuerwehren bis 6 Uhr zu 256 Sturmeinätzen im Landkreis ausgerückt. Die B105 in Höhe Mallentin ist derzeit gesperrt. Darüber hinaus gebe es nach ersten Erkenntnissen keine größeren Schadenslagen.
Feuerwehr auf Rügen im Dauereinsatz
Es wird hell - erste Schäden werden sichtbar
Die Feuerwehren hatten in allen Teilen des Landes viel zu tun. Die Bilder der Nacht:
Pruchten: Haus droht einzustürzen
Im Landkreis Vorpommern-Rügen rückten die Feuerwehren bis zum Morgen rund 200-Mal aus. Am Ravenhorster Kreuz stürzte ein Baum auf ein fahrendes Auto. Es gab viele Sachschäden. In Pruchten stürzte ein Baum auf ein leerstehendes Haus, das nun einzustürzen droht. Das Technische Hilfswerk ist dort im Einsatz. "Gerade hat der Sturm den Landkreis Vorpommern-Rügen voll im Griff und weitere Einsätze werden folgen", sagte eine Sprecherin des Kreises.
Hiddensee: "Die ganze Insel ist dunkel"
Auf der Insel Hiddensee ist der Strom ausgefallen. "Die ganze Insel ist dunkel", sagte Meteorologe Uwe Ulbrich vom NDR Wetterstudio auf Hiddensee. Auch die Telefonverbindung sei gestört, so Ulbrich weiter. Zudem hat die Reederei Hiddensee ihren Betrieb wegen des Orkans und der Wasserstandsvorhersagen unterbrochen. Die nächste Fähre legt am Nachmittag um 16 Uhr von Kloster ab. Von Schaprode nach Hiddensee fährt erst knapp zwei Stunden später ein Schiff. Die Wittower Fähre hat ihren Dienst für heute komplett eingestellt.
Update 7.45 Uhr: Die Insel hat wieder Strom
Rostock: Rund 30 Feuerwehreinsätze - Sorge wegen Hochwassers
In Rostock rückte die Feuerwehr in der Nacht zu rund 30 Einsätzen aus. Zum Vergleich: Bei Sturmtief "Nadia" vor rund zwei Wochen waren es 64 Einsätze in der Hansestadt. Meistens mussten umgestürzte Bäume geräumt werden. Es habe keine besonderen Schwierigkeiten gegeben, so ein Sprecher der Stadt. Die Hochwassersituation an der Ostsee ist laut Feuerwehr Rostock entspannt, weil der Sturm das Wasser weggedrückt habe. In den kommenden Tagen könnte der Pegelstand aber noch zum Problem werden.
Dornbusch mit 172 km/h: Orkanböen an zahlreichen Orten in MV gemessen
"Zeynep" ist vielerorts mit Orkanböen übers Land gezogen. Am exponiert stehenden Leuchtturm auf Hiddensee wurden um 6 Uhr 172 km/h gemessen, wie Meteorologe Uwe Ulbrich vom NDR Wetterstudio auf Hiddensee mitteilte:
- Hiddensee-Dornbusch 172 km/h
- Hiddensee-Vitte 141 km/h
- Kap Arkona auf Rügen 133 km/h
- Greifswalder Oie 128 km/h
- Darßer Ort 126 km/h
- Bastorf-Kägstorf 122 km/h
- Schwerin 119 km/h
- Laage 119 km/h
- Bolstenhagen 117 km/h
- Poel-Malchow 115 km/h
- Sukow-Levitzow 115 km/h
- Neubrandenburg 104 km/h
- Rostock-Warnemünde 100 km/h
Quelle: Kachelmannwetter.de
Unwetterwarnung für MV bis 9 Uhr verlängert
Der Deutsche Wetterdienst hat seine Unwetterwarnung für Mecklenburg-Vorpommern bis 9 Uhr verlängert. Noch immer bestehe die Gefahr von Orkanböen und orkanartigen Böen.
Update: Baum auf Oberleitung in Schwerin gekracht
Die Freiwillige Feuerwehr Schwerin-Wickendorf hat den Einsatz in der Wismarschen Straße beendet. Unser Reporter Christoph Kümmritz war vor Ort und hat sich die Lage angeschaut. Er sagt, dass es an der Oberleitung keinen erkennbaren Schaden gebe.
Feuerwehren in MV am Limit
"So etwas haben wir noch nie erlebt", sagt ein Sprecher der Rettungsleitstelle Mecklenburgische Seenplatte. Die Mitarbeiter der Leitstellen würden derzeit auf ihren Computer-Bildschirmen den Umriss des Landkreises nicht mehr erkennen, weil die Landkarte übersät ist mit den Symbolen der aktuell laufenden Einsätze. Mittlerweile zählt die Leitstelle Mecklenburgische Seenplatte 242 Einsätze. Es wird davon ausgegangen, dass noch viele dazukommen. "Es ist aufgefallen, dass die Menschen sich an die Warnungen gehalten haben und wirklich zu Hause geblieben sind. Deswegen sind bei uns auch nicht so viele Anrufe eingegangen. Das wird sich sicher noch ändern, sobald es hell wird", so der Sprecher weiter. Derzeit seien so gut wie alle Wehren des Kreises im Einsatz. Sie fahren vorerst aber nicht mehr in Waldgebiete, das sei zu gefährlich. Straßen, wie die zwischen Neukalen und Dargun oder in Richtung Malchow, sind deshalb gesperrt. Bei Tageslicht können die Räumungarbeiten dann aber beginnen, versichert der Sprecher.
Weitere Straßensperrungen
- Die A20 ist zwischen Greifswald und Gützkow gesperrt.
- Die B103 ist zwischen Gaarz und Plau am See in beiden Richtungen gesperrt.
- Die B194 ist zwischen Poggendorf und Klevenow in beiden Richtungen gesperrt.
- Kreis Mecklenburgische Seenplatte: die Landesstraße zwischen Neukalen und Pisede ist in beiden Richtungen gesperrt.
- Kreis Mecklenburgische Seenplatte: Die Landesstraße ist zwischen Loickenzin und Pripsleben ist gesperrt.
- Kreis Mecklenburgische Seenplatte: Die Landesstraße ist zwischen Altentreptow und Burow in beiden Richtungen gesperrt.
- Kreis Mecklenburgische Seenplatte: Die Landesstraße ist zwischen Steindamm und der B198, B198/ Landesstraße 241 in beiden Richtungen gesperrt.
- Kreis Rostock und Kreis Vorpommern-Rügen: Die Landesstraße ist zwischen Sanitz und Gresenhorst in beiden Richtungen gesperrt.
- Kreis Nordwestmecklenburg und Kreis Ludwigslust-Parchim: Die Kreisstraße zwischen Lange Straße und Wittenförden ist in beiden Richtungen gesperrt.
Unfall auf der B191 bei Reinstorf
Nach einem Unfall auf der B191 bei Reinstorf musste ein Mann ins Krankenhaus gebracht werden. Der 58-Jährige erlitt eine Gehirnerschütterung. Er war mit seinem Pkw gegen einen Baum eingefahren. An seinem Fahrzeug entstand ein Sachschaden in Höhe von 15.000 Euro. Die Feuerwehr beräumte den Baum mit einem Radlader.
Lage in Mecklenburg-Vorpommern spitzt sich zu
Mittlerweile ist auch die A14, Wismar Richtung Schwerin, zwischen Schwerin-Ost und Kreuz Schwerin wegen umgestürtzer Bäume gesperrt. Viele der Feuerwehren bestätigen uns, dass teilweise erst morgen oder in den kommenden Tagen die Straßen freigeräumt werden können, weil es aktuell zu gefährlich sei. Ein Sprecher der Freiwilligen Feuerwehr in Hagenow sagt: "Der Wind nimmt von Minute zu Minute zu." Die Rettungsleitstelle Mecklenburgische-Seenplatte musste bisher 150 Einsätze steuern, die Leitstelle in Westmecklenburg sogar 313 Einsätze. Besonders betroffen sei demnach der Landkreis Ludwigslust-Parchim. Insgesamt gebe es laut der Feuerwehren im Land aber keine kaum oder nur geringe Personenschäden. Der "Krisenstab" in Nordwestmecklenburg musste noch nicht tätig werden.
Update: Die A14 ist mit Stand von 05:30 Uhr wieder frei
Windböen werden stärker
Mittlerweile fegt Sturmtief "Zeynep" mit heftigen Sturmböen über Mecklenburg-Vorpommern. In Neubrandenburg erreichen sie 100km/h, Schwerin und auf Rügen kommen sie auf rund 120 km/h und im Darßer Ort wehen aktuell Böen mit Geschwindigkeiten von mehr als 130km/h - Tendenz steigend. In der zweiten Nachthälfte wird es Mecklenburg-Vorpommern besonders schwer treffen, sagt Uwe Ulbrich aus unserem NDR Wetterstudio auf Hiddensee.
Stefan Kuna im Einsatz
Stefan Kuna aus der Stefan Kuna Show ist Mitglied in der Freiwilligen Feuerwehr und heute Nacht auch im Einsatz.
Erste Stromausfälle gemeldet
Die Feuerwehr in Kavelstorf (Landkreis Rostock) meldet einen Stromausfall. Die Ursache und welche Bereiche noch betroffen sind, ist derzeit unklar. Auch in Röbel, Stuer und Waren (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte) soll es Stromausfälle geben. Wie ein Sprecher der dortigen Rettungsleitstelle sagte, sei in der südwestlichen Region des Landkreises vermutlich eine größere Oberleitungen gerissen.
Update: Die Freiwillige Feuerwehr Kavelstorf meldete mit Stand von 03:03 Uhr, dass der Strom wieder da sei. Es könne aber immer noch schubweise und über längere Zeiträume zu Ausfällen kommen.
Aktuelle Straßensperrungen
- Die A20 ist zwischen Jarmen und Altentreptow wegen eines umgestürzten LKW gesperrt.
- Die B104 ist auf der Ortsumgehung Gadebusch in Richtung Rehna gesperrt.
- Kreis Rostock: Die B105 ist zwischen Bad Doberan und Am Stegebach wegen Bergungsarbeiten in beiden Richtungen gesperrt
- Die B192 ist zwischen Reinstorf und Klein Warin nach einem Unfall in beiden Richtungen gesperrt.
- Die B194 Demmin Richtung Stavenhagen ist zwischen Alt-Kentzlin und Basepohl gesperrt.
- Kreis Ludwigslust-Parchim: Landesstraße 4 ist zwischen Wittenburg und Bobzin in beiden Richtungen gesperrt.
- Kreis Ludwigstlust-Parchim: Zwischen Holthusen und Sülstorf bleibt die Straße aufgrund mehrer umgefallener Bäume bis Sonnabendfrüh gesperrt.
Verkehrsunfall in Torgelow
In Torgelow hat es einen Verkehrsunfall durch einen umgestürzten Baum gegeben. Nach Angaben der Freiwilligen Feuerwehr, habe der Fahrer des Pkw den Baum nicht gesehen. Er soll gegen den Baum gefahren und dann "wie bei einem Katapult hinüber geflogen" sein, heißt es. Dabei ist ein Sachschaden entstanden, verletzt wurde aber niemand.
Baum auf Oberleitung in Schwerin gekracht
In Schwerin ist in der Wismarsche Straße ein Baum auf eine Oberleitung der Straßenbahn gestürzt. Zudem scheint mindestens ein Pkw beschädigt worden zu sein. Die Freiwillige Feuerwehr wurde bereits alarmiert. Weitere Informationen folgen in Kürze...
Feuerwehren ziehen erste Bilanz
Während es bei der Freiwillige Feuerwehr in Karlsburg auf Usedom noch sehr ruhig ist, arbeiten die Einsatzkräfte in den westlichen Teilen des Landes bereits seit Stunden auf hochtouren. Die Freiwillige Feuerwehr in Lützow (Landkreis Nordwestmecklenburg) ist vor wenigen Minuten von ihrer dritten Kontrollrunde in der Gemeinde zurückgekehrt. "Es wird immer stürmischer", sagt ein Sprecher. "Die Anzeichen für das, was da noch kommt, sind deutlich." Seit 18 Uhr hätten sie 10 Einsätze absolviert. Hauptsächlich wegen umgestürzter Bäume. Die Freiwillige Feuerwehr in Karlsburg ist aber vorbereitet, für den Fall, wenn der Sturm auf die Insel trifft.
Aus der Leitstelle Westmecklenburg heißt es, dass seit 19 Uhr rund 200 Einsätze gefahren wurden. "Das aufkommen ist sehr hoch und unser Problem ist die Masse an Einsätzen", so ein Sprecher. Die meisten Einsätze würden durch umgestürzte Bäume entstehen. Es gäbe aber auch Dächer, die gesichert werden müssen. Personen wurden bisher nicht verletzt.
Von der Rettungsleitstelle in Neubrandenburg sind seit 19 Uhr 77 sturmbedingte Einsätze im Landkreis Mecklenburgische-Seenplatte gesteuert worden, so ein Sprecher. Zum Vergleich: In der gesamten Nacht von Dienstag auf Mittwoch hatte "Ylenia" für genauso viele Einsätze gesorgt. "So langsam geht es hier so richtig los", sagt der Sprecher weiter.
Bäume blockieren zahlreiche Straßen im Land
Sturmtief "Zeynep" hat bereits zahlreiche Bäume umstürzen lassen. Zeitweise war in Wismar die Zufahrt zur A20 blockiert. Auf der A19 bei Bütow (Landkreis Mecklenburgische-Seenplatte) ist ein Baum auf die Fahrbahn gestürzt. Er konnte aber laut Einsatzkräften vor Ort schnell und ohne weitere Zwischenfälle beseitigt werden. Auch die Freiwilligen Feuerwehren in Barnekow und Blowatz (Landkreis Nordwestmecklenburg) mussten die Straßen freiräumen.
Baum auf Wohnhaus bei Ducherow gestürzt
Eine Windböe hat am Freitagabend in Rossin bei Ducherow (Landkreis Vorpommern-Greifswald) eine große Linde entwurzelt. Der Baum stürzte auf ein Wohnhaus. Die beiden Anwohner befanden sich zu dem Zeitpunkt im Haus, wurden aber nicht verletzt. Die Feuerwehr rückte mit mehreren Einsatzfahrzeugen an, um den Baum anschließend mittels Kettensäge von den Ästen zu befreien. Wie hoch der entstandene Schaden ist, konnte bisher noch nicht eingeschäzt werden.
Fähre in Warnemünde stellt Betrieb ein
Wegen des starken Windes hat die Fähre in Warnemünde gegen 22:30 Uhr ihren Betrieb eingestellt, so ein Sprecher der Wasserschutzpolizei in Rostock. Auf Nachfrage erklärte er, dass es bislang aber keine Probleme mit Hochwasser gebe. Der Wasserstand in Rostock liege derzeit 40 cm über dem mittleren Wasserstand. Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie geht davon aus, dass bis Sonnabendfrüh westlich Rügens Wasserstände von 80 cm über dem mittleren Wasserstand erreicht werden. Östlich Rügens sollen Wasserstände von 90 cm über dem mittleren Wasserstand erreicht werden. Das betreffe laut eigener Angaben vor allem Greifswald.
"Zeynep" wird spürbar stärker
"Wir merken, jetzt geht es langsam auch hier im östlichen Landesteil los", so ein Sprecher der Polizeiinspektion Neubrandenburg gegenüber dem NDR. Die Polizei habe die ersten kleinen Unfälle aufgenommen. Auf der Bundesstraße 111 bei Buddenhagen in Richtung Wolgast (Landkreis Vorpommern-Greifswald) sind am Abend vier Personen in einen umgestürzte Baum gefahren. Dabei ist eine Person leicht verletzt worden. Die Polizei empfiehlt: "Bleiben sie zu Hause!" Die Kollegen in Wismar raten zusätzlich, Warn-Apps wie "Nina" oder "Katwarn" zu nutzen. Auf diesen Plattformen gebe es regelmäßig standortbezogene Informationen zu dem Unwetter.
Update aus dem NDR Wetterstudio auf Hiddensee
Uwe Ulbrich, Meteorologe aus dem NDR Wetterstudio auf Hiddensee, geht mittlerweile davon aus, dass der Sturm in Mecklenburg-Vorpommern seinen Höhepunkt Sonnabendmorgen zwischen 5 Uhr und 6 Uhr haben wird. Er bestätigt, an der Küste können Orkanböen von bis zu 150 km/h und im Binnenland von 140 km/h erreicht werden. Außerdem sei schon jetzt deutlich zu sehen, dass es auch morgen windig sein wird, so Ulbrich.
Erste Feuerwehren rücken zu Einsätzen aus
Reporter Stefan Weidig berichtete im Nordmagazin von der Feuerwehr in Malchow. Während des Gesprächs ging in einer Nachbarwache ein erster Notruf ein. Auch in Malchow ist man auf Einsätze in der Nacht, zum Beispiel mit richtiger Lichtausrüstung, vorbereitet
Bahn stellt Übernachtungszug am Bahnhof Rostock bereit
Wegen des eingestellten Zugverkehrs im Norden sind am Hauptbahnhof in der Hansestadt Rostock zahlreiche Reisende gestrandet. Die Bahn hat aus diesem Grund einen Übernachtungszug bereitgestellt.
Bisher keine größeren Schäden duch "Zeynep" in MV
Bisher hat Orkantief "Zeynep" in Mecklenburg-Vorpommern noch keine größeren Schäden angerichtet, wie Polizei und Feuerwehr am Freitag mitteilten. Die Feuerwehr hat lediglich vorsorglich Bäume und Äste entfernt, die drohten, umzustürzen oder herabzufallen.
Bahn stellt Personenverkehr im Norden und in Teilen von NRW ab sofort ein
Die Deutsche Bahn stellt ab sofort im Norden Deutschlands den gesamten Personenverkehr ein. Das bestätigte ein Bahn-Sprecher bei tagesschau24. Das gelte für Nah- wie Fernverkehr.
196 km/h! Orkantief mit Rekordwindgeschwindigkeit in England
In Großbritannien hat Sturmtief "Eunice" wie "Zeynep" dort genannt wird, schwere Schäden angerichtet. Der Orkan gilt als einer der schwersten Stürme seit mehreren Jahrzehnten in Großbritannien. Auf der Isle of Wight wurde mit rund 196 Stundenkilometern die höchste je in England gemessene Windgeschwindigkeit registriert, wie der Wetterdienst mitteilte. Ganz so schlimm wird es in Mecklenburg-Vorpommern wohl nicht, aber auch hierzulande rechnen Meteorologen mit Spitzenböen von 150 oder 160 km/h.
Feuerwehr: Bleiben Sie zu Hause - Autofahrten vermeiden
Zahlreiche freiwillige Feuerwehren und Tausende Feuerwehrleute im Land stehen heute bereit, um in etwaigen Notlagen zu helfen. Sie appellieren an die Menschen: "Der wichtigste Punkt ist: Bleiben Sie wenn möglich zu Hause. Vermeiden Sie Fahrten mit dem Auto, wenn sie nicht unbedingt notwendig sind", sagte Tino Waldraff von der Freiwilligen Feuerwehr Lützow bei NDR MV Live. Außderdem: Gegenstände sollten gesichert werden, Fenster und Türen geschlossen. Wer Gefahren wie etwa umgestürzte Bäume auf Straßen sieht, sollte dies der Feuerwehr melden. "Sie selbst kommen vielleicht an einem umgestürzten Baum vorbei, aber der nächste Verkehrsteilnehmer übersieht ihn vielleicht in der Nacht oder im Gegenlicht. Deshalb: Zögern Sie nicht. Rufen Sie die Feuerwehren an. Wir sind einsatzbereit", so Waldraff weiter.
Auch Odeg stellt Bahnverkehr bis mindestens Sonnabendmorgen ein
Auch die Ostdeutsche Eisenbahn GmbH (Odeg) stellt den Verkehr wegen des Orkans ein. Wie das Unternehmen am Freitag mitteilte, verkehren von 17 Uhr an bis voraussichtlich Sonnabend 7 Uhr keine Züge mehr auf den Linien der Odeg. Betroffen seien die Strecken an der Ostseeküste RE9 und RE10, in Westmecklenburg RB13, RB14 und RB15 sowie die Regionalexpress-Line RE2 zwischen Wismar und Wittenberge. Nach Erkundungsfahrten am Sonnabend werde der Zugverkehr wieder aufgenommen, sofern die Strecken intakt sind. Ausfälle oder Verspätungen auf einzelnen Strecken seien im Verlaufe des Sonnabends nicht ausgeschlossen. Ersatzverkehr mit Bussen werde es auf den Linien der Odeg nicht geben.
Bahnverkehr in MV ab 17 Uhr komplett eingestellt
Wegen erwarteter Sturmböen bis zu 160 km/h stellt die Deutsche Bahn in Mecklenburg-Vorpommern ab etwa 17 Uhr den Zugverkehr auf allen Linien ein. Das teilte das Unternehmen am Nachmittag mit. In den anderen Nordländern werde der Fern- und Regionalverkehr bis zum Abend ausgedünnt. In Mecklenburg-Vorpommern sind einige Linien schon vor 17 Uhr von Ausfällen betroffen:
- RE1 Hamburg - Schwerin - Rostock: Letzter Zug nach Hamburg Hbf: RE4308 (planm. Ankunft 13:41 Uhr)
- RE4310 endet in Schwerin (planm. Ankunft 14:08 Uhr)
- Letzter Zug von Hamburg nach Rostock: RE4313 ((planm. Ankunft 16:50 Uhr)
- für die in/aus Richtung Berlin verlaufenden Linien RE3 und RE5 ist Folgendes geplant: RE3 beginnt und endet in Eberswalde - Ausfall zwischen Stralsund/Schwedt und Eberswalde; RE5 beginnt und endet in Neustrelitz - Ausfall zwischen Rostock/Stralsund und Neustrelitz
Die Wiederaufnahme des Zugverkehrs soll am Sonnabend ziwschen 10 und 12 Uhr erfolgen. Welche Züge fallen aus?
Fährverkehr Rostock-Gedser wird eingestellt
Die Fährreederei Scandlines stellt Fahrten zwischen Rostock und dem dänischen Gedser ein. Wie das Unternehmen mitteilte, verlässt am Freitag um 15.45 Uhr die letzte Fähre Rostock. Alle weiteren Abfahrten entfallen. Frühestens am Sonnabend um 11.15 Uhr soll die Verbindung von Rostock aus wieder aufgenommen werden. Am Freitag um 18 Uhr werde es eine letzte Abfahrt von Gedser aus geben, ehe dann am Sonnabend um 11.15 Uhr auch von dort wieder der reguläre Fährbetrieb aufgenommen werden soll. Alternativ empfahl Scandlines, die Überfahrtsmöglichkeit von Puttgarden in Schleswig-Holstein nach Rødby zu nutzen. Die Weiße Flotte teilte mit, dass ab dem späten Abend keine Schiffe mehr zwischen Schaprode und Hiddensee fahren werden. Das gelte auch für die Wassertaxis.
Neubrandenburg schließt Friedhöfe
Die Stadt Neubrandenburg hat wegen des Sturms erneut die Friedhöfe geschlossen. Bis Montagnachmittag seien Besuche auf dem Neuen Friedhof und auf dem Waldfriedhof Carlshöhe nicht möglich, teilte die Stadt am Freitag mit. Beisetzungen sollen nach bisherigem Stand noch stattfinden, könnten aber bei größeren Baumschäden am Sonnabend noch abgesagt werden. Auf den Friedhöfen waren bei einem starken Sturm Ende Januar mehr als 70 Bäume umgestürzt und etliche Gräber verwüstet worden. Die Beseitigung der Schäden dauerte mehrere Wochen.
Kreis Nordwestmecklenburg beruft "kleinen Krisenstab" ein
Die Abteilung Katastrophenschutz des Landkreises hat einen "kleinen Krisenstab" eingerichtet. Vor solchen Windgeschwindigkeiten wie den bei "Zeynep" prognostizierten werde "in diesem Ausmaß sehr selten gewarnt", teilte der Kreis am Freitagmittag mit. "Wir beobachten die Situation sehr aufmerksam und machen uns auf zahlreiche Einsätze für Feuerwehren und Rettungskräfte gefasst“, so Landrat Tino Schomann. Der Deutsche Wetterdienst empfiehlt, Gegenstände im Freien zu sichern und sich nicht draußen aufzuhalten - vor allem nicht in der Nähe von möglichen Gefahrenquellen wie Bäumen, Gerüsten, Gebäuden und Hochspannungsleitungen. Fenster und Türen sollten geschlossen bleiben. Möglich sind untere anderem schwere Sturmschäden an Gebäuden.
Bahn will Regional- und Fernverkehr im Norden ausdünnen
Die Deutsche Bahn stoppt wegen des heraufziehenden Orkantiefs am Freitag sukzessive ihren Fern- und Regionalverkehr in weiten Teilen Norddeutschlands. Das kündigte ein Konzernsprecher in Berlin am Vormittag an. Der Stopp des Regionalverkehrs betrifft demnach die Bundesländer Schleswig-Holstein, Hamburg, Niedersachsen und Bremen sowie Teile Nordrhein-Westfalens und erfolge "im Laufe des Tages". Welche Züge fallen aus?
Stromversorger Wemag stellt Reparatur-Teams bereit
Die Feuerwehren in Mecklenburg-Vorpommern rüsten sich für "Zeynep" und haben ihre Ausrüstung überprüft. Die Berufsfeuerwehr in Greifswald legte etwa Kettensägen, Absperrmaterial und Stromerzeuger bereit. Auch bei den freiwilligen Feuerwehren sind die Mitglieder auf mögliche Einsätze am Abend und in der Nacht vorbereitet worden. Die Leitstellen rechnen mit einsatzreichen Stunden. Der Stromversorgerer Wemag bereitet sich nach den Stromausfällen bei den letzten beiden Sturmtiefs ebenfalls erneut auf Ausfälle vor und hat Reparatur-Teams bereitgestellt.
Meteorologen: "Zeynep" wird deutlich stärker als "Ylenia"
Nach Vorhersage der Meteorologen wird der in der Nacht zum Sonnabend erwartete Orkan "Zeynep" deutlich stärker als das gerade abgezogene Sturmtief "Ylenia". Die zweite Nachthälfte zum Sonnabend könnte "richtig heftig" werden, sagte der Meteorolge Uwe Ulbrich aus dem NDR Wetterstudio auf Hiddensee. Er rechnet mit Böen der Stärke 11 bis 12 an der Küste und im Binnenland.
"Zeynep" ziehe über den Öresund und Schweden nach Osten. "Wir sind in der Südflanke und kommen dann praktisch in den Sektor, der die höchste Windgeschwindigkeit bringt." Auch Ulbrichs Kollege Stefan Kreibohm rechnet damit, dass es "heftig" wird. Auf Instagram sprach Kreibohm von einem Sturm, wie es ihn seit Jahren nicht mehr im Nordosten gegeben habe. Orkanböen im Binnenland mit bis zu 140 und an der Ostsee mit bis zu 150 Stundenkilometern seien möglich.
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