Lehrer in MV: Einstellungsverfahren sollen vereinfacht werden

Stand: 19.01.2023 15:28 Uhr

In Mecklenburg-Vorpommern gibt es derzeit knapp 12.000 Lehrer. Jedes Jahr werden 600 bis 700 neue Lehrer gebraucht. Vom 1. Februar an sollen Lehrkräfte und pädagogische Fachkräfte schneller an Schulen eingestellt werden, teilte Bildungsministerin Simone Oldenburg (Linke) mit.

Dies solle dadurch möglich werden, dass etwa das Bewerbungs- und Einstellungsverfahren gestrafft und beschleunigt wird, sagte Oldenburg. So könnten freie Stellen schneller besetzt werden. Konkret: Von der Bewerbung bis zum Arbeitsvertrag sollen nicht mehr als sechs Wochen vergehen. "Wir brauchen Lehrerinnen und Lehrer in den Klassen, die gut ausgebildet sind und guten Unterricht für die Mädchen und Jungen gestalten", erklärte die Ministerin. Lehrkräfte und unterstützende pädagogische Fachkräfte (upF) seien "Goldstaub".

Weitere Informationen
Das Lehrerpult in einer verlassenen Klasse einer Grundschule. © picture alliance / Inderlied/Kirchner-Media | Inderlied/Kirchner-Media

Bessere Ausbildung für Lehrer-Seiteneinsteiger

Mecklenburg-Vorpommern will Seiteneinsteiger in den Lehrerberuf künftig besser auf ihre Arbeit vorbereiten. mehr

Schnellere Einstellungen, weniger Überlastung für Lehrer

Von den Änderungen würden sowohl die Schulen als auch die Lehrer profitieren. Das Land könne freie Stellen schneller besetzen, Bewerber erhielten zügiger eine Stelle. "Das hilft beiden Seiten", so Oldenburg. Die Gewerkschaft GEW betonte, dass durch die Veränderungen auch bei Lehrer-Seiteneinsteigern eine hohe Bildungsqualität erreicht werde. Der Verband Bildung und Erziehung hofft, dass nun mehr Lehrer eingestellt werden, damit die Unterrichtsversogung verbessert wird und die hohe Belastung der Lehrer zurückgeht. Der entsprechende Erlass soll zum 1. Februar inkraft treten.

Geringere Bezahlung, höhere Pflichtstundenzahl

Doch wie attraktiv ist Mecklenburg-Vorpommern überhaupt bei angehenden Lehrern? Eine spontane, nicht repräsentative Umfrage von NDR MV Live unter Rostocker Lehramtsstudenten ergab, dass viele später eigentlich auch ihre Lehrertätigkeit im Nordosten ausüben würden - obwohl die Bezahlung hierzulande geringer als in anderen Bundesländern ist und die Pflichtstundenzahl vergleichsweise hoch. Auch die Greifswalder Lehramtsstudentin und AStA-Referentin Kristina Müller möchte nach dem Studium zumindest während des Referendariats gerne in Mecklenburg-Vorpommern bleiben - möglicherweise auch danach. Die Gründe: "Es gibt hier einerseits die Möglichkeit, die verschiedenen Städte während des Referendariats zu erkunden und es gibt die Möglichkeit, nicht nur das eigene Lehramtsstudium zu absolvieren, sondern auch für eine Doppelqualifikation - zum Beispiel in eine Grundschule zu gehen und Grundschullehrkraft zu werden", sagte Müller NDR MV Live.

"Die Kostenpunkte sind gar nicht so die größten Punkte"

Aus ihrer Sicht spricht aber auch einiges gegen eine Tätigkeit in Mecklenburg-Vorpommern. Ein Manko: die Infrastruktur. Es gebe wenig Kontakt zu Schulen im ländlichen Raum. "Es gibt keine Möglichkeiten, schnell dorthin zu kommen." Zudem gebe es Defizite bei der Umsetzung von Medienkompetenz und Digitalisierung. Ebenso seien die Förderung und die Weiterbildungsmöglichkeiten ausbaufähig. Und die Bezahlung? "Die Kostenpunkte sind gar nicht so die größten Punkte, sondern eher die soziale Anbindung." Also die erwähnte Infrastruktur und die Möglichkeit, Schulen in ländlichen Gebieten besser kennenlernen zu können. Die Forderungen aus Müllers Sicht an die Landesregierung: eine bessere Infrastruktur oder ein besseres Semesterticket, die gleiche Bezahlung der Quereinsteiger und eine hochwertige Betreuung im Referendariat.

Weitere Informationen
Die Hand einer Lehrerin schreibt mit Kreide etwas an eine Tafel. © dpa - Bildfunk Foto: Mohssen Assanimoghaddam

VBE berechnet höheren Lehrermangel

Der Lehrerverband Bildung und Erziehung erwartet, dass in den nächsten Jahren deutschlandweit deutlich mehr Lehrkräfte fehlen, als bisher vermutet. mehr

Ein Kind sitzt an einer Schulbank. © picture alliance/dpa | Frank Hammerschmidt Foto: Frank Hammerschmidt

Schlechte Bildung von Grundschülern: Oldenburg kündigt Konsequenzen an

Künftig soll es mehr Lern- und Übungszeiten geben. Und auch die frühkindliche Bildung in Kitas muss verbessert werden. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Nachrichten aus Mecklenburg-Vorpommern | 19.01.2023 | 15:00 Uhr

Mehr Nachrichten aus Mecklenburg-Vorpommern

Steve Springer, der Bürgermeister der Gemeinde Upahl, stellt auf der Bürgerversammlung Bürgerversammlung des Landkreises Nordwestmecklenburg zur Schaffung einer Gemeinschaftsunterkunft in der Gemeinde Upahl Fragen an den Innenminister. © dpa Foto: Jens Büttner

Nach Bürgerversammlung zu Upahl: Einwohner weiter unzufrieden

Im Dorf Upahl soll in der kommenden Woche mit dem Bau einer Flüchtlingsunterkunft begonnen werden. Auf Seiten der Einwohner gibt es Widerstand. mehr

NDR MV Highlights

Heinz Galling und Horst Hennings stehen in einem Angelkeller. © NDR
44 Min

Neu: Rute Raus als Videopodcast bei Youtube

Heinz Galling und Horst Hennings in der Schatzkammer: Horsts Angelkeller. Bei Haken, Mäuseködern & Knicklichtern im Gefrierfach. 44 Min

Moderator Stefan Kuna steht vor Glücksklee und wirft ein Hufeisen. © Ecki Raff; panthermedia Foto: Ecki Raff

NDR 1 Radio MV Bonuswochen: Jeden Morgen Chance auf 500 Euro

Heizen, Strom, Einkaufen - vieles wird teurer. Bei den Bonuswochen winkt die Chance auf 500 Euro von den VR-Banken. mehr

Lottokugeln fliegen vor blauem Hintergrund. © Fotolia Foto: ag visuell

Spielend gewinnen: Zeit ist Geld beim Quiz 6 in 49

Das schnellste Quiz in Mecklenburg-Vorpommern in der Stefan Kuna Show: Bewerben Sie sich jetzt zum Mitspielen. mehr

Podcast Akte Nord Stream 2 - Eine Pipeline unter Wasser © iStock Foto: golero

Akte Nord Stream 2 - Gas, Geld, Geheimnisse

Wie viel Einfluss übte Russland auf die Landesregierung in Mecklenburg-Vorpommern aus? In diesem Podcast öffnen wir die Akte Nord Stream 2. mehr