Der "Große Stein" auf dem Klosterberg in Altentreptow. © picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild Foto: Bernd Wüstneck

Großer Ärger um noch größeren Stein in Altentreptow

Stand: 24.02.2021 11:10 Uhr

Der "Große Stein" in Altentreptow wird für mehr als 200.000 Euro angehoben. Darauf haben sich die Stadtvertreter geeingt. Damit soll der Riesenfindling zur Attraktion für naturinteressierte Besucher werden. Der Bund der Steuerzahler kritisiert das Projekt.

Die Stadtvertreter von Altentreptow im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte haben es beschlossen und die Arbeiten haben auch schon begonnen: Am Klosterberg der Mecklenburgischen Kleinstadt wird der "Große Stein" - ein Riesenfindling von fast 400 Tonnen - angehoben. Bisher ist nur die Hälfte des etwa acht Meter langen, sechs Meter breiten und rund fünf Meter hohen Hammergranitstein zu sehen. Das ist aus Sicht der Stadtvertreter zu wenig, um als Touristenattraktion zu gelten.

Aktion soll Touristen nach Altentreptow locken

Zur Touristenattraktion soll der "Große Stein" aber nach den Plänen der Stadt werden. "Wie Beispiele mit Findlingen an anderen Orten beweisen, kann das Ganze eine Attraktion für Besucher aus nah und fern werden", sagte Bürgermeister Volker Bartl (parteilos) zu den Plänen. Das Areal soll daher zu einem touristischen Ausflugsziel umgestaltet werden. Der Stein muss dafür freigelegt und anschließend mit hydraulischen Pressen auf mehreren Fundamenten rund zwei Meter angehoben werden. Die Stadt gestaltet mit Finanzhilfen des Landes Mecklenburg-Vorpommern in dem Zusammenhang das gesamte Gelände am Klosterberg um.

Steuerzahlerbund kritisiert Verschwendung

Kritik am Projekt kommt Bund der Steuerzahler Mecklenburg-Vorpommern. Der Vorwurf an die Stadt lautet "mangelnde Sorgfalt im Umgang mit Steuermitteln". Die Kosten der Anhebung in Höhe von 244.000 Euro seien Verschwendung. Der Steuerzahlerbund hatte das Projekt ins "Schwarzbuch" aufgenommen. Das Gros der Kosten von rund 1,5 Millionen Euro für die Umgestaltung des gesamten Areals trägt das Land.

Stein aus der letzten Eiszeit

Der Stein am Altentreptower Klosterberg ist nach einem Schild der größte Findling auf dem Festland Deutschlands und gelangte mit der letzten Eiszeit vor etwa 10.000 Jahren hierher. Die jetzige Umgestaltung soll einen guten Monat dauern. Altentreptow hofft dann Touristen begrüßen zu können, die vorher die wenige Kilometer entfernten "Ivenacker Eichen" besucht haben.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 24.02.2021 | 10:10 Uhr

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