Stand: 29.09.2020 17:06 Uhr

Grenzüberschreitender Rettungsdienst mit Polen vereinbart

Deutscher und polnischer Grenzpfahl © dpa
Notfall-Patienten müssen an der Grenze zu Polen nicht mehr umgeladen werden. (Symbolbild)

Die grenzüberschreitende Rettung von Notfallpatienten auf dem Landweg zwischen Mecklenburg-Vorpommern und Polen steht jetzt auf solider rechtlicher Grundlage. Der Landkreis Vorpommern-Greifswald und das Wojewodschaftsamt Stettin haben eine entsprechende Kooperation im Rettungsdienst vereinbart. Bisher mussten Patienten bei einem Einsatz direkt am Grenzübergang vom deutschen in den polnischen Rettungswagen umgeladen werden und umgekehrt, das ist jetzt nicht mehr notwendig und spart somit wertvolle Zeit.

Einsatzgebiete und Alarmierungswege festgelegt

Das Umladen hatte unter anderem versicherungsrechtliche Gründe, da sich polnische Rettungskräfte selbst versichern müssen. Hier wurde nun eine Regelung gefunden. Außerdem wurden in der Vereinbarung Einsatzgebiete, Alarmierungswege und die Kosten für den Transport festgelegt. Mit dem Vertrag dürfen die Rettungswagen im jeweiligen Nachbarland zudem das Sondersignal nutzen. Seit einiger Zeit werden bereits deutsche und polnische Rettungskräfte gemeinsam in Misdroj auf Usedoms Nachbarinsel Wollin ausgebildet, auch in der jeweils anderen Sprache.

Grenzüberschreitende Luftrettung fehlt noch

Die Zusammenarbeit der Rettungsdienste ist Teil eines von der EU unterstützten Projektes, das seit dem Jahr 2017 in der Grenzregion läuft. Nach Angaben des Landrates von Vorpommern-Greifswald, Michael Sack (CDU), fehlt aber noch die Rechtsgrundlage für eine gemeinsame grenzüberschreitende Luftrettung. Auch die Kommunikationsmöglichkeiten zwischen den zuständigen Leitstellen soll technisch noch verbessert werden. Die gemeinsame Landgrenze von Mecklenburg-Vorpommern und Polen ist mehr als 60 Kilometer lang.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 29.09.2020 | 18:00 Uhr

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