Stand: 22.01.2020 14:48 Uhr

Erste Schiff-zu-Schiff-Betankung mit LNG in Rostock

Im Rostocker Seehafen ist erstmals ein Schiff von einem anderen Schiff mit Flüssiggas betankt worden. Dazu hatte am Morgen das nach Angaben des Betreibers Nauticor derzeit weltweit größte Bunkerschiff für Flüssigerdgas (LNG) - die "Kairos" - erstmals in Rostock festgemacht. In einer achtstündigen Prozedur betankt die "Kairos" die "Orion" am Liebherr-Kai. Die Übertragung des Gases erfolgte durch einen sogenannten kryogenen Schlauch, der Temperaturen von rund minus 160 Grad standhält. Die Prozedur soll bis zum Abend andauern.

Bebunkerung am Liebherr-Kai

Die 117 Meter lange "Kairos" hat eine Tankkapazität von 7.500 Kubikmetern. Sie war zunächst normal in den Hafen eingefahren, hatte gedreht und war dann an dem Schwerlastschiff "Orion" längsseits gegangen. Die "Orion" wird derzeit bei Liebherr mit neuen Kränen ausgestattet und dann offiziell in Betrieb genommen wird.

Weltweit 175 Schiffe mit LNG-Antrieb

Weltweit fahren aktuell 175 Schiffe mit LNG-Antrieb. Die "Kairos" war im Februar 2019 in Hamburg von CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer getauft worden und hat im März damit begonnen, andere Schiffe zu betanken. Seitdem wurden nach Unternehmensangaben rund 100 sogenannte Bebunkerungen durchgeführt. Nach Angaben von Nauticor sind derzeit weitere Schiffe mit größeren Kapazitäten im Bau. Die deutschlandweite Premiere dieser Art von Betankung war im vergangenen Oktober im Elbehafen Brunsbüttel über die Bühne gegangen.

LNG als umweltfreundlicher Schiffsantrieb

Das verflüssigte Erdgas gilt im Vergleich zu Schiffsdiesel als umweltfreundlicher, weil bei der Verbrennung deutlich weniger Schadstoffe entstehen. Laut dem maritimen Koordinator der Bundesregierung, Norbert Brackmann, ist derzeit das mit hohen Schadstoffemissionen verbundene Schweröl der vorherrschende Kraftstoff. Bei einem Wechsel hin zu Flüssigerdgas gehe der Ausstoß von Schwefeloxiden und Feinstaubpartikeln um fast 100 Prozent und der von Stickoxiden um mehr als 70 Prozent zurück.


22.01.2020 13:24 Uhr

Hinweis der Redaktion: In einer früheren Version des Artikels haben wir fälschlicherweise behauptet, das Schiff sei 170 Meter lang. Richtig ist, dass das Schiff eine Länge von 117 Metern hat.

 

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 22.01.2020 | 07:30 Uhr

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