Das Glossar zum Corona-Podcast

ACE2-Rezeptor

Enzym, welches das Virus braucht, um in die Zelle hineinzukommen. Das Angiotensin-konvertierende Enzym 2 dient verschiedenen Coronaviren zum Eintritt in die Zelle, darunter auch SARS-CoV-2.

Adjuvans

Ein Hilfsstoff, der die Wirkung eines Reagenz oder Wirkstoffs in einem Medikament verstärkt.

Aerosol

Ein Aerosol ist eine Mischung aus einem Gas und kleinsten Partikeln von Flüssigkeiten oder Feststoffen, zum Beispiel Wasserdampf oder Rauch. Beim Husten oder Niesen bilden die dabei freigesetzten kleinsten Tröpfchen in der Luft ein Aerosol.

Aminosäure

Der Grundbaustein von Proteinen, also Eiweißen, die in jeder Zelle vorkommen und entscheidende Funktionen übernehmen.

Amplifikation

Beschreibt die Vervielfältigung von Erbsubstanz wie DNA oder RNA.

Analoga

Analoga sind Stoffe, die Ähnlichkeit mit anderen Stoffen haben, weil sie zum Beispiel eine ähnliche äußere Struktur haben (strukturelle Analoga) oder ähnliche Funktionen ausüben (funktionelle Analoga).

Antibody-Dependent-Enhancement-Beobachtung

Antibody-Dependent-Enhancement (ADE) beschreibt ein Prinzip, bei dem Viren das Immunsystem nutzen, um den Organismus noch effektiver und massiver zu infizieren. Infektionsverstärkende Antikörper binden an die Oberfläche der Viren, bekämpfen sie aber nicht, sondern sorgen dafür, dass sie besser von der Zelle aufgenommen werden können. Die Vermehrung der Viren wird so gefördert.

Antigen

Eiweiße, die das Immunsystem als fremd erkennt und zu deren Abwehr es Antikörper bildet.

Antikörper

Körpereigene Abwehrstoffe. Proteine, die das Immunsystem bei einer Infektion speziell gegen den jeweiligen Krankheitserreger produziert.

Applizieren

Medizinischer Fachbegriff für die Verabreichung eines Medikaments oder Impfstoffs.

Asymptomatisch

Wenn jemand keine Symptome zeigt.

ATPase

Kurzform von Adenosintriphosphatase. ATPasen sind Enzyme, die in Zellen kleinste Moleküle oder Ionen transportieren oder Energie für biochemische Vorgänge in Zellen liefern.

Attack-Rate

Beschreibt, wie ansteckend eine Krankheit ist: Wie viele Menschen von denen, die sich infiziert haben könnten, haben sich tatsächlich infiziert?

Attenuiert

Wird ein Krankheitserreger attenuiert, werden seine krankmachenden Eigenschaften gezielt abgeschwächt, er ist dann also weniger virulent. Attenuierung kommt zum Beispiel bei Impfstoffen vor, in denen der Erreger, gegen den die Impfung schützen soll, attenuiert enthalten ist.

Autophagie

(auch: Autophagozytose) ist ein Recyclingprogramm, das die Zellen gesund und leistungsfähig hält. Der Begriff bezeichnet die Fähigkeit von Zellen, eigene Bestandteile abzubauen, darunter auch eingedrungene Fremdproteine.

Autophagosomen

Zellorganellen, die während der Autophagie entstehen.

Avidität

Beschreibt, wie „gierig“ ein Antikörper nach Erregern ist. Je avider ein Antikörper ist, desto besser bindet er Erreger.

B-Zellen

Zellen des Immunsystems. Sie sind für die Bildung von Antikörpern zuständig.

Basenpaar

Bestimmte Basen (Nukleinbasen) sind Bausteine der Erbsubstanz (DNA, RNA). Ein Basenpaar besteht aus zwei zueinender passenden Basen. Das Prinzip dieser Paarung ermöglicht dem Körper das Ablesen und die Weitergabe seiner genetischen Information.

Bevölkerungsimmunität

Gibt an, wie viele Menschen gegen einen bestimmten Erreger unempfindlich sind, weil sie die Infektion bereits durchgemacht haben oder geimpft sind. Bei einem neuartigen Erreger wie SARS-CoV-2 besteht zunächst keinerlei Bevölkerungsimmunität.

Bias

Ein systematischer (nicht zufälliger) Fehler in Daten einer Studie, der zu einer Verzerrung dieser Daten führt. (Bias ist ein Merkmal der Daten.) Beispiel: Bei der Auswahl von Studienteilnehmern werden Personen mit bestimmten Eigenschaften (z.B. Menschen, die sich tagsüber zu Hause aufhalten) ungewollt mit höherer Wahrscheinlichkeit berücksichtigt als andere. Dadurch kommt es zu einem erhöhten Anteil dieser Personen in der Studienpopulation, die damit nicht repräsentativ für die Grundgesamtheit ist (Selektionsbias).

Bluetooth

Ein Standard zur kabellosen Datenübertragung zwischen Geräten über kurze Distanz.

CEPI

Abkürzung für Coalition for Epidemic Preparedness Innovations, deutsch etwa Koalition für Innovationen in der Epidemievorbeugung. Eine weltweite Allianz von Regierungen, der Weltgesundheitsorganisation, der EU-Kommission, der Impfstoffindustrie, Forschungseinrichtungen und privaten Geldgebenden. Ziel ist der Aufbau eines Forschungsnetzwerks zur Entwicklung neuer Impfstoffe insbesondere bei der Gefahr von Epidemien und Pandemien.

Chloroquin

Ein Medikament, mit dem Malaria behandelt wird.

Cluster

In der Epidemiologie: Eine Häufung von Krankheitsfällen in einem bestimmten Zeitraum oder Gebiet.

Compassionate Use

Deutsch etwa Anwendung aus Mitgefühl. Härtefallprogramme für die Behandlung eines schwer erkrankten Patienten mit einem Medikament, das (noch) nicht oder nur für andere Indikationen zugelassen ist. Dies geschieht nur unter sehr engen Voraussetzungen.

Contact Tracing

Deutsch etwa Kontaktverfolgung. Eine Methode aus der Epidemiologie, die erreichen soll, dass alle Personen gefunden werden, die mit einem Infizierten Kontakt hatten. Diese Personen werden dann auf den Kontakt mit dem Infizierten hingewiesen und erhalten Handlungsempfehlungen oder -anweisungen. Um die Ausbreitung von SARS-CoV-2 einzudämmen, erwägen Forschende die Nutzung von Contact-Tracing-Apps für Smartphones, die mit Bluetooth arbeiten.

Confounder

Störfaktor in epidemiologischen Studien, der die Interpretation von Kausalzusammenhängen verfälschen kann. Ein Confounder kann mit den untersuchten Personen, aber auch mit externen Bedingungen zusammenhängen

Coronavirus

Dieser Begriff beschreibt alle Viren, die in der Vergrößerung so aussehen, als hätten sie eine Corona (wie die Sonne). Das neuartige Coronavirus heißt SARS-CoV-2.

COVID-19

Abkürzung für englisch coronavirus disease 2019 = deutsch Coronavirus-Krankheit 2019. Das ist die Erkrankung der Atemwege, die durch das neuartige Coronavirus SARS-CoV-2 ausgelöst wird.

CT

Abkürzung für Computertomographie. Bildgebendes Verfahren, bei dem mit Hilfe von Röntgenstrahlen detaillierte mehrschichtige Aufnahmen aus dem Inneren des Körpers gemacht werden.

Diffusions-Phänomene

Selbstdurchmischungs-Phänomene

Dispersion

Verteilung der Inzidenz einer Krankheit mit besonderem Blick auf gleichmäßige oder ungleichmäßige Ausbreitung.

Dispersions-Faktor

Bedingungen, die ein Virus benötigt, um sich besonders schnell von einer oder wenigen Personen auf eine große Gruppe zu übertragen.

DNA

Englische Abkürzung für Desoxyribonukleinsäure, kurz: DNS. Darin sind die genetischen Informationen, also die Erbinformationen eines Lebewesens gespeichert. Die DNA besteht aus Basenpaaren.

Durchseuchung

Auch Prävalenz. Gibt an, wie viele Menschen in einer Gruppe, zum Beispiel Bewohner eines Landes, mit einem Krankheitserreger infiziert oder an einer Erkrankung erkrankt sind oder waren.

Einschleppung

Wenn jemand eine Krankheit von außen unabsichtlich mit rein bringt.

Elimination

Beseitigung eines Krankheitserregers im Körper durch das Immunsystem.

ELISA-Test

Englische Abkürzung für Enzym-linked immunosorbent assay = deutsch etwa Enzym-basierter Immuntest. Das ist ein Test, mit dem die Konzentration von Antikörpern im Blut bestimmt wird.

Enzym

Biologischer Katalysator. Enzyme bestehen aus Proteinen und steuern biochemische Abläufe in Lebewesen, zum Beispiel die Verdauung oder die Vervielfältigung von DNA.

Epidemie

Der Ausbruch einer Krankheit bei vielen Menschen in einem begrenzten Gebiet.

Epidemiologe

Ein Wissenschaftler, der sich mit der Ausbreitung von Erkrankungen beschäftigt.

Epidemiologie

Das ist die Wissenschaft, die sich mit der Ausbreitung von Erkrankungen beschäftigt.

Epitop

Der Teil eines Antigens, der eine Reaktion des Immunsystems verursacht.

Evidenz

Eine gesicherte wissenschaftliche Erkenntnis.

Evolution

Beschreibt die beschreibt die Entwicklung des Lebens auf der Erde von frühesten Formen bis zur heutigen Vielfalt der Lebenwesen. Im Podcast ist in der Regel die Weiterentwicklung des SARS-CoV-2 gemeint.

Exazerbation

Beschreibt eine deutliche Verschlechterung einer chronischen Erkrankung wie Asthma.

Exponentialfunktion

Ein bestimmtes Rechenmodell, bei dem eine Zahl immer weiter multipliziert wird. Dadurch wird das Ergebnis immer größer und größer.

Exposition

Einem Krankheitserreger ausgesetzt sein.

Expression

Auch Genexpression. Der Prozess der Herstellung von Proteinen aus genetischen Informationen.

Fallsterblichkeit

Gibt an, wieviele der der registrierten Fälle an einer bestimmten Infektion versterben.

Falsch negativ

Wenn man sich testen lässt und der Test sagt: man sei nicht vom Coronavirus betroffen, dabei hat man es doch. Der Test hat also fälschlicherweise ein negatives Ergebnis geliefert.

Falsch positiv

Wenn man sich testen lässt und der Test sagt: man sei vom Coronavirus betroffen, dabei hat man es nicht. Der Test hat also fälschlicherweise ein positives Ergebnis geliefert.

FFP-Maske

Abkürzung für englisch filtering face piece = deutsch partikelfiltrierende Halbmaske. Atemschutzmaske, die vor dem Einatmen von kleinen und kleinsten Partikeln schützt, die gesundheitsschädlich sein können, zum Beispiel weil sie Viren enthalten.

Furin-Spaltstelle

Perforationsstelle im Protein des SARS.CoV-2 Virus.

Genetik

Die Wissenschaft, die sich mit der Vererbung und den weiteren Funktionen der Gene und des Genoms befasst.

Genom

Auch Erbgut. Die vollständige Erbinformation eines Lebewesens oder Virus.

Grundimmunität

Eine vollständige, teils zeitlich begrenzte Immunität gegen eine Infektionskrankheit durch eine Impfung. Zur Aufrechterhaltung des Schutzes müssen möglicherweise weitere Impfungen zur Auffrischung erfolgen.

Herdenimmunität

Wenn eine bestimmte Zahl von Menschen gegen einen Krankheitserreger immun ist, kann sich der Erreger nicht weiter ausbreiten. Dadurch sind dann auch die Menschen relativ gut vor der Erkrankung geschützt, die selbst nicht immun sind.

Hintergrundinfektion

Eine Infektion mit einem Krankheitserreger, die unbemerkt bleibt, weil sie zum Beispiel asymptomatisch verläuft.

Hospitalisierung

Jemanden ins Krankenhaus einweisen.

Humoral

Die humorale Abwehr bezeichnet die nicht-zellulären Teile des Immunsystems, also beispielsweise die Antikörper.

IgM-Antikörper

Abkürzung für Immunglobuline M. Ein spezieller Typ von Antikörpern. Sie gehören zur primären Immunantwort, IgM-Antikörper sind also eine der ersten Reaktionen des Immunsystems bei Kontakt mit Antigenen. Daher steigt ihr Wert im Blut zu Beginn einer Infektion besonders schnell an.

IgG-Antikörper

Abkürzung für Immunglobuline G. Sie gehören mit den IgM- Antikörpern zu den wichtigsten Abwehrstoffen im Blut. Sie sind sogenannte Zweit-Antikörper und werden erst nach den IgM-Antikörpern gebildet - passen sich dann aber besser an den Erreger an. Die IgG-Antikörper bleiben länger im Körper als die IgM-Antikörper.

Immunität

Nichtanfälligkeit. Immun ist, wer bereits spezielle Abwehrstoffe gegen einen Krankheitserreger gebildet hat. Dieser Schutz vor Erkrankung ensteht, wenn die Person die Infektion bereits durchgemacht oder eine Impfung erhalten hat.

Immunologie

Die Wissenschaft, die sich mit dem Immunsystem befasst.

Immunpathogenese

Die Entstehung von Erkrankungen und Schäden an körpereigenen Geweben, die das Immunsystem bei der Bekämpfung eines Krankheitserregers verursacht.

Immunsystem

Das System eines Menschen oder Tiers zur Abwehr von Krankheiten.

Immunsuppression

Unterdrückung des Immunsystems. Das kann ein bewusst herbeigeführter Zustand sein, beispielsweise nach einer Organtransplantation oder zur Behandlung von Autoimmunerkrankungen. Immunsuppression kann aber auch als Folge von Krankheiten, beispielsweise AIDS, entstehen.

Indexpatient

Die Person, von der die Ausbreitung einer Krankheit ihren gesicherten oder mutmaßlichen Ausgang genommen hat, wie dies bei Infektions- oder Erbkrankheiten der Fall ist, die sich infektiös oder genetisch verbreiten.

Indikation

Eine Erkrankung oder eine Situation, die eine bestimmte medizinische Behandlung begründet. Gegensatz zu Kontraindikation.

Infektionskette

Eine Reihe von Infektionen, die dadurch entstehen, dass eine Person andere Personen ansteckt, die wiederum weitere Personen anstecken.

Infektionssterblichkeit

Gibt an, wieviele der Infizierten an einer bestimmten Infektion versterben.

Infektiosität

Beschreibt, wie ansteckend ein Krankheitserreger ist. Je ansteckender ein Erreger ist, desto infektiöser ist er. Ein Faktor dafür ist die Virulenz. Die Infektiosität eines Krankheitserregers verändert sich während einer Infektion in der Regel.

Infiltrat

Im Podcast ist in der Regel das Lungeninfiltrat gemeint: Verdichtung des Lungengewebes durch eine Entzündung zum Beispiel aufgrund einer Infektion.

Inflammation

Medizinischer Fachbegriff für Entzündung.

Infection-Sensing oder Immune-Sensing

In der Anfangsphase der Virusreplikation wird das Virus von den Schleimhautzellen bemerkt. Dadurch wird eine lokale Immunreaktion vor allem des angeborenen Immunsystems ausgelöst.

infundieren

Einem Patienten ein Medikament oder eine Flüssigkeit als Infusion, also über einen Tropf direkt ins Blut geben.

Inkubationszeit

Die Zeit, die zwischen der Ansteckung mit einem Krankheitserreger und den ersten Symptomen liegt.

Interferon

Proteine, die in menschlichen Zellen gebildet werden und eine erste Abwehrschranke gegen Virusinfektionen darstellen.

Inzidenz

Häufigkeit des Auftretens neuer Ereignisse (Infektionen, Erkrankungen u. a.) in einem bestimmten Zeitraum, in diesem Fall: Neuinfektionsrate. Die Inzidenz bezeichnet z.B. das absolute Risiko, unter bestimmten Bedingungen zu erkranken.

Kaletra

Deutscher Handelsname der Kombination der HIV-Medikamente Lopinavir und Ritonavir.

Katecholamine

Fachbegriff für kreislaufstützende Medikamente.

Kohorte

Ein Gruppe von Menschen, die beispielsweise im Rahmen einer wissenschaftlichen Studie beobachtet wird. Der Begriff wird in der Wissenschaft auch verwendet für eine Gruppe von Menschen bestimmten Alters.

Konfidenzintervall

(auch Vertrauensbereich) ist ein Begriff aus der Statistik. Er beschreibt den rechnerischen Bereich, innerhalb dessen sich ein Parameter in der Realität bewegt (zum Beispiel ein Mittelwert).

Konsiliarlabor

Ein Labor, das besonderes Fachwissen für einen bestimmten Krankheitserreger vorweisen kann und andere Labore und Institutionen dazu berät.

Kontaktübertragung

Auch Kontaktinfektion. Übertragung eines Erregers durch direkten Kontakt mit einer infizierten Person, beispielsweise über infektiöse Tröpfchen. Eine Sonderform ist dabei die indirekte Übertragung über einen Gegenstand oder eine Oberfläche, was hauptsächlich bei Darminfektionen eine Rolle spielt und dann auch als Schmierinfektion bezeichnet wird.

Kontraindikation

Auch Gegenanzeige. Eine Erkrankung oder eine Situation, die eine bestimmte medizinische Behandlung oder Diagnosemethode verbietet. So dürfen einige Medikamente zum Beispiel nicht während einer Schwangerschaft oder eingenommen werden, manche Menschen dürfen bestimmte Medikamente aufgrund von Allergien nicht einnehmen. Gegensatz zu Indikation.

Kreuzreaktivität

… ist die Fähigkeit eines Antikörpers, sich an verschiedene Antigene zu binden. Diese verschiedenen Antigene besitzen meist sehr ähnliche oder sogar identische Epitope.

Lateral-Flow-Device

Deutsch etwa Testeinheit mit seitlichem Fluss, meist in Form von Teststreifen wie bei einem Schwangerschaftstest. Damit lassen sich bestimmte Stoffe, beispielsweise Antikörper, mit geringem Aufwand nachweisen.

Letalität

Ein Maß zur Charakterisierung der Tödlichkeit einer Krankheit, bezeichnet das Verhältnis der Todesfälle zur Anzahl der Erkrankten (s. Fallsterblichkeit).

Lockdown

Englisch für Absperrung. Schließung öffentlicher Einrichtungen sowie Einschränkung des öffentlichen Lebens.

Makromoleküle

Sind sehr große Moleküle (Riesenmoleküle), die eine hohe Molekülmasse haben.

MERS

Abkürzung für englisch Middle East respiratory syndrome. Schwere Erkrankung der tiefen Atemwege und der Lunge, die durch das 2012 identifizierte MERS-Coronavirus verursacht wird.

Mikrokompartimente

Kleine Räume innerhalb von Zellen.

Modellierung

Eine wissenschaftliche Berechnung, die zeigen soll, welche Auswirkungen eine Situation unter welchen Voraussetzungen haben könnte.

Molarität

Veraltete chemische Bezeichnung für die Stoffmengenkonzentration. Sie beschreibt wie viel eines Stoffes in einem bestimmten Flüssigkeitsvolumen gelöst ist (Einheit mol/l).

Molekulardiagnostik

Bezeichnung derjenigen Diagnosemethoden, die auf der Analyse von DNA und RNA basieren oder spezielle Proteine von Erregern in einer Probe aufspüren.

Monozyten

Monozyten sind Zellen des Immunsystems. Sie wandern ins körpereigene Gewebe und verwandeln sich dort zu Makrophagen, also Fresszellen, die Erreger umschließen und so unschädlich machen, also – vereinfacht ausgedrückt – auffressen. Außerdem sind Monozyten an der Bildung von Antikörpern beteiligt.

Mutation

Eine spontane, dauerhafte Veränderung im Erbgut eines Lebewesens oder Virus, die auch an nachfolgende Generationen weitergegeben wird.

MVA

Abkürzung für Modified-Vaccinia-Ankara-Virus. Ein attenuiertes Pockenvirus, das als viraler Vektor verwendet wird.

Neu-Incident

Ein neuer Fall beispielsweise einer Erkrankung.

Neuropilin

Neuropilin ist ein Proteinrezeptor in der Zellmembran, der Signale in das Zellinnere weiterleitet.

Nowcast

Nowcasting ist eine statistische Vorhersagemethode. Damit wird versucht, den Jetzt-Zustand auf der Grundlage zurückliegender Daten mit Hilfe mathematischer Funktionen zu schätzen, wenn noch nicht alle aktuellen Daten vorliegen.

Nukleinsäure

Überbegriff für DNA und RNA.

Off-Label-Use

Deutsch: zulassungsüberschreitende Anwendung. Die Behandlung einer Erkrankung mit einem Medikament, das eigentlich nur für die Behandlung anderer Erkrankungen zugelassen ist.

Pandemie

Der Ausbruch einer Krankheit bei vielen Menschen weltweit.

Pathogenese

Entstehung und Entwicklung einer Krankheit inklusive Krankheitsverlauf, mit allen daran beteiligten Einflussgrößen.

PCR

Siehe Polymerase-Kettenreaktion.

Peer-Review-Verfahren

Ist ein Verfahren zur Qualitätssicherung einer wissenschaftlichen Arbeit oder eines Projektes durch unabhängige Gutachter aus dem gleichen Fachgebiet.

Peptide

Kettenmoleküle, die aus Aminosäuren aufgebaut sind.

Phänotyp

Definition eines bestimmten Erregertyps auf Grund seiner sich manifestierenden Merkmale, seiner Erscheinungsform.

Pharmakokinetik

Teilbereich der Pharmakologie, also der Wissenschaft von den Wechselwirkungen zwischen Wirkstoffen und Lebewesen. Die Pharmakokinetik befasst sich mit den Prozessen, die auf einen Wirk- oder Impfstoff im Körper einwirken, beispielsweise die Aufnahme des Stoffs ins Gewebe und das Kreislaufsystem und die Verteilung des Stoffs im Körper.

Phylogenetischer Stammbaum

Zeigt und beschreibt die Verwandtschaftsbeziehungen zwischen Lebewesen oder Viren auf Grundlage des Genoms.

Plasma

Wässriger Bestandteil des Blutes, der unter anderem Antikörper und – im Gegensatz zum Serum – auch Eiweiße für die Blutgerinnung enthält.

Plasmid

Außerhalb der Chromosomen vorkommender Erbträger in Bakterien.

Pneumonie

Fachbegriff für Lungenentzündung.

Polymerase

Enzym, das in Zellen für die Vervielfältigung von DNA bzw. RNA zuständig ist.

Polymerase-Kettenreaktion

Eine Methode, um das Ergbut beispielsweise eines Virus im Labor zu vervielfältigen, sodass sich die Infektion mit einem Virus nachweisen lässt.

Population (unter infektionsepidemiologischem Aspekt)

Bevölkerung, Einwohner, Gruppe von Personen in einem bestimmten Raum oder Zusammenhang als Bezugsgröße für epidemiologisch relevante Ereignisse in dieser Gesamtheit.

Prädisposition

Anfälligkeit für eine bestimmte Krankheit.

Prävalenz

Epidemiologische Maßzahl zur Angabe der Häufigkeit einer Erkrankung bzw. des Ausmaßes einer Verbreitung von Merkmalen (bspw. Antikörperprävalenz) innerhalb einer bestimmten Bevölkerung in einem zeitlichen vorgegebenen Rahmen.

Preprint

Vorab-Veröffentlichung wissenschaftlicher Texte, bevor diese in einem wissenschaftlichen Journal abgedruckt werden.

Protein

Umgangssprachlich Eiweiß. Proteine nehmen unterschiedliche Funktionen im Körper wahr. So sind sie beispielweise die Bausteine von Zellen oder steuern als Enzyme den Stoffwechsel. Proteine bestehen aus Aminosäuren.

R0-Wert

Siehe Reproduktionsziffer.

Reagenz

Ein Stoff, der im Labor zum Nachweis eines anderen Stoffes benutzt wird.

Remdesivir

Medikament, das gegen Ebola-Viren entwickelt wurde und jetzt in Studien zur Therapie bei schwer erkrankten COVID-19-Patienten getestet wird.

Replizieren

Die Vermehrung eines Virus.

Reproduktionszahl

Auch Basisreproduktionszahl. Beschreibt, wie ansteckend eine Krankheit ist, wenn noch niemand immun gegen den Erreger ist: Wie viele andere Menschen steckt ein infizierter Menschen durchschnittlich an? Bei SARS-CoV-2 steckt ein Infizierter 2 bis 3 weitere Menschen an. Liegt die Ziffer bei 1, kommt die Epidemie zum Stillstand. Erst wenn die Zahl kleiner als 1 wird, ebbt die Epidemie ab.

Respiration

Fachbegriff für Atmung.

Respirationstrakt

Alle Körperteile und Organe, die an der Atmung beteiligt sind.

Reverse Genetik

Instrument der molekularen Genetik. Das klassische Prinzip wird hier umgekehrt: Ein Genabschnitt wird gezielt verändert, um die Auswirkung auf die Funktion einer Zelle zu beobachten. So können Aussagen über genetisches Potenzial gefunden werden.

Rezeptor

Rezeptoren an der Außenhülle einer Zelle sind Proteine mit einer Passform für bestimmte Botenstoffe oder Hormone, die an den Rezeptor andocken. Das ist vergleichbar mit dem Schlüssel-Schloss-Prinzip: Der Rezeptor ist das Schloss und der Botenstoff oder das Hormon der dazu passende Schlüssel. So werden Signale an Zellen weitergegeben, die dann zum Beispiel bestimmte Vorgänge im Zellinnern starten.

Ribosom

Bestandteil einer Zelle, der aus der DNA-Information Proteine herstellt.

RNA

Englische Abkürzung für Ribonukleinsäure. Ein kürzerer Strang mit Erbinformationen, der in Zellen beispielsweise bei der Herstellung von Proteinen und für andere Prozesse innerhalb einer Zelle benötigt wird. Wird RNA von einer Zelle hergestellt, ist sie eine Übersetzung eines Teils der DNA der Zelle. Im Gegensatz zur DNA liegt RNA nicht als Doppelstrang vor.

RNA-Virus

Während Erbinformationen in Zellen als DNA gespeichert werden, nutzen die meisten Viren dafür RNA. Coronaviren gehören zu den RNA-Viren. Da sie keinen eigenen Stoffwechsel besitzen, müssen sie ihre RNA zur Vermehrung in die Zelle eines Lebenwesens einschleusen.

SARS

Abkürzung für Schweres Akutes Respiratorisches Syndrom. Erkrankung der Atemwege und Lunge, die durch das 2003 identifizierte SARS-Coronavirus verursacht wird.

SARS-2

Siehe SARS-CoV-2.

SARS-CoV-2

Abkürzung für SARS-Coronavirus-2. Das ist der wissenschaftliche Name des neuartigen Virus.

Schmierinfektion

Siehe Kontaktübertragung.

Selektion

Prozess in der Evolution, bei dem sich diejenigen Individuen oder Viren gegen Andere durchsetzen, die die beste Fähigkeit zum Überleben haben.

Sequenz

Die Abfolge von Basenpaaren in der DNA oder Basen in der RNA.

Sequenzierung

Das Verfahren zur Bestimmung einer DNA- oder RNA-Sequenz.

Serielles Intervall

Englisch serial interval. Beschreibt die durchschnittliche Zeit zwischen dem Beginn der Erkrankung bei einem Patienten bis zum Beginn der Erkrankung eines von ihm angesteckten Patienten.

Serologie

Teilgebiet der Immunologie, das sich mit der Untersuchung von Antigen-Antikörper-Reaktionen im Labor befasst.

Serokonversion

… beschreibt das nachweisbare Auftreten von spezifischen Antikörpern im Blut gegen bestimmte Antigene nach einer Infektion oder Impfung.

Serum

Wässriger Bestandteil des Blutes, der unter anderem Antikörper enthält, im Gegensatz zum Plasma jedoch keine Eiweiße für die Blutgerinnung.

Signaltransduktion

(auch: Signalübermittlung) ist ein Prozess, mit dem Zellen zum Beispiel auf äußere Reize reagieren, diese umwandeln, als Signal in das Zellinnere weiterleiten und über eine Signalkette einen zellulären Effekt - eine "Antwort" hervorrufen.

Single Nucleotide Polymorphism (SNP)

Intraindividuell vorkommender Einzelnukleotid-Polymorphismus, bezeichnet Stellen im Virusgenom, die innerhalb von einem einzelnen Patienten unterschiedlich ausgeprägt sind.

Social distancing

Deutsch: Räumliche Distanzierung. Ein Mittel, um die Verbreitung von Krankheitserregern zu verringern, indem Menschen größeren Abstand voneinander halten, sodass sie sich nicht mehr gegenseitig anstecken können.

Spike-Protein

Das Protein auf der Oberfläche eines Virus, mit dem es an Zellen andockt, um in das Innere von Zellen einzudringen.

Sterilisieren

Alle Krankheitserreger auf Gegenständen und Oberflächen abtöten.

Stochastik

Oberbegriff für Wahrscheinlichkeitstheorie und mathematische Statistik. Ein Teilgebiet der Statistik, das sich mit der Untersuchung vom Zufall abhängiger Ereignisse und Prozesse befasst.

Surveillance

Deutsch Überwachung. Bezeichnet in der Epidemiologie die kontinuierliche systematische Sammlung, Analyse und Interpretation von Daten über eine Erkrankung, beispielsweise die Geschwindigkeit der Ausbreitung und die Zahlen von Infizierten und Todesfällen.

T-Helferzellen

Unterart der T-Zellen. Sie regen B-Zellen zur Bildung von Antikörpern an.

T-Zellen

Zellen des Immunsystems. Sie erkennen körperfremde Antigene und lösen unterschiedliche Abwehrreaktionen des Immunsystems aus.

Titer

Maßzahl, die angibt, wie oft zum Beispiel das Serum eines Menschen verdünnt werden kann, bis keine Antikörper mehr darin nachgewiesen werden können.

Titration

Vorgang zur Bestimmung des Titers. Dabei wird im Labor zum Beispiel das Serum eines Menschen so oft verdünnt, bis keine Antikörper mehr darin nachgewiesen werden können.

Totimpfstoff

Ein Impfstoff, der als Antigen inaktivierte Erreger, Erregerbestandteile oder entgiftete Toxine enthält. Totimpfstoffe werden etwa bei der Tetanus- und der Polioimpfung verwendet. In der Regel sind mehrere Gaben des Impfstoffs bzw. eine regelmäßige Auffrischung des Impfschutzes erforderlich.

Transkriptom

Bezeichnet die Gesamtheit aller RNA-Stränge in einer Zelle, die aus einer Übersetzung (= Transkription) der zelleigenen DNA in RNA entstanden sind, zu einem bestimmten Zeitpunkt.

Transmembranserinprotease2 (englisch: TMPRSS2)

Das Enzym spielt gemeinsam mit dem ACE2-Rezeptor eine Rolle beim Zelleintritt von Coronaviren.

Triage

Ein Verfahren, mit dem insbesondere bei einem unerwartet hohen Aufkommen von Patienten und einem Mangel an Behandlungsressourcen priorisiert wird, welche Patienten wann welche Hilfeleistung bekommen.

Tröpfchenübertragung

Wenn Krankheitserreger über kleine Tröpfchen von Körperflüssigkeiten wie Speichel, Lungen- oder Nasensekret übertragen werden, die zum Beispiel beim Husten und Niesen freigesetzt werden.

U-Kurve

Eine Diagrammkurve, die an den Außenseiten sehr hoch ausschlägt.

Übersterblichkeit

… liegt vor, wenn beispielsweise durch eine jahreszeitlich gehäufte Erkrankungen mehr Menschen versterben als im Durchschnitt.

Vakzine

Fachbegriff für Impfstoff.

Vektor

Virale Vektoren sind Viren, die im Labor so verändert werden, dass sie bestimmtes genetisches Material tragen und dieses beispielsweise gezielt in körpereigene Zellen einschleusen. Forschende arbeiten im Falle von SARS-CoV-2 an einem Vektorimpfstoff, der mit MVA als viralem Vektor den genetische Bauplan für das Spike-Protein von SARS-CoV-2 in Zellen einschleust, sodass die Zellen dieses Protein selbst herstellen. Das Immunsystem erkennt das Protein dann als körperfremd, bildet spezifische Antikörper und T-Zellen und entwickelt so eine Immunität gegen SARS-CoV-2.

Verschleppung

… beschreibt, wenn beispielsweise ein Virus durch einen reisenden Infizierten in andere Regionen weitergetragen wird und dort weitere Menschen angesteckt werden.

Virulenz

… beschreibt, wie aggressiv, schädigend und krankmachend ein Erreger ist. Wenn ein Erreger besonders leicht an Zellen haften bleibt, in Zellen eindringen kann, sich schnell vermehrt und dabei das Gewebe nachhaltig zerstört, ist er besonders virulent.

Virus

Krankheitserreger, der in die Zellen eines Lebewesens eindringt und diese zur Vermehrung nutzt.

Viruskonzentration

… gibt an, wie viele Viren sich in bestimmten Gewebe befinden, beispielsweise im Rachen oder in der Lunge.

Vulnerabilität

Die Anfälligkeit, an einer Krankheit zu erkranken. Wer besonders gefährdet ist, an einer Krankheit zu erkranken, ist besonders vulnerabel.

W-Kurve

Eine Diagrammkurve, die an den Außenseiten sehr hoch ausschlägt und einen kleineren Ausschlag in der Mitte zeigt.

Zellkultur

Tierische oder pflanzliche Zellen, die unabhängig von einem Lebewesen zum Beispiel für Untersuchungen im Labor vermehrt werden.

Zoonose

Krankheiten, die natürlicherweise von Tieren auf Menschen und umgekehrt übertragbar sind.

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