Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) nimmt einen Mundschutz ab. © picture alliance/dpa Foto: Christian Charisius

Tschentscher: Letzte Chance, kompletten Lockdown zu verhindern

Stand: 31.10.2020 06:45 Uhr

Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) appelliert an die Hamburger und Hamburgerinnen, sich an die neuen Corona-Regeln zu halten. Er sieht darin die letzte Chance, einen kompletten Lockdown zu verhindern.

Kultur und Kneipen in Hamburg könnten noch länger geschlossen bleiben, als bislang geplant. Er sei zwar überzeugt, dass die harten Corona-Regeln etwas bringen, sagte Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD). Niemand wisse aber, wie es im Dezember weiter gehe. "Wir werden jetzt erst einmal diese Welle brechen, " so Tschentscher.

Wird es Weihnachtsmärkte geben?

Aus seiner Sicht sind die neuen Regeln, die ab Montag gelten, die letzte Chance, einen kompletten Lockdown zu verhindern. "Den wirklichen, kompletten Lockdown zu verhindern, das ist unser Ziel", sagte er. "Je erfolgreicher wir sind mit den Maßnahmen, desto größer ist die Chance, dass wir dann auch mit etwas geringeren Beschränkungen auf Weihnachtsfest zugehen können", so Tschentscher. Es komme bei jedem Einzelnen darauf an, sich an die Regeln zu halten, appellierte der Bürgermeister. Er wollte sich nicht festlegen, wie stark die Zahl der Neuinfektionen sinken muss, damit die Maßnahmen wieder gelockert werden können. Auch ob es Weihnachtsmärkte in Hamburg geben darf, ließ Tschentscher offen. "Wir haben sehr dunkle Monate vor uns. Und ob wir im Dezember so weit sind, dass wir an Weihnachtsmärkte denken können, das steht jetzt wirklich sehr weit in der Prioritätenliste hinten."

Polizei könnte Privatpartys auflösen

Die Hamburger Polizei will die Einhaltung der neuen Corona-Auflagen verstärkt kontrollieren. Innensenator Andy Grote (SPD) hatte angekündigt, dass Beamte bei Hinweisen Privatpartys auflösen werden und Bußgelder verhängen werden.

Entspannung auf UKE-Station

Derweil beobachtet Sozialsenatorin Melanie Leonhard (SPD) die Lage in den Krankenhäusern mit Sorge. Dort werden inzwischen 150 Corona-Patienten behandelt, 39 davon auf Intensivstationen. Wegen der nach wie vor hohen Zahl an Neuinfektionen dürfte diese Zahl weiter steigen, so Leonhard. Entspannung zeichnet sich dagegen auf der Transplantations-Station des UKE ab. Dort waren mehrere Patienten und Pflegekräfte positiv auf das Virus getestet worden - neue Fälle kamen aber am Freitag nicht mehr dazu.

 

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 31.10.2020 | 07:00 Uhr

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