Stand: 18.09.2020 06:10 Uhr

Schanzen-Bar "Katze": Acht Corona-Fälle und eine Panne

Die Bar "Katze" im Hamburger Schanzenviertel. © picture alliance/rtn - radio tele nord Foto: rtn, frank bründel
Der Betreiber der "Katze" hat die Bar freiwillig geschlossen.

Nach dem Corona-Ausbruch in der Bar "Katze" im Hamburger Schanzenviertel gehen die Behörden von rund 600 Menschen aus, die betroffen sein könnten. 500 davon aus nahezu allen Hamburger Bezirken, die das Lokal am 5., 8. oder 9. September besucht hatten, habe man bereits erreicht, sagte der Sprecher der Sozialbehörde, Martin Helfrich. Viele seien schon in Quarantäne. Bislang sind nach Angaben der Behörde acht Corona-Tests positiv ausgefallen, davon die Hälfte bei Beschäftigten der Bar.

"Einige haben Fantasie-Namen eingetragen"

Nach etwa 100 Bar-Besucherinnen und -Besuchern werde noch gesucht. Etliche Gäste hätten falsche Kontaktdaten angegeben, sagte Helfrich. "Einige haben Fantasie-Namen eingetragen." Einen Überblick, wie viele der infrage kommenden Gäste sich in der Bar tatsächlich infiziert haben, werde es wahrscheinlich erst in der kommenden Woche geben. Der Ausbruch in der "Katze" spiegele sich noch nicht in den am Donnerstag gemeldeten 46 Neuinfektionen in der Hansestadt wider.

Die Behörden rufen alle Personen auf, die die "Katze" am 5., 8. oder 9. September jeweils ab 19 Uhr besucht haben und noch nicht kontaktiert wurden, sich unverzüglich beim Gesundheitsamt unter der Telefonnummer 040 - 42811 1659 zu melden. Die Betroffenen sollten sich außerdem freiwillig in Quarantäne begeben.

Panne eingeräumt

Die Sozialbehörde bestätigte derweil am Donnerstag, dass es am Mittwochabend Probleme mit der telefonischen Hotline des Gesundheitsamtes Altona gab. Gäste, die sich nach dem öffentlichen Aufruf dort gemeldet hatten, landeten auf einem überfüllten Anrufbeantworter, der keine Nachrichten mehr entgegen nehmen konnte. Dieses Problem sei inzwischen beseitigt.

VIDEO: Corona-Ausbruch: Suche nach Bar-Besuchern (3 Min)

Bar geschlossen

Am vergangenen Wochenende seien dem Gesundheitsamt die ersten Fälle aus der Bar im Schanzenviertel bekannt geworden, so Helfrich. Der Betreiber habe das Lokal freiwillig geschlossen. Offenbar war er damit einer drohenden Schließung durch das Gesundheitsamt zuvorgekommen.

Diskussion über Mund-Nasen-Bedeckung bei Bar-Beschäftigten

Für die Beschäftigten war das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung den Angaben zufolge nicht Pflicht. "Beim Bedienen am Platz ist eine Mund-Nasen-Bedeckung obligatorisch. Beim Bedienen hinterm Tresen ist das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung nicht zwingend erforderlich, wenn ausreichend Abstand eingehalten wird", sagte Helfrich.

Altonas Bezirksamtsleiterin Stefanie von Berg sagte im Interview mit dem Hamburg Journal im NDR Fernsehen: "Wir brauchen für die Beschäftigten in den Bars eine Maskenpflicht - egal ob sie die Abstandsregeln einhalten oder nicht." Sie appellierte an die Beschäftigten, bereits jetzt freiwillig eine Maske zu tragen. Unklar ist aber noch, ob die übrigen Bezirke und der Hamburger Senat diesem Kurs folgen wollen. Der Hotel- und Gaststättenverband hält nichts davon: Aus seiner Sicht reichen die Abstandsregeln aus.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 18.09.2020 | 06:00 Uhr

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