Impfungen gegen das Coronavirus in Hamburg gehen weiter

Stand: 28.12.2020 14:31 Uhr

Die Impfteams setzen ihre Arbeit heute in den Hamburger Pflegeheimen fort. Etwa 500 weitere Personen im Hospital zum Heiligen Geist in Poppenbüttel sollen mit ihrer ersten Impfung gegen das Coronavirus versorgt werden.

Die mobilen Impfteams sind derzeit in den Hamburger Alten- und Pflegeheimen unterwegs. Schon Ende Januar könnten Hamburgs Pflegeheime durchgeimpft sein. Alle anderen Bürger müssen sich noch gedulden. Sie werden zum Impfen aufgerufen, sobald genügend Wirkstoff da ist.

Impfzentrum nimmt im Januar Arbeit auf

Anfang des Jahres soll auch das Impfzentrum in den Messehallen schrittweise seine Arbeit aufnehmen. Ab kommendem Dienstag soll es dort schon mal einen Probelauf geben. Unter Volllast sollen in dem modular aufgebauten Impfzentrum bis zu 7.000 Menschen pro Tag geimpft werden können.

Erfolgreicher Impfstart am Sonntag

Hamburgerin bekommt Corona-Impfung. © NDR Foto: Screenshot
Eine 84 Jahre alte Bewohnerin des Hospitals zum Heiligen Geist in Poppenbüttel bekommt die erste Corona-Schutzimpfung Hamburgs.

Am Sonntag waren die ersten Hamburgerinnen und Hamburger gegen das Coronavirus geimpft worden. Die erste Impfdosis bekam eine 84 Jahre alte Bewohnerin des Hospitals zum Heiligen Geist. Im Anschluss daran waren etwa weitere 500 Menschen geimpft worden. Die Impfungen liefen nach Behördenangaben sehr gut, die Teams kamen gut voran und der Zeitplan konnte eingehalten werden. Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher und Gesundheitssenatorin Melanie Leonhard (beide SPD) begleiteten den Impfauftakt. Insgesamt wird ein Impfteam drei Tage lang in der Poppenbütteler Einrichtung tätig sein. 1.500 Bewohnerinnen und Bewohner und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Pflegeheims sind zur Impfung angemeldet.

Bislang sind in Hamburg keine Nebenwirkungen bei Impfungen aufgetreten

Am Montagvormittag wurde auch in der Barmbeker Pflegen und Wohnen-Einrichtung Finkenau mit den Impfungen begonnen. Dort sollen etwa 200 Menschen geimpft werden. Laut Gesundheitsbehörde lassen sich rund 90 Prozent der Bewohnerinnen und Bewohner impfen und etwa zwei Drittel der Mitarbeitenden. Nebenwirkungen sind in Hamburg bisher noch bei keiner Impfung aufgetreten.

Impfdosen seit 26. Dezember in Hamburg

Am Morgen des Zweiten Weihnachtstages waren die ersten Dosen des Corona-Impfstoffes eingetroffen. Tschentscher dankte allen Menschen, die mit der Vorbereitung für die erste Corona-Schutzimpfung in Hamburg beschäftigt gewesen sind. "Es geht uns ja darum, möglichst schnell möglichst viele Menschen zu impfen. Deswegen war es gut, dass alles vorbereitet war", sagte Tschentscher unmittelbar nach den ersten Impfungen.

Tschentscher: "Zu früh, um über Lockerungen nachzudenken"

Mit dem Impfstoff könne man historisch gesehen in einer Pandemie zum ersten Mal aktiv etwas gegen die Krankheit tun. "Ich bin froh, dass es uns in Deutschland, Europa und weltweit gelingt, jetzt der Pandemie die Stirn zu bieten und sie Schritt für Schritt zu überwinden und damit dann auch endgültig in eine normale Situation zurückzukommen." Gleichzeitig sei es aber noch viel zu früh, um über Lockerungen nachzudenken. "Wir sind in einer noch sehr ernsten Infektionslage. Wir werden jetzt die zwei, drei Wochen über die Weihnachts- und Silvestertage erst einmal ansehen müssen."

Impfstoff wird an einem geheimen Ort gelagert

Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher vorm Hospital zum Heiligen Geist. © NDR Foto: Peter Feder
Bürgermeister Peter Tschentscher kommt am Hospitals zum Heiligen Geist in Poppenbüttel an.

Der Impfstoff der Unternehmen Biontech und Pfizer war erst am vergangenen Montag in der Europäischen Union zugelassen und die ersten Dosen am Sonnabend in Deutschland an die Bundesländer ausgeliefert worden. Das Mainzer Unternehmen Biontech lieferte die erste Tranche - sie enthielt demnach 9.750 Einheiten. Am Montag soll eine weitere Tranche mit 4.875 Impfdosen eintreffen, heißt es im Lieferplan der Unternehmens. Der Impfstoff wurde in Belgien produziert und per Kühllaster - begleitet von der Polizei - geliefert. Wo genau die Impfstoffe gelagert werden, ist geheim.

Zwei Injektionen nötig

Da für einen Impfschutz immer zwei Injektionen nötig sind, könnten damit mehr als 14.500 Menschen gegen Corona geimpft werden. In Hamburgs Senioren- und Pflegeheimen leben rund 16.000 Menschen - das medizinische Personal noch nicht mitgerechnet. Mit Beginn des neuen Jahres soll Hamburg wöchentlich 14.625 Dosen des Impfstoffs erhalten. Die Impfungen werden in der ersten Phase, in der durch das Virus besonders gefährdete Menschen Schutz erhalten sollen, von mobilen Teams durchgeführt.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 28.12.2020 | 13:00 Uhr

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