Eine Schülerin macht den Lolli-Test. © picture alliance/dpa/Roland Weihrauch Foto: Roland Weihrauch

Hamburg startet Pilotprojekt mit PCR-Lolli-Tests an Schulen

Stand: 30.08.2021 11:26 Uhr

An neun Hamburger Schulen hat am Montag ein Pilotprojekt mit PCR-Lolli-Tests begonnen. Im Falle eines Erfolgs und bei ausreichenden Laborkapazitäten soll es laut Schulbehörde auf weitere Schulen ausgeweitet werden.

Bei einem Lolli-Test lutschen die Kinder 30 Sekunden lang auf einem Test-Stäbchen. Alle Tests einer Lerngruppe werden dann in einem gemeinsamen Röhrchen, dem Pool, gesammelt. Auch die Auswertung erfolgt als Pool. Erst wenn in einem Pool Erreger gefunden wurden, werde individuell nachgetestet, um festzustellen, wer die Virenträgerin oder der Virenträger ist. Die Tests werden von einem Transportdienst in ein Labor gebracht und dort ausgewertet. Bei einem positiven Testergebnis werden Betroffene laut Schulbehörde spätestens am nächsten Morgen informiert - also noch bevor sie wieder in die Schule kommen. Verspätete Schülerinnen und Schüler oder diejenigen, die am Testtag gefehlt haben, müssen einen Antigen-Schnelltest durchführen. 

Zwei Mal pro Woche

Weil diese Form der Corona-Tests besonders einfach und damit sehr gut für jüngere Schülerinnen und Schüler oder jene mit speziellen Förderbedarfen geeignet ist, wurden ausschließlich Grund- und Sonderschulen ausgewählt. Zwei Mal pro Woche sollen die Kinder auf das Coronavirus getestet werden. "Es handelt sich um einen PCR-Test, der deutlich sensitiver ist als ein Antigen-Schnelltest", sagte Hamburgs Schulsenator Ties Rabe (SPD). Auf diese Weise ließen sich schon bei geringer Viruslast frühzeitig mit dem Coronavirus infizierte Schülerinnen und Schüler identifizieren.

Bereits seit März werden flächendeckend Antigen-Schnelltests an allen Hamburger Schulen eingesetzt. Um die Vor- und Nachteile und die Umsetzbarkeit alternativer Testmethoden zu ermitteln, wird jetzt zunächst für drei Monate das Pilotprojekt mit den Lolli-Tests durchgeführt. 

Debatte über Quarantäne-Regeln an Schulen

Zur Diskussion stehen aktuell auch die Quarantäne-Regeln an den Hamburger Schulen. Viele Eltern und Schulen sind unzufrieden mit den Quarantäne-Regeln, sagte Rabe. Demnach ist es auch für die anderen Kultusminister und Kultusministerinnen nicht nachvollziehbar, warum Schulkinder als Kontaktpersonen 14 volle Tage in Quarantäne müssen. Laut Schulsenator laufen jetzt Gespräche mit dem Robert Koch-Institut, um die Quarantäne-Regeln zu erleichtern. Eine Freitestung nach fünf Tagen sollte möglich sein, heißt es aus der Schulbehörde. Auch die Hamburger CDU hatte kritisiert, das ganze Klassen nach einem Corona-Fall wieder wochenlang auf Präsenzunterricht verzichten müssen.

Weitere Informationen
Hamburgs Schulsenator Ties Rabe (SPD) zu Gast beim NDR  Foto: Kathrin Otto

Corona: Rabe für neue Quarantäne-Regeln für Schüler

Hamburgs Schulsenator Ties Rabe (SPD) will andere Quarantäne-Regeln für Schülerinnen und Schüler bei Corona-Infektionen. (29.08.21) mehr

Ein Virus schwebt vor einer Menschenmenge (Fotomontage) © panthermedia, fotolia Foto: Christian Müller

Coronavirus in Hamburg: Nachrichten und Hintergründe

Wie geht es Hamburg mit der Corona-Pandemie? Hier finden Sie die aktuellen Zahlen, Nachrichten, Videos und Hintergründe. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 29.08.2021 | 06:00 Uhr

Schlagwörter zu diesem Artikel

Coronavirus

Mehr Nachrichten aus Hamburg

Ein Passant geht am Hapag-Lloyd-Stammsitz in Hamburg vorbei. © dpa Foto: Bodo Marks

Hapag-Lloyd will Aktionären Rekord-Dividende auszahlen

Die Reederei schüttet nach einer Rekord-Bilanz mehr als elf Milliarden Euro aus. Davon profitiert auch die Stadt Hamburg. mehr