Stand: 15.09.2020 18:11 Uhr

Hamburg plant Corona-Stabilisierungsfonds

Michael Westhagemann, Hamburger Wirtschaftssenator, spricht auf einer LPK.
Wirtschaftssenator Michael Westhagemann stellt den sogenannten "Hamburger Stabilisierungs-Fonds" vor.

Um Corona-bedingt in finanzielle Schieflage geratenen mittelständischen Unternehmen zu helfen, will sich die Stadt auch gegebenenfalls an ihnen beteiligen. Den Gesetzentwurf für den sogenannten "Hamburger Stabilisierungs-Fonds" beschloss der Senat am Dienstag, wie Wirtschaftssenator Michael Westhagemann (parteilos) und Finanzsenator Andreas Dressel (SPD) im Anschluss mitteilten. Der Fonds habe ein Gesamtvolumen von bis zu einer Milliarde Euro und sei für Unternehmen gedacht, deren Bestandsgefährdung erhebliche Auswirkungen auf Hamburg hätte. Im November soll es losgehen.

Unterstützung für Mittelständler

Hamburg will damit eine Lücke unterhalb der Bundes-Hilfen schließen und gezielt Mittelständler unterstützen. Eine Voraussetzung für den Beteiligungsfonds ist deshalb, dass die Firmen mindestens 50 und maximal 249 Mitarbeitende beschäftigten dürfen. Entscheidend ist außerdem die Bedeutung des Unternehmens für Hamburg - zum Beispiel wie groß die Auswirkungen einer Pleite für den Standort wären. Und wer sich bewirbt muss nachweisen, vor der Corona-Pandemie wirtschaftlich gesund gewesen zu sein. Auf einzelne Branchen will sich Hamburg gezielt nicht bei seiner Ankündigung des Stabilisierungsfonds beschränken. Vom Veranstalter über die angeschlagenen Kultur- und Messe-Betriebe bis hin zur Hafen- und Luftfahrtindustrie können sich alle Firmen bewerben.

Stadt will sich nicht einmischen

Wirtschaftssenator Michael Westhagemann betonte, dass Hamburg ein "stiller Partner" werde und sich nicht in unternehmerische Entscheidungen einmischen wolle. Nach maximal sieben Jahren will sich die Stadt aus den teilnehmenden Firmen zurückziehen - möglichst früher, sofern es ihnen wieder besser geht. Inwiefern Hamburg bei guter Entwicklung von Unternehmen auch an Gewinnen beteiligt wird, ist noch nicht abschließend geklärt. Ob Hamburgerinnen und Hamburger überhaupt erfahren, an welchen Unternehmen die Stadt mit öffentlichem Geld "stiller Teilhaber" wird, ist offen. Zunächst will man laut Senat nicht dadurch abschrecken, dass Firmen öffentlich machen müssen, wie schlecht es ihnen gehe.

 

Weitere Informationen
Ein Stempel mit der Aufschrift Corona-Hilfe. © picture alliance / Eibner-Pressefoto Foto: Weber/Eibner-Pressefoto

Corona-Hilfen: Auch Vereine erhalten nun Kredite

In Hamburg bekommen jetzt auch gemeinnützige Organisationen günstige Corona-Kredite von der Stadt. Bis zu 800.000 Euro können sie beantragen. Ursprünglich war der Kredit für Unternehmen gedacht. (07.09.2020) mehr

Andreas Dressel (SPD), Finanzsenator von Hamburg, nimmt an der Sitzung der Hamburgischen Bürgerschaft im Rathaus teil. © picture alliance/dpa Foto: Daniel Reinhardt

Corona-Soforthilfen: Hamburg hat 55.000 mal gezahlt

Bei Corona-Soforthilfen warten in Hamburg noch knapp 4.000 Menschen auf ihren Bescheid. Das erklärte Finanzsenator Andreas Dressel (SPD). Bei 55.000 von 65.000 Anträgen wurde das Geld ausgezahlt. (04.09.2020) mehr

Ein Schiffchen auf einem gefalteten Geldschein schwimmt in einem Wasserbecken. © picture-alliance Foto: Frank May

Hamburg will Corona-Hilfspaket des Bundes verbessern

In Hamburg haben nur wenige Unternehmen Corona-Hilfe aus dem 25-Milliarden-Paket des Bundes beantragt. Ist das Verfahren zu schwierig? Finanzsenator Dressel fordert Nachbesserungen. (02.09.2020) mehr

Mehrere Packungen Geldscheine auf einem Holztisch. © picture alliance Foto: VisualEyze T-Pool

Hamburg verlängert Corona-Hilfe für Künstler

In Hamburg wird eine Corona-Hilfe für Künstler länger angeboten. Die sogenannte Neustartprämie in Höhe von 2.000 Euro kann noch bis Ende dieses Jahres beantragt werden. (30.08.2020) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 15.09.2020 | 18:00 Uhr

Mehr Nachrichten aus Hamburg

Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher in der Schalte.

Tschentscher verteidigt mögliche Feier-Obergrenze

Steigen die Corona-Zahlen weiter, sollen Feiern auf 50 Menschen begrenzt werden. Darauf einigten sich die Ministerpräsidenten. mehr

Schüler einer Stadtteilschule sitzen zu Beginn des Unterrichts mit Mund-Nasen-Bedeckungen im Klassenraum. © picture alliance/dpa Foto: Daniel Bockwoldt

Corona: Klassenräume sollen alle 20 Minuten gelüftet werden

Hamburgs Schulsenator Ties Rabe hat sein Konzept vorgestellt, wie Schulen Corona-Ausbrüchen vorbeugen sollen. mehr

Zwei Frauen stehen vor einem Fahrkartenautomaten vom HVV © dpa Foto: Georg Wendt/

So steigen die HVV-Preise im neuen Jahr

Der Durchschnittpreis soll im kommenden Jahr steigen, Online-Tickets werden aber günstiger. mehr

Ein Heizpilz von unten. © picture alliance/dpa Foto: Daniel Karmann

Rot-Grün will Heizpilze vorübergehend erlauben

Bis Mai sollen Gastronomen sie nutzen dürfen. Darauf soll sich die Bürgerschaft am Mittwoch einigen. mehr