Stand: 25.08.2020 19:56 Uhr

Hamburg bringt weitere Corona-Lockerungen auf den Weg

Peter Tschentscher © picture alliance / dpa Foto: Christian Charisius
Hamburgs Bürgermeister Tschentscher: Zunächst nur kleinere Schritte bei den Lockerungen.

Der Hamburger Senat hat am Dienstag weitere kleinere Änderungen bei den Corona-Maßnahmen vorgestellt. Möglich ist das nach Angaben von Bürgermeister Peter Tschentscher und Sozialsenatorin Melanie Leonhard (beide SPD), weil die Infektionszahlen stabil seien. Auf größere Schritte bei den Lockerungen verzichtete der Senat jedoch.

Mannschaftssport möglich

Von den neuen Änderungen, die ab 1. September gelten, profitiert unter anderem der Amateursport. "Wir wollen auch den Amateurmannschaften zum Beispiel in Fußball und Handball ermöglichen, mit einer Personenzahl von 30 im unmittelbaren Spielbetrieb wieder aktiv werden zu können", sagte Leonhard. Trainer, Betreuer und Begleiter könnten zusätzlich unter Einhaltung der Abstandsregeln am Spielfeldrand dabei sein. Das sei angesichts des momentanen Infektionsgeschehens vertretbar. Bislang lag die Höchstzahl bei zehn Personen. Nun könnten Hamburger Mannschaften auch wieder gegen Teams aus anderen Bundesländern spielen. 

Sportsenator Andy Grote (SPD) sagte dazu: "Gerade im Mannschaftssport wächst Zusammenhalt und Wir-Gefühl und genau das brauchen wir auch weiterhin, um gemeinsam gut durch die Corona-Pandemie zu kommen."

Lockerungen bei Saunen, Büffets und Tagespflege

Auch Saunen dürfen mit strengen Auflagen wieder öffnen, in Hotels und Gaststätten sind wie in anderen Bundesländern Büffetts wieder erlaubt. Im Handel entfällt die Regelung, dass pro zehn Quadratmetern Fläche nur eine Person anwesend sein darf.

Nach mehreren Monaten werden zudem die Tagespflegeeinrichtungen wieder geöffnet - wenn Abstands- und Hygieneregeln eingehalten werden. Damit werden vor allem Familien mit älteren pflegebedürftigen Angehörigen entlastet, wie Leonhard sagte.

Die Regelungen für einen Ausschluss vom Schulunterricht wegen Krankheit passte der Senat bei den Grundschulen an jene der Kitas und Vorschulen an. Danach ist für Kinder bis einschließlich vierte Klasse ein einfacher Schnupfen kein Grund mehr, nicht am Unterricht teilzunehmen. "Mit Fieber hat man mit oder ohne Corona in der Schule nichts verloren", sagte Leonhard. Gleiches gelte für Husten und akute Atemwegserkrankungen.

Prostitution bleibt verboten

Prostitution bleibt derweil in Hamburg wegen der Corona-Pandemie weiterhin verboten. Bei weiterhin stabiler Lage im gesamten norddeutschen Raum komme man in Zukunft mit Sicherheit zu einer Regel, sagte Leonhard - "aber im Moment eben noch nicht". Die Branche hatte zuvor eine Öffnung der Bordelle zum 1. September gefordert. Die Bordelle in Hamburg sind seit Mitte März geschlossen.

Test für Reiserückkehrer: Künftige Regelung noch offen

Noch nicht geregelt ist, wie es mit den Tests für Reiserückkehrer aus Risikogebieten weitergeht. Der Senat drängt bei den Gesprächen mit den übrigen Ländern und dem Bund darauf, dass diese Rückkehrer grundsätzlich mehrere Tage in Quarantäne müssen und dass die verpflichtenden Tests bei der Ankunft gestrichen werden. Darüber soll am Donnerstag bei einem Treffen der Ministerpräsidenten und -präsidentinnen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) gesprochen werden.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 25.08.2020 | 14:00 Uhr

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