Eine Ärztin impft einen Jugendlichen © Colourbox Foto: AtlasStudio

Nach neuer Stiko-Empfehlung: Vorerst keine neuen Impftermine mehr

Stand: 03.07.2021 08:18 Uhr

Die geplanten Zweit-Impfungstermine mit AstraZeneca sollen bundesweit auf Biontech und Moderna umgestellt werden. Für Hamburg hat dies zur Folge, dass im Impfzentrum zunächst keine neuen Termine zur Erst-Impfung mehr angeboten werden können.

Insgesamt geht es um mehr als 500.000 Zweitimpfungen in Deutschland: Sie alle werden jetzt umgestellt. Von AstraZeneca auf Biontech oder Moderna. Diese Kombination bietet laut Ständiger Impfkommission (Stiko) einen noch besseren Schutz vor der Delta-Variante. Für Hamburg hat die Entscheidung schwerwiegende Folgen.

Rund 50.000 Impfungen müssen ausgetauscht werden

Ab sofort gibt es keinen neuen Termine mehr für Erst-Impfungen im Impfzentrum in den Hamburger Messehallen. Denn der vorhandene Impfstoff von Biontech und Moderna wird jetzt für die Zweitimpfungen gebraucht, die eigentlich mit AstraZeneca gemacht werden sollten - bei rund 50.000 Impfungen wird der Impfstoff ausgetauscht, erklärte Sozialsenatorin Melanie Leonhard am Freitag.

Neue Impftermine erst wieder in zwei Wochen

Sie rechnet damit, dass deshalb erst in zwei Wochen wieder neue Termine vergeben werden können. Für die Menschen, die bereits Termine haben, ändert sich dagegen nichts. Die neue Empfehlung der Ständigen Impfkommission bremst also deutlich die Impf-Kampagne - auch wenn Bundesgesundheitsminister Jens Spahn am Freitagmittag erklärte, dass genug Impfstoff von Biontech und Moderna für die Umstellung da sei.

Hintergrund sind neue Erkenntnisse, dass eine Kombination mit Biontech oder Moderna bei einem verkürzten Impfabstand noch ein Stück besser sei, als beide Impfungen mit AstraZeneca. Die Ständige Impfkommission hatte mit ihrem Vorgehen die Politik in Deutschland überrascht und unter Handlungsdruck gesetzt.

Kritik von Hausärzten

Deutliche Kritik an dem Vorstoß der Ständigen Impfkommission kommt vom Hamburger Hausärzteverband. Dessen Vorsitzende Jana Husemann sagte zu NDR 90,3: Sie rechne damit, dass jetzt Dosen des AstraZeneca-Impfstoffs weggeworfen werden müssten, die eigentlich für die Zweitimpfungen vorgesehen waren. Die Entscheidung der Stiko sei schlecht geplant und schlecht kommuniziert worden.

 

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 03.07.2021 | 08:00 Uhr

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