Um einen Stapel Euromünzen und Euroscheine schweben stilisierte Corona-Viren. © Colourbox Foto: Anterovium, Antonio Vale

Corona: November-Hilfen noch nicht da oder sofort aufgebraucht

Stand: 30.12.2020 11:46 Uhr

Mit einem Monat Verspätung landet das erste Geld aus den November-Hilfen bei immer mehr Hamburgerinnen und Hamburgern. Aber es gibt immer noch Menschen, die auf eine Überweisung warten.

Wegen des angeordneten Teil-Lockdowns hatte die Bundesregierung eigentlich schnelle und unbürokratische Zahlungen versprochen. An der Umsetzung scheint es indes zu hapern.

Wirte müssen das Geld weiterleiten

Das Geld ist da - und schon wieder weg. Ein Wirt aus Ottensen hat zum Beispiel am Dienstag, nach bangem Warten, 8.000 Euro Abschlag bekommen und diese Summe gleich für Miete, Löhne und eine Lieferantenrechnung weiter überwiesen. Dagegen hat zum Beispiel Gastronom Arne Meyer aus der Friesenstube in Ochsenwerder noch keinen Cent des versprochenen Abschlags auf dem Konto.

Keine Antwort aus Berlin

Rund 300.000 Euro offene Rechnungen hat der Hamburger Getränke-Großhändler Bonhoff aus Duvenstedt nach eigener Angabe. Normalerweise beliefert er bis zu 400 Lokale. Die Außenstände seien aber nicht das größte Problem, da versuche er, gemeinsam mit den Wirtinnen und Wirten eine Lösung zu finden. Chef Thomas Bonhoff macht eher Sorgen, dass sein Lager voller unverkaufter Ware steht, die bald abläuft und weggekippt werden muss. Novemberhilfe vom Bund hat auch der Getränkelieferant beantragt, einzig eine Antwort aus Berlin gibt es noch nicht.

Jahresabschlüsse müssen fertiggestellt werden

Für Bernhard Brons von der Industrie und Handelskammer ist das gerade zum Jahreswechsel ein Problem: "Viele Betriebe sind in der Aussicht gewesen, dass im November sehr großzügig Geld gewährt würde, was aber noch nicht eingetroffen ist. Und das paart sich jetzt mit der Aussicht: Was ist ab 1. Januar?" Die Jahresabschlüsse müssten irgendwann fertiggestellt werden. "Und dann gucken die Banken auch nochmal genauer. Und dann werden einige Gastronomiebetriebe schlechte Zahlen veröffentlichen müssen. In vielen Fällen, gerade wo was neu übernommen wurde, wo man noch viel Schulden hat, kommt besonderer Druck auf den Kessel", so Brons.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 30.12.2020 | 12:00 Uhr

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