Stand: 07.07.2020 06:46 Uhr  - NDR 90,3

Corona-Krise: Bischöfin fordert Hilfe für Seeleute

Besatzungsmitglieder des Containerschiffes Mito Strait freuen sich über ein Konzert, dass auf einem ihnen gegenüber liegenden Fahrgastschiff im Hamburger Hafen für sie gespielt wird. © picture alliance/dpa Foto: Georg Wendt
Seeleute (hier beim Corona Port Concert im Mai) sitzen auf auf ihren Schiffen fest.

Tausende Besatzungsmitglieder sitzen wegen Corona auf ihren Schiffen fest: im Hamburger Hafen und weltweit. Kirsten Fehrs, Bischöfin im Sprengel Hamburg und Lübeck und seit vergangenem Jahr auch Botschafterin der Deutschen Seemannsmission, hatte am Montag zum Hafendialog eingeladen, um auf die Lage dieser Seeleute aufmerksam zu machen und Wege aus der Krise zu diskutieren. Gekommen waren Vertreter von Hafen-Firmen, Verbänden, Gewerkschaften und Seelsorge-Einrichtungen.

Wechsel der Crews nicht möglich

"Tu auf den Mund für die Stummen". Mit dem Bibelwort beschreibt Kirsten Fehrs die Situation eines Berufsstandes, der kaum gehört wird. Als Folge von Corona sitzen derzeit weltweit etwa 200.000 Besatzungsmitglieder auf ihren Schiffen fest. Ein Crew-Wechsel ist durch den wegen der Pandemie eingestellten Flugverkehr und die unterschiedlichen Regelungen weltweit nicht möglich.

Dramatische Lage

Vertreter der Gewerkschaften beschrieben die zum Teil dramatische Lage: so sei die Zahl der Selbstmorde von Besatzungsmitgliedern in den vergangenen Monaten deutlich gestiegen. Besonders problematisch sei die Situation in Brasilien. Dort seien Seeleute wegen mangelnder ärztlicher Hilfe gestorben. Zwar habe die Politik die Schifffahrt als systemrelevant erkannt. Wirkliche Hilfe komme aber im Gegensatz zu den Erntehelfern in der Landwirtschaft bei den Seeleuten nicht an. Die Bundesregierung müsse sich für eine schnelle internationale Lösung einsetzen, so die Bischöfin.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 07.07.2020 | 06:30 Uhr

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