Positiver Antigen Schnelltest. © picture alliance / Eibner-Pressefoto | Weber/ Eibner-Pressefoto Foto: Weber/ Eibner-Pressefoto

3G am Arbeitsplatz: Wie Hamburger Unternehmen reagieren

Stand: 19.11.2021 10:49 Uhr

Künftig nur noch genesen, geimpft oder getestet zur Arbeit: So sieht es das neue Infektionsschutzgesetz vor, dem der Bundesrat am Freitag zugestimmt hat. In Hamburger Unternehmen wird der Weg offenbar überwiegend für gut befunden. Zumindest sagen das mehrere Wirtschaftsverbände.

Es gibt Hamburger Firmen, die ihren Beschäftigten auch jetzt schon mehr als zweimal pro Woche Schnelltests anbieten - und außerdem auch Geimpften empfehlen, sich zu testen. Zum Beispiel die Hamburger Sparkasse.

Otto setzt voll auf Homeoffice

Auch bei Otto wird laut eines Sprechers viel getestet. Auf dem Campus in Bramfeld wird es in den kommenden Tagen auf jeden Fall wieder leerer: Der Versandkonzern peilt eine Homeoffice-Quote von nahezu 100 Prozent an. In der Verwaltung der Reederei Hapag-Lloyd am Ballindamm arbeiten maximal 300 Menschen vor Ort - statt wie normalerweise 900. Viele Firmen wollen aber erst mal die Details der neuen Regelung abwarten.

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UV Nord: Umsetzung wird teuer

Der Arbeitgeberverband UV Nord unterstützt die 3G-Pflicht am Arbeitsplatz, dort weist man aber darauf hin, dass die Umsetzung - also Daten zu kontrollieren und festzuhalten - die Unternehmen viel Geld kosten werde. Der UV Nord sieht die Ungeimpften in der Pflicht, die nötigen zusätzlichen Tests selbst zu organisieren und appelliert in diesem Zusammenhang an die Betroffenen, sich "endlich impfen zu lassen".

Auch Hamburgs Handelskammer sieht die 3G-Pflicht am Arbeitsplatz positiv. Das sei sinnvoll, sagte Präses Norbert Aust. Die IG Metall Küste unterstützt grundsätzlich schärfere Corona-Regeln, die die Menschen schützen und die Wirtschaft stabilisieren.

Was die Regelungen vorsehen:

Die vom Bundestag verabschiedete 3G-Regel am Arbeitsplatz sieht vor, dass Büros, Werkstätten und andere Arbeitsstätten nur von geimpften, genesenen oder getesteten Menschen betreten werden dürfen. Arbeitgebende sind verpflichtet, entsprechende Nachweise zu kontrollieren und zu dokumentieren - sonst droht ihnen ein Bußgeld. Die 3G-Regel gilt auch für von Arbeitgebenden organisierte Transporte von Beschäftigten zu oder von der Arbeitsstätte. PCR-Tests dürfen maximal 48 Stunden alt sein, Antigen-Tests 24 Stunden.

Arbeitgebende müssen mindestens zwei Tests pro Woche anbieten. Einmal pro Woche dürfen sich alle Bürgerinnen und Bürger zudem kostenlos in Bürgerzentren testen lassen. Für weitere Tests könnten auf Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer Kosten zukommen. Weigern sich Beschäftigte, die 3G-Regel einzuhalten, müssen Arbeitgebende versuchen, ein Arbeiten ohne direkten Kontakt zu anderen Mitarbeitenden zu ermöglichen, beispielsweise im Homeoffice. Ist das nicht möglich, droht den Betroffenen ein Lohnverlust - und im Zweifelsfall sogar die Kündigung.  

Die zum 1. Juli aufgehobene Pflicht zum Homeoffice tritt wieder in Kraft. Die Beschäftigten müssen das Angebot annehmen - außer wenn die Arbeit zu Hause nicht möglich ist, weil es etwa zu eng oder zu laut ist oder die benötigte Ausstattung fehlt.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 19.11.2021 | 08:00 Uhr

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