Stand: 25.10.2019 19:18 Uhr  - Hamburg Journal 18.00

Wohnungsbau im neuen Wilhelmsburg ab 2022

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Nach der Verlegung der Reichsstraße (gelb) an die Bahnschienen können neue Wohnquartiere (rot) in Wilhelmsburg entstehen.

Auf der verlegten Wilhelmsburger Reichsstraße, der neuen B75, rollt bereits seit Anfang Oktober der Verkehr. Nun steht auch fest, wann der Umbau auf der freigewordenen alten Straßentrasse beginnen kann. Nach Angaben der städtischen IBA-Projektgesellschaft wird es im Jahr 2022 soweit sein. Der Abriss sei aufwendiger als gedacht. Deshalb werde der Standort erst in drei Jahren soweit sein, dass Häuser gebaut werden könnten. In dem Gebiet sollen 5.400 Wohnungen entstehen.

Vermutlich Blindgänger auf altem Areal

Laut der IBA-Projektgesellschaft, die den Wohnungsbau entwickelt, muss in dem Areal ein zehn Meter hoher Damm eingeebnet werden, auf dem die Wilhelmsburger Reichsstraße lag. Dafür besteht noch kein Baurecht, denn es werden dort Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg vermutet. Bereits 2020 kann demnach aber der zerteilte Inselpark zusammenwachsen: Die alte Trasse hatte die Anlage durchschnitten. Nun soll der Asphalt entfernt und die Grünfläche zusammengeführt werden. "Wilhelmsburg gewinnt hier vier Hektar neue Grünfläche, neue Wasserverbindungen", so IBA-Chefin Karen Pein.

Drei Quartiere geplant

Auf dem insgesamt 100 Hektar großen Gebiet an der alten Wilhelmsburger Reichsstraße sollen 2032 drei Wohnquartiere bezogen werden können. Die Quartiere heißen "Wilhelmsburger Rathausviertel", "Elbinselquartier" und "Spreehafenviertel". Alle sollen im sogenannten Drittel-Mix errichtet werden, also: ein Drittel geförderte Wohnungen, ein Drittel freifinanzierte Miet- und ein Drittel Eigentumswohnungen.

Geplant sind auch elf Kitas, ein Schulzentrum und zwei Großsportplätze. Das nütze auch Wilhelmsburgs Alt-Bewohnern, sagte Bausenatorin Dorothee Stapelfeldt (SPD): "Wir haben dicht bei der Innenstadt ein großes Entwicklungspotenzial, sodass wir tatsächlich hier die Lebensqualität erheblich verbessern können".

Mehr Aufkommen: U-Bahn nach Wilhelmsburg?

Etwa 10.000 Menschen wird Wilhelmsburg durch das Wohnbauprojekt hinzugewinnen. Anwohner hatten sich deshalb bereits für mehr S-Bahnen und außerdem eine U-Bahn-Linie stark gemacht. Dieser Forderung schloss sich nun auch die IBA-Projektgesellschaft an. Denn bei den S-Bahnen allein aufzustocken, reiche nicht aus. "Die U-Bahn wäre ein großer Traum von uns, ist aber im Moment zeitlich nicht getaktet", sagte Pein. Sie sei aber optimistisch, "dass vielleicht irgendwann, wenn ich im Ruhestand bin, es hier noch eine weitere Entwicklung gibt." Stapelfeldt dämpfte derweil die Erwartungen. Der Senat wolle die U4 erst einmal von den Elbbrücken zum Kleinen Grasbrook verlängern, nicht aber direkt bis Wilhelmsburg.

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Dieses Thema im Programm:

Hamburg Journal 18.00 | 25.10.2019 | 18:00 Uhr

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