Stand: 09.03.2019 09:29 Uhr

Wirtschaftssenator wirbt in Asien für Hamburg

Hamburgs Wirtschaftssenator Michael Westhagemann (parteilos) startet zu einer Werbetour für die Elbvertiefung nach Asien. Eine Woche lange ist er in Südkorea, Taiwan und Singapur unterwegs und besucht Reedereien. Dort will er erreichen, dass die Reeder künftig verstärkt den Hamburger Hafen anlaufen. Einerseits will er sie persönlich darüber informieren, wie die Arbeiten für die Elbvertiefung vorangehen.

Werben für den Hamburger Hafen

Es geht Westhagemann aber auch noch um mehr: Wie kann Hamburg etwa von der neuen Seidenstraße profitieren, die China nach Europa etablieren will. "Wir müssen uns damit beschäftigen, wie Hamburgs Hafen der Zukunft aussehen soll," sagte der Senator. Das gehe am besten, wenn man sich darüber auch mit den Kunden des Hafens austausche. Westhagemann wird bei seiner Asienreise von Vertretern der beiden größten Terminalbetreiber HHLA und Eurogate begleitet. Außerdem ist Jens Meier, Chef der Hafenverwaltung HPA dabei.

Arbeiten haben begonnen

Unterdessen haben zwischen Cuxhaven und Otterndorf die Arbeiten für die Elbvertiefung bereits begonnen. Dort werden derzeit Dämme aufgeschüttet, damit außerhalb der Fahrrinne Sand und Schlick abgelagert werden kann. Im Sommer soll die Fahrinne zwischen Wittenbergen und Wedel verbreitert werden. Im Juli soll nach den Planungen der Hafenverwaltung Hamburg Port Authority damit begonnen werden, die Fahrrinne der Elbe zu verbreitern. Die sogenannte Begegnungsbox, wo auch breite Schiffe aneinander vorbei fahren können, soll bis Jahresende fertig werden. Im kommenden Jahr wird dann die Sohle der Elbe vertieft.

Videos
02:32
Hamburg Journal

Erste Bauarbeiten für die Elbvertiefung

13.02.2019 19:30 Uhr
Hamburg Journal

Nach 17 Jahren Vorlauf haben in der Elbe die Vorarbeiten zur Elbvertiefung begonnen. Zunächst wird vor Brokdorf unter Wasser ein Damm errichtet, um Schlick abzulagern. Video (02:32 min)

Der Ausbau der Fahrrinne, der die Erreichbarkeit des Hamburger Hafens vor allem für große Schiffe verbessern soll, soll nach Angaben der Wirtschaftsbehörde im zweiten Halbjahr 2021 abgeschlossen sein. Die Gesamtkosten der Elbvertiefung dürften ungefähr 800 Millionen Euro betragen.

Kormorane kommen zurück

Auf der Billwerder Insel im Osten Hamburgs entstehen derweil mehrere Hektar Flächen für den bedrohten Schierlingswasserfenchel. Ein mehrere Meter breiter Graben ist bereits ausgehoben worden, mit dem ein stillgelegtes Wasserwerk wieder an die Elbe angebunden werden soll. Aber nun ist erstmal Pause bis zum Herbst: Die ersten Kormorane, die an den Becken brüten, sind bereits zurück aus ihren Winterquartieren.

Gesamtkosten von 50.000 Euro pro Pflanze

Im kommenden Winter soll das erste von zwei Becken fertig werden, 2021 das zweite. Dabei werden kleine Inseln aufgeschüttet und Priele angelegt. Die Kosten belaufen sich auf rund zehn Millionen Euro. Dazu kommt der Kaufpreis für das Gelände, das bislang Hamburg Wasser gehörte. Geplant ist, dass etwa 200 Pflanzen des Schierlingswasserfenchels dort angesiedelt werden. Das macht rein rechnerisch mehr als 50.000 Euro pro Pflanze. Insgesamt gibt es an der Unterelbe höchstens noch 5.000 Exemplare. Eine Alternative zu dem vergleichsweise teuren Ausgleichsgebiet gebe es nicht, sagte Westhagemann Ende Februar. Anderenfalls wäre die gesamte Fahrrinnenanpassung gekippt.

Karte: Ausgleichsfläche für den Schierlingswasserfenchel
Stephan Heller zur Elbvertiefung. © NDR Foto: Screenshot

Was passiert bei der Elbvertiefung?

NDR 90,3 - NDR 90,3 Aktuell -

Die erneute Elbvertiefung ist seit Jahren ein Zankapfel zwischen der Hafenwirtschaft und Umweltschützern. Doch warum ist sie überhaupt notwendig und was genau passiert da?

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 09.03.2019 | 12:00 Uhr

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