Stand: 27.06.2020 07:40 Uhr

Wirte und Künstler wollen wieder Leben auf St. Pauli

Sie wollen eine Perspektive, wollen von der Politik wissen, wann sie wieder loslegen können: die Club-Betreiber, Selbstständigen und Künstler auf der Reeperbahn. Deshalb sind sie am Freitagabend in St. Pauli rund um den Beatles-Platz auf die Straße gegangen. Sie wollten auf ihre Situation in der Corona-Krise aufmerksam machen und forderten unter anderem eine schrittweise Öffnung ihrer Läden.

Bars und Clubs auf der Reeperbahn droht Pleite

"Auf St. Pauli brennt noch Licht" war das Motto der Demonstration – und passend dazu gab es auf einem Truck Livemusik und Auftritte von DJs. Aber in ihren Redebeiträgen machten etliche der rund 150 Teilnehmerinnen und Teilnehmer auch deutlich, dass sich unbedingt was ändern müsse, ansonsten drohe vielen die Pleite.

Bars und Clubs seien die ersten gewesen, die schließen mussten, eine Öffnung aber sei noch immer nicht in Sicht. Und das, obwohl es auch mit den gängigen Corona-Regeln Möglichkeiten gebe. Von der Politik forderten die Demonstranten deshalb eine konkrete Perspektive, wann es wieder losgehen könne. "Wir haben sehr viel dazu beigetragen, die Reeperbahn mit Kunst und Kultur zu dem machen, was sie ist", sagte der DJ und Mitorganisator Johann Scherer.

Forderung: St. Pauli gehört auf die politische Agenda

Die Forderungen wurden auf Bildschirmen oberhalb von "Susis Show Bar" eingeblendet. "Wir brauchen keine weiteren Konjunkturpakete, sondern eine Perspektive" und "Wir wollen das Reeperbahn Festival noch erleben", lauteten zwei davon. Die Bars und Clubs seien die Träger von Hamburger Kultur auf der Reeperbahn, der Senat solle sich nun endlich mit der Branche auf dem Kiez auseinander setzen, sagte Scherer. "Wir sollen und müssen gehört werden. St. Pauli und all seine Schicksale gehören auf die politische Agenda."

Unterdessen stellte Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) der Club-Szene Hilfen aus dem eine Milliarde Euro umfassenden Konjunkturprogramm "Neustart Kultur" in Aussicht, das der Bundestag in der kommenden Woche verabschieden will. Ein guter Teil eines 150-Millionen-Euro-Programms zur Musikförderung könnte der von Corona hart getroffenen Clubkultur zugute kommen, Grütters dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland". "Wir müssen reagieren, um ein Clubsterben zu verhindern."

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Dieses Thema im Programm:

Hamburg Journal | 27.06.2020 | 07:00 Uhr

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