Stand: 12.02.2020 15:24 Uhr

Vergewaltigungen in Wilhelmsburg: Prozess gestartet

Ein Serientäter hat im Sommer des vergangenen Jahres im Hamburger Stadtteil Wilhelmsburg drei Frauen überfallen und vergewaltigt. Am Mittwoch hat vor dem Hamburger Landgericht der Prozess gegen den 28-jährigen mutmaßlichen Täter begonnen. Sein Verteidiger kündigte an, dass sein Mandant am kommenden Prozesstag eine Erklärung abgeben werde.

Mann gestand nur die Überfälle

Ein 28-jähriger mutmaßlicher Vergewaltiger steht vor Gericht. © NDR Foto: Elke Spanner
Der 28-jährige Angeklagte sitzt zwischen seinem Verteidiger und einer Dolmetscherin.

Der Mann hat die Überfälle bei der Polizei gestanden, Vergewaltigungen räumte er hingegen nicht ein. Nur in zwei Fällen habe er sexuelle Motive für die Überfälle gehabt, sagte der 28-Jährige. Zu Vergewaltigungen sei es nicht gekommen. Davon geht jedoch die Anklage aus: Demnach hatte der Mann im April 2019 zunächst eine 78-jährige Frau im Inselpark vergewaltigt. Die Anwältin der Seniorin sagte am Rande des Prozesses, dass es ihrer Mandantin immer noch schlecht gehe. Sie werde beantragen, dass die Frau nur unter Ausschluss der Öffentlichkeit über ihr Erlebnis aussagen muss.

Abgebissene Fingerkuppe ergab DNA-Spur

Im August vergangenen Jahres soll er dann eine 24-jährige Joggerin auf dem Wander- und Radweg neben der Wilhelmsburger Reichstraße überfallen, zu einer Unterführung gezerrt und vergewaltigt haben. Die Frau wehrte sich heftig und biss dem Täter eine Fingerkuppe ab. Dadurch kam die Polizei an seine DNA.

Die Ermittler stellten fest, dass es derselbe Täter war wie im April. Dennoch konnte er erst zwei Wochen später festgenommen werden - nachdem er eine 43-jährige Frau zu Boden gerissen hatte. Bei einer Sofortfahndung nahm die Polizei den jetzt Angeklagten nahe des Inselparks fest.

Verhandlungen bis Ende März angesetzt

In dem Prozess sollen neben einem Gutachter auch die drei Opfer aussagen. Bei einem Schuldspruch droht dem Angeklagten eine Strafe von mindestens zwei Jahren, im Höchstfall 15 Jahren. Das Landgericht wird bis Ende März über den Fall verhandeln.

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 12.02.2020 | 16:00 Uhr

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