Stand: 02.05.2018 19:08 Uhr

Vattenfall wirbt für Fernwärme-Lösung

Der schwedische Energiekonzern Vattenfall sendet im Streit um die Zukunft der Fernwärme in Hamburg versöhnliche Signale an die Stadt, bleibt aber gleichzeitig in den Kernfragen hart. Konzernchef Tuomo Hatakka hat am Mittwoch in Hamburg dafür plädiert, das Kohlekraftwerke Moorburg in die künftige Fernwärmeversorgung des Hamburger Westens einzubeziehen. Das sei deutlich wirtschaftlicher, als neue Anlagen zur Wärmeerzeugung zu errichten. Man wolle schnell aus der Kohle aussteigen, dies müsse aber für die Kunden bezahlbar sein. Moorburg sei als Übergangslösung eine Brücke in eine CO2-freie Zukunft.

Preis für Fernwärmenetz "nicht verhandelbar"

Es gebe keine silberne Zauberkugel, um sich mit der Stadt Hamburg über den Kaufpreis des Fernwärmenetzes zu einigen, betonte der Vattenfall-Chef. Die Stadt habe im Vertrag 950 Millionen Euro akzeptiert - das sei nicht verhandelbar. Hatakka glaubt an eine einvernehmliche Lösung und will den Streit mit der Umweltbehörde über eine geplante Fernwärmeleitung nach Moorburg entschärfen: "Dieser gelegentlich erweckte Eindruck, dass wir Konflikte mit der Stadt herbeiführen, ist einfach falsch."

Günstige Fernwärme aus Moorburg als Überbrückung

Man wolle nur die Abwärme des Kohlekraftwerks nicht weiter in die Elbe und die Luft leiten, sondern damit günstig Fernwärme produzieren - als Überbrückung, so der Vattenfall-Chef. "Wir wollen den Kohleanteil so schnell wie möglich reduzieren. Heute liegt er bei 70 Prozent. In zehn bis zwölf Jahren wird das eine Größenordnung von etwa 20 Prozent sein."

Umweltbehörde hat andere Pläne

Alternative Pläne der Umweltbehörde würden die Fernwärme stark verteuern. Diese zusätzliche Belastung könnten viele Mieter nicht tragen. Hamburgs Umweltsenator Jens Kerstan (Grüne) setzt nach der geplanten Übernahme des Fernwärmenetzes zum Ende des Jahres dagegen auf eine kohlefreie Erzeugung von Fernwärme und will die benötigte Energie aus industrieller Abwärme, Müllverbrennung und Gas erzeugen. Zehn Prozent mehr könnte die Fernwärme dann möglicherweise kosten.

"Angstmache" von Vattenfall

Vattenfall-Geschäftsführer Pieter Wasmuth rechnet dagegen mit größeren Preissteigerungen - die man dann an die Kunden weitergeben müsste. Die Umweltbehörde nannte das "Angstmache" von Vattenfall, die Zahlen seien "unseriös".

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 02.05.2018 | 12:00 Uhr

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