Zwei Drohnen fliegen im Hamburger Hafen. © picture alliance / dpa Foto: Marcus Brandt

U-Space Reallabor: Drohnen-Testflüge im Hamburger Hafen

Stand: 15.09.2021 06:58 Uhr

Der Hamburger Hafen soll die bundesweit erste Blaupause für reguläre Drohnen-Lufträume in Deutschland werden. Auf dem Weg dahin gab es jetzt erste Testflüge in dem Gebiet.

"In mehreren Flugszenarien wird unter anderem das sichere und koordinierte Zusammenspiel von bemanntem und unbemanntem Flugverkehr in dem in Hamburg eingerichteten U-Space-Luftraum simuliert", teilte die Droniq GmbH, eine Beteiligung der staatlichen Deutschen Flugsicherung (DFS) und der Deutschen Telekom, mit.

Mehrere Szenarien getestet

Das Konzept eines U-Space ist ein räumlich abgegrenzter Luftraum, in dem spezielle Regeln und Verfahren den Drohnenverkehr koordinieren. So sollen Drohnenflüge schnell, sicher und ohne langen Genehmigungsaufwand auch außerhalb der Sichtweite des Drohnenpiloten möglich sein. Zu den Testflügen, die am Dienstag starteten, zählt beispielsweise ein Notfallszenario, in dem der Drohnenpilot einem in das Testfeld einfliegenden Hubschrauber kurzfristig ausweichen muss. "Weitere Szenarien erproben mehrere parallele Drohnenflüge inklusive An- und Abmeldeverfahren, außerdem Routenplanung sowie die anschließende Flugdurchführung", hieß es bei Droniq.

Westhagemann: "Wichtiger Meilenstein"

Der Vorsitzende der DFS-Geschäftsführung, Arndt Schoenemann, sagte: "Wir zeigen hier, wie modern und digital ein Luftraum für Drohnen gestaltet werden kann." Hamburgs Wirtschaftssenator Michael Westhagemann (parteilos) betonte: "Das U-Space Reallabor ist (...) ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zur regelhaften Nutzung von Drohnen insbesondere im öffentlichen Interesse, wie bei der Feuerwehr oder dem Transport von medizinischen Gütern."

Exportschlager Drohnen?

Für die Bundesregierung haben die unbemannten Fluggeräte ein enormes Potenzial für verschiedene Anwendungen, die weit über das Ausliefern zum Beispiel von Paketen oder Medikamenten hinausgehen. Mit einem Aktionsplan will die Bundesregierung Drohnen schon in wenigen Jahren als alltäglichen Verkehrsträger etablieren - und zu einem deutschen Exportschlager machen. Bis es so weit ist, sind offene Fragen zu klären. "Um das wirtschaftliche Potenzial von Drohnen vollumfänglich zu nutzen, müssen sie einfach und sicher in den bestehenden Flugverkehr integriert werden", sagt Droniq-Chef Jan-Eric Putze. "Die Testflüge markieren den nächsten Schritt, das zu erreichen."

Verkehrsministerium fördert Hamburger Reallabor

Nach Ende der Testflugphase sind im Herbst Flugwochen mit praktischen Vorführungen geplant. Das Verkehrsministerium fördert das Hamburger Reallabor mit einer knappen halben Million Euro.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 14.09.2021 | 17:00 Uhr

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