Stand: 27.10.2019 21:42 Uhr  - Hamburg Journal

Thüringen-Wahl: Gemischtes Fazit in Hamburg

Bei der Landtagswahl in Thüringen ist die Linke von Ministerpräsident Bodo Ramelow stärkste Kraft geworden. Sein bisheriges Bündnis mit SPD und Grünen hat aber keine Mehrheit mehr im Erfurter Landtag. CDU und FDP schlossen eine Koalition mit der Linken aus. Und mit der AfD, die zweitstärkste Fraktion wurde, hält keine andere Partei eine Zusammenarbeit für möglich. Deshalb steht Thüringen vor einer schwierigen Regierungsbildung. Hamburger Politiker reagierten nach der Wahl sehr unterschiedlich auf die Ergebnisse.

Leonhard: "SPD konnte nicht profitieren"

Hamburgs SPD-Landesvorsitzende und Sozialsenatorin Melanie Leonhard (SPD) erklärte auf Twitter, dass trotz hoher Zufriedenheit mit der rot-rot-grünen Regierung die Sozialdemokraten nicht profitieren konnten. Das Ergebnis für die AfD betrübe sie sehr. Auftrag sei nun, eine Regierung ohne die Partei zu bilden.

Der stellvertretendende SPD-Landesvorsitzende in Hamburg, Matthias Bartke, sagte im Hamburg Journal, das Ergebnis sei für seine Partei doppelt bitter, da mit Thüringen nun das zweite ostdeutsche Land ein einstelliges Ergebnis gebracht habe.

Fegebank: "Frustrierend für Grüne"

Auch Farid Müller, Grünen-Bürgerschaftsabgeordneter betonte im Hamburg Journal, es erschrecke ihn sehr, dass eine "rechte AfD unter Björn Höcke so ein Ergebnis einfangen kann. Das muss uns allen zu denken geben". Hamburgs Landesvorsitzende und Zweite Bürgermeisterin Katharina Fegebank bezeichnete das knappe Ergebnis für die Grünen in Thüringen als frustrierend.

Heintze: "CDU muss Strategie überdenken"

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Thüringen-Wahl: Schwierige Regierungsbildung erwartet

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Ministerpräsident Ramelow fährt ein Spitzenergebnis ein, aber für eine Fortsetzung von Rot-Rot-Grün reicht es wohl nicht. Mehr auf tagesschau.de extern

Der CDU-Landesvorsitzende Roland Heintze nannte das Ergebnis für den thüringischen Landesverband der Christdemokraten bitter. Es zeige, dass die Strategie für die ostdeutschen Länder überdacht werden müsse und die Partei sich künftig mehr an Themen und Köpfen orientieren solle als an klassischen Farbenspielen.

Stoop: "Mit linker Politik wird es weitergehen"

David Stoop, der Landessprecher der Linken in Hamburg wiederum freute sich über das gute Abschneiden seiner Partei in Thüringen. Er sagte, es sei ein wichtiges Signal, dass die AfD nicht erste Kraft sei, sondern die Linke mit deutlichem Abstand zu der Partei. Mit linker Politik werde es also sicher weitergehen. Allerdings werde es nun schwieirig, eine Koalition zu bilden.

Kruse: "Rückenwind für Hamburger FDP"

Michael Kruse, FDP-Fraktionsvorsitzender in der Hamburgischen Bürgerschaft, gab als Ziel aus, das einstellige Ergebnis der FDP Thüringen für Hamburg zu verdoppeln. Das Abschneiden der Liberalen in dem ostdeutschen Bundesland sei aber grundsätzlich zu begrüßen und gebe dem Hamburger Landesverband Rückenwind.

Nockemann: "genialer Erfolg der AfD"

Dirk Nockemann, Landesvorsitzender der Hamburger AfD, gratulierte seinen Parteikollegen. Er sprach von einem "genialen Erfolg", da die AfD in Thüringen so stark sei "wie die SPD, Grünen und FDP zusammen." Die erfolgreichen Wahlen aus Sachsen und Brandenburg würden damit fortgesetzt.

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Alle Zahlen zur Landtagswahl in Thüringen

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Thüringen hat gewählt. Wer es in den Landtag geschafft hat, wer die Gewinner und Verlierer sind und wer künftig regieren könnte - alle aktuelle Informationen im Wahlmonitor von tagesschau.de. extern

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Hamburg Journal | 27.10.2019 | 19:30 Uhr

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