Stand: 18.05.2019 09:30 Uhr

Suppenküche feiert Jubiläum mit einem Festmahl

Die Suppenküche der Evangelischen Kirchengemeinde St. Georg-Borgfelde hat am Freitag ihr 25-jähriges Bestehen mit einem Festakt gefeiert. Im Stadtteil St. Georg, der von extremen Gegensätzen geprägt ist, prallen Reichtum und Armut aufeinander. Seit 1994 organisiert hier jeden Freitag eine eingeschworene Gruppe von 25 Ehrenamtlichen das Essen für Bedürftige. Bereits am Morgen schmieren sie Brötchen - ein festes Ritual. Rund 150 Gäste kommen jede Woche.

Brigitte Gelpke und andere Ehrenamtliche bei Essensvorbereitungen in der Kirchengemeinde St. Georg.

Suppenküche St.Georg feiert 25-jähriges Jubiläum

Hamburg Journal -

Seit 25 Jahren versorgt die Suppenküche Evangelische Kirchengemeinde St. Georg-Borgfelde Bedürftige mit Essen. Hotels wie das Atlantic oder der Reichshof helfen dabei.

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Persönlich unterstützt wird die Suppengruppe von Pastorin Elisabeth Kühn und Pastor i.R. Gunter Marwege. Gemeinsam mit dem Krankenmobil der Caritas kümmern sie sich jede Woche um die Gäste. Brigitte Gelpke war von Beginn an bei der Suppenküche dabei. "Man sah die vielen schrecklichen Gestalten am Hauptbahnhof, wie sie dalagen - krank, zugedröhnt", sagte Gelpke. "Und ich hatte das Gefühl, einfach was zurückzugeben, zu helfen.“ Einer ihrer Mitstreiter erklärte: "Seitdem ich das hier mache, habe ich ein ganz anderes Verhältnis dazu, wenn ich Bettler an der Straße sehe." Es sei schön, die Gäste da zu haben.

Hotels unterstützen die Suppenküche

Die Ehrenamtlichen kochen auch selbst, aber große Mengen an benötigtem Essen können sie nicht zubereiten. Daher wir die Suppenküche seit vielen Jahren von Hotels aus dem Stadtteil unterstützt, wie dem Atlantic oder dem Reichshof. Sach- und Geldspenden von Privatpersonen und Einzelhändlern decken zudem die Kosten der Kirchengemeinde.

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Festmahl zum Jubiläum

Eigentlich hätte es zum Jubiläum auch wie sonst Suppe geben sollen. Doch zur Feier des Tages hatte sich das Küchenteam des Reichshofs etwas Besonderes ausgedacht: Roastbeef, Kartoffeln und Spargel. "Zum 25. Jubiläum wollen wir etwas ganz Besonderes machen, nicht nur irgendeinen Eintopf", sagte Mario Regensburg, Küchenchef des Reichshofs. "Weil wir es toll finden, Menschen zu unterstützen, hilfsbedürftige Menschen: Jeder kann Hilfe gebrauchen, jeder hat Hunger."

Suppenküche bewahrt vor Essen aus dem Müll

Das Essen aus den Hotels transportieren die Ehrenamtlichen in Wärmebehältern die wenigen Hundert Meter zurück zur St.-Georgs-Kirche. Am Freitag konnten es die Gäste dort kaum glauben, als das richtige Festtagsmenü aufgetischt wurde. Sie wurden bedient wie in einem echten Restaurant. "Ich bin seit sieben Jahren wohnungslos", erzählte eine Frau. Ohne das Angebot der Suppenküche müsste sie Essen aus dem Müll suchen oder betteln gehen, sagte sie. "So komme ich eben zu meiner Mahlzeit."

Bischöf dankt den Ehrenamtlichen

Kirsten Fehrs, Bischöfin von Hamburg, bedankte sich am Freitag persönlich bei den Helfern. "Ich danke von vollem Herzen der ganzen Suppengruppe, die es seit 25 Jahren gibt.“ Der große Einsatz der Ehrenamtlichen sei das soziale Gesicht des Stadtteils, sagte Fehrs. Eine ehrenamtliche Helferin wurde für ihr langjähriges Engagement besonders geehrt.

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Dieses Thema im Programm:

Hamburg Journal | 17.05.2019 | 19:30 Uhr

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