Entwurf für den Bahnhof Diebsteich vom dänischen Architekturbüros C.F. Møller. © C.F. Møller

Streit um eine geplante Musikhalle am Bahnhof Diebsteich

Stand: 12.11.2021 08:16 Uhr

In etwa fünf Jahren wird man rund um den neuen Hamburger Fernbahnhof Altona viel erleben können. Das zumindest verspricht der Senat, der am Donnerstag einen Rahmenplan zum Diebsteich-Viertel vorgelegt hat.

Der bisher verschlafene Diebsteich soll einmal Anziehungspunkt für Bahnreisende, Musik- und Fußballfans werden. Denn an dem Fernbahnhof plant Hamburg ein Fußballstadion für Altona 93, eingefasst von sechsstöckigen Wohnhäusern. Entstehen soll dort außerdem auch eine Musikhalle für etwa 5.000 Besucherinnen und Besucher.

"Menschen werden nicht gehört"

Das lehnte Heike Sudmann von der Linksfraktion im Stadtentwicklungsausschuss am Donnerstag strikt ab. "Es gab viele Beteiligungsverfahren. Ein Hauptkritikpunkt war, dass die Musikhalle an den Diebsteich kommen soll", so Sudmann. Diese Kritik werde nicht berücksichtigt, die Menschen könnten sagen, was sie wollen, sie würden nicht gehört.

Andere Nutzung statt Abreißen

Ungeachtet dieser Kritik, überlegt Hamburgs Oberbaudirektor Franz Josef Höing, eine alte Werkhalle von Thyssen Krupp für die Musikhalle zu nutzen. Auch die leer stehende Paketposthalle könnte ein zweites Leben als Kulturstätte bekommen. "Von außen hat sie wirklich einen sehr rauen Charme", so Höing. Der ein oder andere könne auf die Idee kommen, die Halle abzureißen - er selbst sei dagegen. "Wir wissen, dass die Kreativwirtschaft gerade solche Flächen sucht", erklärt Höing. Wenige Gebäude abreißen, stattdessen viele anders nutzen - der Umwelt zuliebe. Das ist das Motto für den Diebsteich.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 12.11.2021 | 08:00 Uhr

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