Stand: 29.01.2020 19:38 Uhr

Streit über Lascharbeiten im Hamburger Hafen

Die Gewerkschaft ver.di und die Linke werfen dem Hamburger Senat im Streit über Ladungsarbeiten im Hafen Wortbruch vor. Hintergrund: Anders als in anderen Hafenstädten ist es in Hamburg Seeleuten nicht ausdrücklich verboten, Container auf Schiffen festzumachen.

"Laschen ist Hafenarbeit"

Sogenannte Lascher lösen auf dem am neuen Containerterminal in Hamburg-Altenwerder liegenden Containerschiff "Hamburg Express" die Befestigungen an Containern. © picture alliance / dpa Foto: Kay Nietfeld
Über das Befestigen der Container an Bord von Schiffen gibt es Streit. Dürfen das nur Hafenarbeiter übernehmen?

"Laschen ist Hafenarbeit" - unter diesem Motto hat sich die Internationale Transportarbeitergewerkschaft ITF im vergangenen Jahr mit Reedern weltweit darauf verständigt, dass Seeleute nicht für traditionelle Hafenarbeiten eingesetzt werden sollen. Bereits 2018 hatte die Bürgerschaft den Senat aufgefordert, eine solche Regelung auch in Hamburg zu prüfen - bislang erfolglos.

Kapitän weigert sich, Laschtrupps an Bord zu lassen

Erst am vergangenen Freitag etwa weigerte sich der Kapitän eines Containerschiffes am Terminal Buchardkai, die Laschtrupps an Bord zu lassen. Stattdessen kamen die eigenen Seeleute der "Vera Rambow" zum Einsatz, um die Boxen zu lösen, bevor der Frachter entladen werden konnte.

Die Linke unterstützt Protest

Ihren Protest tragen ver.di und die Hafenarbeiter nun in die Bürgerschaft. Am übergaben sie Unterschriften an die Abgeordneten. Unterstützung kommt von der Linken. "Es geht beim Laschen sowohl um Arbeitsplätze im Hafen als auch um die Sicherheit auf Schiffen", sagte der Bürgerschaftsabgeordnete Norbert Hackbusch. Während SPD und Grüne in der Bürgerschaft lediglich weitere Prüfungen vorschlagen, fordern die Linken eine klare Regelung fürs Laschen.

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 29.01.2020 | 10:00 Uhr

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