Stand: 10.12.2018 14:50 Uhr

Starke Hamburger Handelskammer gefordert

Die Hamburger Handelskammer wird nach dem Rücktritt von Präses Tobias Bergmann bis zu einer Neuwahl von einem seiner bisherigen Vizes, André Mücke, geführt. Das wurde am Montag bekanntgegeben. Mücke, der auch zur Gruppe der sogenannten Kammerrebellen gehört, erklärte, der zurückgetretene Bergmann habe wichtige Veränderungen angestoßen. Dessen Bekenntnis, die Handelskammer moderner zu gestalten, habe weiter Gültigkeit. Nun seien alle gefordert, sich im Dienste der Hamburger Wirtschaft den Sachthemen zu widmen.

Wirtschaftssenator fordert starke Kammer

Wirtschaftssenator Michael Westhagemann (parteilos) appellierte am Montag an die gewählten Vertreter im Plenum, die Nachfolge schnell zu regeln und sich auf die Sacharbeit zu konzentrieren. "Die Situation muss die Kammer selbst klären", so Westhagemann. "Die Kammer ist für mich ein wesentlicher Begleiter, auch in der Diskussion, wie wir viele Dinge weiterentwickeln möchten in dieser Stadt. Und deswegen würde ich mir wünschen, dass sich zukünftig wieder eine starke Kammer in dieser Stadt befindet." Bereits vor einem Monat hatte Westhagemann sich eine starke Handelskammer gewünscht.

Kritik von Wirtschaftsverbänden

Auch Wirtschaftsverbände und Parteien fordern unterdessen einen Neuanfang. Hamburg brauche wieder eine starke Handelskammer als Interessenvertretung der Wirtschaft. Am deutlichsten formulierte der Geschäftsführer der Haspa Direkt, Niels Pirck, seine Kritik. Der ganze Vorgang sei in der Geschichte der Handelskammer ohne Beispiel, sagte er, das zerstrittene und unfähige Handelskammer-Präsidium müsse jetzt dem Beispiel von Tobias Bergmann folgen und zurücktreten.

Dünne Stellungnahme des Präsidiums

Das in der Kritik stehende Präsidium der Kammer hatte sich am späten Sonntagnachmittag mit einer eher dünnen Stellungnahme zu Wort gemeldet: "Tobias Bergmann hat wichtige Veränderungen angestoßen. Sein Bekenntnis, die Handelskammer moderner zu gestalten, hat weiterhin Gültigkeit. Wir sind nun alle gefordert, uns den Sachthemen zu widmen und den Moderisierungsprozess konstruktiv und im Dialog fortzuführen." Welche Konsequenzen aus dem Rücktritt zu ziehen seien, wolle man Anfang der Woche besprechen.

Einen Neuanfang in der Hamburger Handelskammer wünschen sich auch die CDU und die FDP und der Groß- und Außenhandelsverband AGA und die Familienunternehmer. Die Handelskammer müsse wieder zur starken Stimme der Wirtschaft werden.

Kommentar

Kommentar: Handelskammer braucht einen Neuanfang

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 10.12.2018 | 15:00 Uhr

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