Stand: 05.12.2019 19:55 Uhr

Staatsanwalt zu Tod von UKE-Patient: Kein Rassismus

Vor acht Monaten starb ein Psychiatrie-Patient am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE), nachdem er vom Sicherheitspersonal überwältigt wurde. Am Donnerstagabend hat nun der Wissenschaftsausschuss der Hamburgischen Bürgerschaft über den Fall debattiert - die Staatsanwaltschaft nannte dabei Einzelheiten ihrer Ermittlungen.

Fixierung als Todesursache ausgeschlossen

Demnach könnten laut Staatsanwaltschaft inzwischen zwei Dinge höchstwahrscheinlich ausgeschlossen werden: Der 34-jährige Kameruner ist laut Obduktion nicht daran gestorben, dass er auf dem Bauch liegend fixiert wurde. Fest steht aber, dass der Mann eine schwere Herzerkrankung hatte.

Staatsanwaltschaft sieht keine rassistischen Motive

Zweitens gibt es offensichtlich keine rassistischen Motive beim Sicherheitspersonal - es gebe keinerlei Hinweise von den Zeugen auf solche Motive. Genau diesen Vorwurf hatte vor allem die Linke immer wieder indirekt erhoben. Von der Black Community Hamburg waren Demonstrationen organisiert worden.

Pöbeleien aus dem Publikum

Die Ausschusssitzung fand vor einem großen und überwiegend linken Publikum statt - immer wieder gab es Zwischenrufe und auch Pöbeleien, wenn Vertreter des UKE oder des Senats zu Wort kamen. Sie hatten den Tod des Mannes ausdrücklich bedauert und den Angehörigen ihr Beileid ausgesprochen.

UKE-Chef berichtet von vielen gewalttätigen Patienten

Gleichzeitig machte UKE-Chef Burkhard Göke deutlich, dass es immer wieder zu gewalttätigen Übergriffen von Patienten kommt. Erst in dieser Woche sei die Polizei auf die Psychiatrie gerufen worden, die Beamten mussten mit gezogener Waffe kommen, um die Situation zu entschärfen.

Die Ermittlungen sind inzwischen soweit vorangekommen, dass die Rechtsanwälte der drei beteiligten Sicherheitsleute und der Ärztin ihre Stellungnahmen abgeben können.

Dieses Thema im Programm:

Hamburg Journal | 05.12.2019 | 20:00 Uhr

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