Stand: 16.11.2019 21:19 Uhr

Spektakulärer Abriss der City-Hochhäuser

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Stück für Stück werden die alten City-Hochhäuser abgetragen. Eine Sprengung hätte die Kontorhäuser gefährdet.

Der Abriss der City-Hochhäuser zieht viele Blicke auf sich. Viele Passantinnen und Passanten in der Hamburger Innenstadt bleiben stehen und beobachten die großen Geräte, die die alten Bauwerke Stück für Stück abtragen. Die Herausforderungen für das Bauteam hingegen liegen ganz oben und ganz unten. Bauleiter Bastian Kaden und Polier Thorsten Borchers gehen durch das alte Parkhaus, überall liegt Schutt. Während man die Untergeschosse normalerweise für den Neubau ausbaggert, werden diese hier erst einmal aufgefüllt.

Tiefgarage wird aufgefüllt

"Wir werden später als Baugrubenumschließung eine Betonwand um die gesamte Baugrube herum bauen. Die Fahrzeuge, die wir dafür brauchen, diese Großgeräte sind so schwer, dass die Decken, auf denen wir jetzt stehen, dieses Gewicht nicht tragen können. Und um das Gewicht aufzunehmen, hat man sich entschlossen, die gesamte Tiefgarage mit Schotter und Sand aufzufüllen", sagt Bauleiter Kaden.

Ein Bagger beim Abriss eines Hochhauses.

So geht der Abriss der City-Hochhäuser voran

Hamburg Journal -

Ein 80-köpfiges Team kümmert sich um den Abriss der City-Hochhäuser - unter ständiger Beobachtung von Schaulustigen. Bis zum Juni 2020 müssen die Arbeiten erledigt sein.

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Sprengung hätte Kontorhäuser beschädigt

Fast 100 Tonnen wiegt so eine Baumaschine, die derzeit den Hauptteil der Abrissarbeiten übernimmt. Meter für Meter von oben nach unten knabbert der Betonbeißer Teile des Hauses ab. Eine Sprengung der Hochhäuser wäre technisch zwar ebenfalls möglich gewesen. Allerdings hätten die Erschütterungen auch die historischen Kontorhäuser in der Umgebung beschädigen können. Eigentlich haben Kaden und Borchers den üblichen Zeitdruck, doch die schlechte Bauqualität der vier Nachkriegsbauten hat das Team überrascht.

Kein Abriss wie jeder andere

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Die oberen Etagen müssen von Hand abgetragen werden. Kleine Bagger übernehmen den Job.

"Die Zeit, die benötigt wird, um den Beton zu verkleinern, ist geringer als wir angenommen haben. Wir vermuten, dass der Beton doch nicht die Härte aufweist, die wir ursprünglich angenommen haben", sagt Kaden. Deshalb ist dieser Abriss besonders. Liegt die Baustelle doch mitten in der Hamburger Innenstadt, eingerahmt von zahlreichen Straßen. Lärm und Dreck fallen an. Immerhin sind keine Anwohner betroffen. Doch die zahlreichen Büros sind eine weitere Herausforderung für das Team von Kaden.

Keine Zeit für fantastischen Ausblick

"Nee, eine ganz normale Baustelle ist das nicht. Es ist schon ein Aufwand hier, vier solche Hochhäuser im Innenstadtbereich abzubrechen, mit den ganzen Randbedingungen, die dafür einzuhalten sind, das ist schon eine reizvolle Aufgabe", sagt Kaden. Für den fantastischen Ausblick über Hamburg haben die Arbeiter im 10. Obergeschoss keine Zeit. Mit kleinen Baggern werden mehrere Etagen von Hand abgebrochen. Die Höhe der alten Bürogebäude ist das Problem. Eigentlich müsste der Sicherheitsabstand zu Gehwegen und Straßen für den Abriss der Höhe des Hauses entsprechen. Doch das ist in der City unmöglich.

Der City-Hof: Früher und heute

Zwei Etagen müssen noch runter

"Der Abstand steht uns hier nicht so zur Verfügung wie wir das gerne hätten. Deswegen müssen wir vier Etagen mit der Hand abbrechen. Das läuft hier gerade im 10, Obergeschoss, eine Etage ist schon runter, zwei Etagen müssen wir noch", sagt Polier Borchers. Bis zum Juni kommenden Jahres muss das 80-köpfige Team fertig sein - dann steht die Grundsteinlegung für den neuen Gebäudekomplex an.

Große Pläne für den Neubau

Der City-Hof wurde von 1956 bis 1958 gebaut. Es waren die ersten Hochhäuser in der Innenstadt nach dem Zweiten Weltkrieg. Obwohl die sanierungsbedürftigen Gebäude unter Denkmalschutz standen, entschied sich die Stadt für den Abriss und einen umstrittenen Neubau. Ein Investor will auf dem Gelände rund 150 Wohnungen, Büros, eine Kita und Läden in einem Gebäude mit rötlicher Backsteinfassade bauen. Darunter soll es eine Tiefgarage geben. Die Fertigstellung des rund 250 Millionen Euro teuren Projekts ist für 2023 geplant.

Die City-Hof-Hochhäuser in der Hamburger Innenstadt.

Hamburg damals: Die City-Hochhäuser

Hamburg Journal -

Als die City-Hochhäuser 1958 gebaut wurden, galten sie als sehr modern. Inzwischen ist die schlichte Architektur der "grauen Klötze" vielen Hamburgern ein Dorn im Auge.

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Dieses Thema im Programm:

Hamburg Journal | 14.11.2019 | 19:30 Uhr

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