Seuchenschutz: Rettungskräfte üben im Hamburger Hafen

Stand: 15.10.2021 13:21 Uhr

Wie können Hamburger Rettungskräfte helfen, wenn auf einem Kreuzfahrtschiff eine gefährliche Infektionskrankheit ausbricht? Am Freitag haben im Hafen etwa 300 Feuerwehrleute, Polizistinnen und Polizisten sowie das Havarie-Kommando für diesen Ernstfall geprobt.

Das fiktive Szenario: Ein Kreuzfahrtschiff hat in Antwerpen abgelegt und läuft den Hamburger Hafen an. An Bord haben sich Dutzende Passagiere mit einer unbekannten Krankheit infiziert - und die Zahl der Erkrankten steigt. Bevor das Schiff Hamburg erreicht, sollen Rettungskräfte an Bord gebracht werden und klären, um welche Krankheit es sich handelt. In so einem Fall müsse Hand in Hand gearbeitet werden, sagte Simone Starke vom Havarie-Kommando: "Es ist wichtig, die Schnittstellen zu beüben zwischen den verschiedenen Behörden, die in so einem Fall zusammenarbeiten müssen."

Rettungskräfte sollen sich aus Helikopter abseilen

Die Behörden sind zu Übungszwecken bereits am Donnerstag alarmiert worden, am Freitag folgte der aktive Teil der Infektionsschutz-Übung. Allerdings kam kein echtes Schiff, die Abfertigungshalle des Cruise Centers Steinwerder diente als Modell für das Schiffsdeck. Am Einsatzort seilten sich Rettungskräfte aus einem Helikopter ab, um Patientinnen und Patienten in einem Notlazarett behandeln.

Alles habe gut geklappt, sagte der Sprecher der Sozialbehörde, Martin Helfrich: "Für uns geht es heute weniger um die konkreten Handgriffe, sondern uns geht es noch mehr darum, diesen Ablauf einfach schon zu durchdenken. Hier geht es jetzt schon um das Zusammenwirken von ganz vielen Akteuren." Das Verzahnen von Rettungsteams, Polizei, Feuerwehr, Hafen- und Gesundheitsbehörden, Absprachen und Koordination - all das soll verbessert und später wissenschaftlich aufgearbeitet werden mit dem Ziel, Trainings- und Notfallkonzepte zu erarbeiten, um bei solchen Ausbrüchen auf Schiffen effizient handeln zu können.

Neuartiges Übungsszenario mit Schwerpunkt Infektion

Die Sozialbehörde spricht von einem neuartigen Übungsszenario mit dem Schwerpunkt Infektion. Es gehe zunächst darum zu klären, welche Schutzmaßnahmen im Notfall erforderlich sind. So würden eine tropische Durchfall-Erkrankung und ein Ebola-Fall jeweils unterschiedliche Reaktionen erfordern. Die Übung soll auch als Vorlage dienen für zukünftige echte Rettungseinsätze weltweit.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 15.10.2021 | 13:00 Uhr

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