Stand: 18.12.2018 19:25 Uhr

Senat beschließt Maßnahmen gegen Staus

Der Hamburger Senat hat am Dienstag ein Maßnahmenpaket für ein besseres Baustellenmanagement beschlossen. Die Baumaßnahmen der Hauptstraßen sollen enger mit denen der Nebenstraßen koordiniert werden. Durch neue Stellen und straffe Zuständigkeiten will Verkehrssenator Michael Westhagemann (parteilos) die Staus verkürzen.

14 neue Verkehrkoordinatoren für die Bezirke

Trotz Bau weniger Stau - so lautet das Ziel des Senats. Allein in den Bezirken stellt er 14 Verkehrskoordinatoren ein. Sie sollen jeden Tag zusammen mit dem städtischen Koordinator verhindern, dass auf den Umleitungen auch gebaut wird. Wenn festgestellt wird, dass Maßnahmen zu großen Behinderungen führen, sollen diese verschoben werden, erklärte Westhagemann.

Bürger sollen besser informiert werden

Das 24-Punkte-Paketsieht auch eine verbesserte Kommunikation nach innen und außen vor. Sämtliche Daten zu Baumaßnahmen sollen digital erfasst und Informationen über Staus und Störungen spätestens ab Mai 2019 für Bürger im Internet und über eine Telefon-Hotline abrufbar sein. Zudem soll die Polizei stärker gegen Falschparker in zweiter Reihe vorgehen, Unfallstellen schneller geräumt werden, und die Stadtreinigung soll prüfen, ob sie durch eine Änderung der Müllabfuhrpläne zu einer Verkehrsentlastung beitragen kann.

"Alle haben sich weggeduckt"

Es soll aber ähnlich viele Baustellen geben. Warum aber hat Hamburgs Verkehrshörde das Maßnahmenpaket nicht schon vor Jahren umgesetzt? Der neue Senator beantwortet das erfrischend offen mit Beobachtungen seiner Beamten beim Amtsantritt: "Wenn Sie gefragt hätten, wer koordiniert das denn jetzt alles, dann hätten Sie die gleiche Antwort bekommen, wie ich sie jetzt auch bekommen habe: Alle haben sich weggeduckt." Ab Mai 2019 gebe es klare Zuständigkeiten und Aussicht auf weniger Staus, so der Senator.

Kritik von CDU und FDP, Lob vom ADAC

CDU und FDP kritisieren das neue Baustellenmanagement des Senats. Die FDP setzt eher auf intelligente Ampelschaltungen. Die CDU fragt, warum die Nöte der Autofahrer nicht viel früher ernst genommen wurden. Zustimmung für die Pläne kommt dagegen von Hans Piper vom ADAC Hansa: "Wenn man allein schon verhindert, dass zwei Baustellen auf der Umleitung auch noch die Hauptbaustelle verstärken, dann wäre schon mal viel gewonnen."

Weitere Informationen

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 18.12.2018 | 15:00 Uhr

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