Stand: 22.06.2020 19:31 Uhr

Schulumfrage: Homeschooling eher unbeliebt

Schüler und Schülerinnen, Eltern und Lehrkräfte in Hamburg sind zunehmend unzufrieden mit der Unterrichtssituation während der Corona-Krise. Das ist eines der Ergebnisse einer Umfrage der Schulbehörde, die zwischen dem 29. Mai und 7. Juni lief.

Viele Eltern fühlen sich "stark belastet"

Eine Frau und ein Mädchen sitzen an einem Schreibtisch. © picture alliance/dpa Themendienst Foto: Mascha Brichta
Am meisten belastet fühlen sich laut der Umfrage Eltern der Grundschüler.

Alle Gruppen empfinden den Fernunterricht demnach als "anstrengend". Die Eltern sind am wenigsten zufrieden: Sie bewerten die derzeitigen Unterrichtsangebote mit der Note 3,9. Unter ihnen fühlten sich 54,3 Prozent "stark belastet". Am meisten belastet sind dabei die Eltern der Grundschülerinnen und Grundschüler. Sie gaben an, dass sie ihre Kinder derzeit viel mehr unterstützen müssten, und dass es dadurch auch häufig zu Konflikten komme.

Schülerinnen und Schüler ab 14 Jahren kommen dagegen nach eigenen Angaben besser mit der Situation zurecht. Sie bewerten die Versorgung durch Lehrkräfte im Schnitt mit der Note 3,3 – und damit sogar noch besser als die Lehrkräfte selbst.

Sorgen um den Lernfortschritt

Mehr als 20.000 Rückmeldungen hat die Schulbehörde auf ihre Online-Umfrage bekommen, davon fast 14.000 von Eltern. Besonders die Lehrkräfte wünschen sich dabei den Präsenzunterricht zurück. Auch weil sie sich Sorgen um den Lernfortschritt ihrer Schüler machen - weniger an den Gymnasien, mehr an den Stadtteilschulen.

"Wie zu erwarten, ist die Zufriedenheit der Eltern mit dem Fernunterricht nach so langer Zeit zurückgegangen", erklärte Schulsenator Ties Rabe (SPD). Der Anfangselan der Eltern habe mit der Zeit deutlich nachgelassen. "Von allen Gruppen wünschen sich die Lehrkräfte am stärksten den Präsenzunterricht zurück, die Schülerinnen und Schüler sind hier etwas zurückhaltender. Dennoch bin ich zusammen mit der großen Mehrheit aller Gruppen froh, dass die Schule nach den Sommerferien wieder öffnet", erklärte Rabe.

Der Vorsitzende der Elternkammer, Marc Keynejad, betonte: "Die verständliche Freude über die in Aussicht gestellte Rückkehr zum Präsenzunterricht darf jedoch nicht dazu verführen, zur Schule wie vor der Krise zurückzukehren." Vielmehr müsse Lehren aus den vergangenen 13 Wochen gezogen und in neue Unterrichtskonzepte umgewandelt werden. "Kinder, die durch die Krise benachteiligt wurden müssen jetzt wieder aufgefangen werden. Zwei Wochen Ferienschule werden das alleine nicht leisten können."

 

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 22.06.2020 | 18:00 Uhr

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