Ein Schüler betritt die Ida-Ehre-Schule. © picture alliance/dpa | Daniel Reinhardt Foto: Daniel Reinhardt

Schulleitung reagiert nach Angriff vor der Ida Ehre Schule

Stand: 23.08.2021 20:41 Uhr

An der Ida Ehre Schule in Hamburg-Eimsbüttel hat am Montag eine Krisensitzung stattgefunden. Vergangene Woche hatten Schülerinnen und Schüler vor der Schule einen Polizisten bedroht und dann angegriffen. Offenbar schauten Erwachsene dabei zu.

Im Anschluss an die Sitzung am Montag äußerte sich die Schulleitung schriftlich. "Es hat uns entsetzt, mit welchem Gewaltpotenzial schon Kinder agieren können", heißt es in einem veröffentlichten Brief der Schulleiterin. Neben aller polizeilichen und disziplinarischen Konsequenzen sehe die Schulleitung es als ihre Pflicht an, mit der gesamten Schülerschaft sehr gezielt hierzu zu arbeiten, was geschehen sei, hieß es weiter.

Losgegangen sei alles nach den Sommerferien, heißt es in dem Brief. Ein 13-jähriger Schüler einer anderen Schule bedrohte demnach immer wieder Kinder und Jugendliche der Ida Ehre Schule. Die Schule informierte die Polizei.

Mehr als 80 Jugendliche beteiligt

Am vergangenen Donnerstag dann hatte eine Schülergruppe in der Nähe der Schule einen Polizisten attackiert und mehrfach gegen den Kopf getreten, wie die Polizei mitteilte. Als Verstärkung kam, wurden die Beamten und Beamtinnen nach Polizeiangaben bespuckt und bepöbelt. Insgesamt waren die Besatzungen von zwölf Streifenwagen im Einsatz. Zwischenzeitlich seien mehr als 80 Schülerinnen und Schüler vor Ort gewesen.

Jugendlicher war der Polizei bekannt

Zuvor hatte der Polizist, der mit einem Fahrrad unterwegs war und an der Schule als Ansprechpartner, als sogenannter Cop4U, arbeitet, einen Streit zwischen zwei Kindern zu schlichten versucht. Er hatte dann den polizeibekannten 13-Jährigen zu Boden gebracht, um ihn zu fixieren und weil der Verdacht bestand, dass der Jugendliche eine Waffe hat. Nach Informationen von NDR 90,3 war dem 13-Jährigen nur einen Tag vor dem Vorfall in der Schule ein Teleskop-Schlagstock abgenommen worden. Bei der Auseinandersetzung mit dem Polizisten war er unbewaffnet.

Mehrere Erwachsene griffen nicht ein

Laut Schulleitung der Ida Ehre Schule gehörte nur ein Teil der Jugendlichen zur eigenen Schülerschaft - im direkten Umkreis befinden sich mehrere andere Schulen. Besonders erschüttert zeigte sich die Schule davon, dass unter den Schaulustigen auch Erwachsene waren - die offenbar nicht eingriffen. Einen Vorwurf wies die Schule zurück: Anders als behauptet, hätten Lehrer eingegriffen und versucht, die Lage zu beruhigen. Der 13-Jährige, mit dem alles angefangen hat, war am folgenden Tag schon wieder auf dem Schulgelände.

Rabe: "Gewalt wird nicht akzeptiert"

Auch Hamburgs Schulsenator Ties Rabe (SPD) hatte sich über den Vorfall bestürzt gezeigt. "Gewalt wird weder in der noch vor der Schule akzeptiert", sagte er. Man werde mit aller Konsequenz vorgehen, so Rabe. Schulleitung, -aufsicht, -psychologinnen und -psychologen und Gewaltprävention arbeiteten dem Senator zufolge mit Hochdruck daran, herauszufinden, welche Schlüsse aus dem Vorfall zu ziehen und welche Maßnahmen einzuleiten sind. Außerdem stehe man im engen Austausch mit der Polizei.

Weitere Informationen
Die Ida Ehre Schule in Hamburg. © picture alliance  / dpa Foto: Georg Wendt

Jugendliche greifen Polizisten vor Hamburger Schule an

Die Hamburger Polizei ermittelt gegen drei Jugendliche, die vor der Ida Ehre Schule einen Stadtteilpolizisten attackiert haben. (20.08.2021) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 23.08.2021 | 17:00 Uhr

Mehr Nachrichten aus Hamburg

Auf einer Bühne auf dem Hamburger Fischmarkt hält Robert Habeck vor Hunderten Zuschauern eine Wahlkampfrede. © picture allience / dpa Foto: Christian Charisius

Wahlkampf: Festivalstimmung bei Habecks Auftritt in Hamburg

Der Bundesvorsitzende der Grünen, Robert Habeck, trat auf dem Fischmarkt auf. Mehrere Hundert Menschen kamen zum Wahlkampfendspurt. mehr