Stand: 21.08.2017 14:15 Uhr

Schmetterlinge auf dem Rückzug

Ob Kleiner Feuerfalter, Schachbrett- oder Totenkopf-Falter: Zahlreiche Schmetterlingsarten, die noch vor einem halben Jahrhundert allgegenwärtig waren, sind heute kaum noch zu finden. "Dramatisch" nennt der Biologe Josef Reichholf den Rückgang der Arten. Mittlerweile sei die Lebensqualität für Schmetterlinge in einer Großstadt wie Hamburg oder München besser als in ländlichen Regionen mit intensiver Landwirtschaft, sagte Reichholf, ehemaliger Chef-Ornithologie der Zoologischen Staatssammlung München, bei der Vorstellung der Studie am Montag in Hamburg. Auch sei der Rückgang der Schmetterlingsarten in den Wäldern weniger dramatisch als in Ackerlandschaften.

Ein Schmetterling sitzt auf einer Blüte

Schmetterlingsbestände gehen dramatisch zurück

Nordmagazin -

Laut einer Studie der Deutschen Wildtier Stiftung drohen die Schmetterlinge zu verschwinden. Die Ursachen sind vor allem zu viel Dünger und zu wenig Vielfalt auf den Feldern.

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Immer weniger Schmetterlinge

Seit den späten 60er-Jahren untersucht Reichholf jedes Jahr Schmetterlingsbestände, besonders in Bayern. Die Ergebnisse seien aber auf weite Teile Deutschlands übertragbar, auch auf den Norden, sagte er. Danach ist die Zahl der Schmetterlinge und der Schmetterlingsarten seit den 70er-Jahren um bis zu drei Viertel gesunken - vor allem in ländlichen Räumen.

Über 50 Prozent stehen heute auf der Roten Liste der gefährdeten Arten, so die Deutsche Wildtierstiftung, die die Studie in Auftrag gegeben hat. Wo weniger Feldränder bleiben und regelmäßig Gülle auf Wiesen ausgebracht wird, haben Schmetterlinge keine Chance.

Intensiver Maisanbau problematisch

Besonders dramatisch wirkt sich demnach aus, dass viele Landwirte auf Monokulturen setzen. Diese moderne Landwirtschaft mit vor allem dem intensiven Maisanbau ist nach einer Langzeitstudie der Deutschen Wildtier Stiftung maßgeblich für den Rückgang der Schmetterlinge verantwortlich. Die Stiftung fordert deshalb, dass die Erzeugung von Biogas durch Mais und ähnliche Pflanzen nicht länger staatlich gefördert wird.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 21.08.2017 | 13:00 Uhr

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