Eine S-Bahn in Hamburg. © picture alliance / dpa Foto: Daniel Reinhardt

S-Bahn-Linie 4: Bauvorbereitungen in Wandsbek laufen

Stand: 02.02.2021 13:21 Uhr

Endspurt bei den Vorbereitungen zum Bau der S4 in Hamburg: In Wandsbek sollen in dieser Woche Sträucher und Bäume gerodet und alte Bahnübergänge geschlossen werden.

Ab Mitte der Woche sollen Baumkletterer im Wandsbeker Gehölz rund 30 größere Bäume von oben nach unten absägen. Bürgerinitiativen sprachen von 100 Bäumen und hatten dagegen geklagt. Doch Gerichte gaben der Deutschen Bahn recht. Sie pflanzt innerhalb des Gehölzes auf 1.800 Quadratmetern nach.

Zwei Übergänge schließen

Am Dienstag schließt sie zudem zwei Bahnübergänge - dauerhaft. An den Übergängen Claudiusstraße und Schlossgarten schließen sich zum letzten Mal die Schranken. Verkehrsteilnehmende müssen dann die nahegelegene Unterführung Hammer Straße oder die Robert-Schuman-Brücke nutzen. Ende des Jahres baut die Bahn zudem zwei Fußgängerunterführungen.

Schwerarbeit leistete ein Kran mit 750 Tonnen Tragkraft in der Nacht auf Sonntag: Er hob eine 40 Meter lange Behelfsbrücke über der Güterumgehungsbahn ein. Sie dient dem Transport von Baumaterialien. Mitte März beginnen dann die Neu-Bauarbeiten für die S4 auf dem ersten Bauabschnitt Hasselbrook bis Wandsbek. Später wird sie bis Ahrensburg und Bad Oldesloe verlängert.

250.000 Menschen sollen besser angebunden werden

Mit der S4 sollen knapp eine Viertelmillion Menschen im Osten Hamburgs und im Umland besser an den Nahverkehr angebunden werden. Die Linie soll den Regionalverkehr auf der Bahnstrecke zwischen Hamburg und Lübeck verstärken und die Regionalbahnlinie RB81 ersetzen. Geplant ist, dass die S4 nördlich des S-Bahnhofs Hasselbrook aus dem bestehenden Netz ausfädelt und dann zweigleisig neben den Fernbahngleisen bis nach Ahrensburg führt. Danach soll ein kurzer eingleisiger Abschnitt folgen. Hinter dem Haltepunkt Ahrensburg-Gartenholz sollen die Züge der S4 dann auf den Fernbahngleisen bis nach Bad Oldesloe weiterfahren.

Bund trägt Großteil der Kosten

Die Gesamtkosten werden auf rund 1,85 Milliarden Euro beziffert, wovon der Bund mit mehr als 80 Prozent den Großteil übernimmt. Hamburg und Schleswig-Holstein zahlen rund 290 Millionen Euro. Mit knapp 210 Millionen Euro trägt Hamburg den Großteil der Länderkosten an dem Milliardenprojekt. Die Deutsche Bahn wird 20 Millionen Euro in das Projekt einbringen.

Mit der S4 werden entlang der bestehenden Bahntrasse neue Gleise gebaut. Dazu kommen ergänzende Maßnahmen wie neue Lärmschutzwände, Bahnsteige, Überführungen und Tunnel. Ziel ist es, den Fern-, Nah- und Regionalverkehr zu entmischen, der von Hamburg in Richtung Lübeck bislang auf den gleichen Gleisen verläuft.

Fünf zusätzliche Haltestellen

Für die S4 sollen die fünf zusätzlichen Haltestellen Claudiusstraße, Bovestraße, Holstenhofweg, Am Pulverhof und Ahrensburg-West entstehen. Außerdem hält die S4 wie bisher die Regionalbahn RB81 in Tonndorf, Rahlstedt, Ahrensburg, Ahrensburg-Gartenholz, Bargteheide, Kupfermühle und Bad Oldesloe.

Gutachter und Gutachterinnen prognostizieren, dass die S4 täglich rund 97.000 Fahrgäste befördern wird. 2025 könnte die S4 auf dem ersten Teilabschnitt von Hamburg-Altona bis Hamburg-Rahlstedt rollen, zwei Jahre später könnte die gesamte Strecke ausgebaut sein.


02.02.2021 13:19 Uhr

Hinweis der Reaktion: Wir hatten irrtümlich zunächst berichtet, dass die Baumarbeiten am Montag bereits begonnen haben. Das ist nicht der Fall. Wir haben den Fehler korrigiert.

 

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 01.02.2021 | 13:00 Uhr

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