Stand: 29.04.2019 16:45 Uhr

Psychiatrie-Patient starb an Herzversagen

Der Psychiatrie-Patient, der nach einem umstrittenen Einsatz des Sicherheitsdienstes auf dem Gelände des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) gestorben ist, erlag einem Herzversagen. Das ist nach Angaben der Staatsanwaltschaft das vorläufige Ergebnis der Obduktion. Ob das Herzversagen allerdings durch Gewalteinwirkung oder durch eine Vorerkrankung ausgelöst wurde, ist noch nicht klar. Das müssen weitere Untersuchungen zeigen, die in den kommenden Wochen durchgeführt werden. Der 34-Jährige war am Ostersonntag gewaltsam fixiert worden und hatte dabei das Bewusstsein verloren.

Gedenkstätte

Psychiatrie-Patient an Herzstillstand gestorben

Hamburg Journal -

Der Psychiatrie-Patient, der gewaltsam fixiert worden und dann nach einer Wiederbelebung verstorben war, erlag einem Herzstillstand. Der Sicherheitsdienst des UKE steht in der Kritik.

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Sicherheitsdienst wendet Zwangsmaßnahmen an

Der Kameruner sollte zu Ostern auf Anweisung einer Ärztin in der Psychiatrie untergebracht werden, da sich sein Zustand verschlechtert hatte. Zuvor war er freiwillig in der Klinik. Laut Polizei wendeten drei Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes Zwangsmaßnahmen an, als sich der Patient widersetzte.

Bericht über brutales Vorgehen

Laut der Zeitung "taz" sollen sie dabei äußerst brutal vorgegangen sein, das hätten Augenzeugen berichtet. Der Mann verlor das Bewusstsein und musste reanimiert werden. Am Freitag verstarb er auf der Intensivstation der Klinik, wie das UKE in einer Stellungnahme auf seiner Internetseite bestätigte. Weitergehende Angaben wollte die Klinik unter Verweis auf den Patientendatenschutz sowie die laufenden Ermittlungen nicht machen.

Mordkommission ermittelt

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Der Tod eines Psychiatrie-Patienten im UKE soll aufgeklärt werden.

Die Mordkommission leitete Ermittlungen gegen die Ärztin und die drei Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes ein, wegen des Verdachts der Körperverletzung mit Todesfolge. Die Hamburger Wissenschaftsbehörde teilte am Montag mit, das Mitgefühl gelte der Familie und den Freunden des Verstorbenen. Der Senat werde die umfassende Aufklärung des Falls unterstützten. Der Flüchtlingsrat Hamburg forderte eine Suspendierung der Sicherheitskräfte.

UKE äußert Mitgefühl

Das UKE erklärte am Montag: "Wir sind zutiefst bestürzt über den Tod unseres Patienten. Unser Mitgefühl gilt den Hinterbliebenen." Man nehme die Vorwürfe sehr ernst und unterstütze die vorbehaltlose Aufklärung der Ereignisse mit allen Kräften. Rassismus habe im Klinikum keinen Platz, hieß es in der Mitteilung. "Wir stehen im UKE konsequent für Toleranz und eine weltoffene Gesellschaft." Aufgrund der laufenden Ermittlungen und des Patientendatenschutzes könne das Klinikum derzeit keine weitergehenden Aussagen machen.

Linke fordert Aufklärung

Die Linke in der Hamburgischen Bürgerschaft verlangte eine Aufklärung des Falls und eine Sitzung des Gesundheitsausschusses. Schließlich gehe es um den schwerwiegenden Vorwurf der unverhältnismäßigen Gewaltanwendung mit Todesfolge. "Wir sind entsetzt über den Tod des 34-jährigen Patienten", sagte der gesundheitspolitische Sprecher Deniz Celik.

Die Gruppe "Black History Month Hamburg" hatte sich über den Vorfall entsetzt gezeigt. Sie bezeichnete den Übergriff als "rassistisch" und hatte zu einer Mahnwache vor dem Krankenhaus aufgerufen.

 

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 29.04.2019 | 14:00 Uhr

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