Ein in einem Prozess Angeklagter wartet mit einem Aktenordner vor dem Gesicht auf den Beginn der Verhandlung. © picture alliance/dpa Foto: Axel Heimken

Prozess um getöteten Bauarbeiter: Zehn Jahre Haft

Stand: 12.11.2020 15:33 Uhr

Ein 55-jähriger Mann muss für zehn Jahre und vier Monate ins Gefängnis. Nach Überzeugung des Hamburger Landgerichtes hatte er vor einem Jahr in Wilhelmsburg einen Handwerker getötet, weil der die vereinbarten Arbeiten nicht ausführte.

Der Angeklagte aus Glinde (Kreis Stormarn) hatte den 47-Jährigen für Verputz-Arbeiten am Wohnhaus der Tochter angeheuert. Dafür hatte der Angeklagte bereits einen Vorschuss in Höhe von 1.800 Euro gezahlt. Der Handwerker soll die Arbeiten aber nicht erledigt haben.

Mit Stange und Messer bewaffnet

Der Auftraggeber fing den Bauarbeiter daraufhin am 3. Oktober vergangenen Jahres frühmorgens vor seiner Haustür ab, schlug mit einer Metallstange auf ihn ein und stach dann noch mit dem Messer zu. Das Opfer verblutete. Den genauen Ablauf des Streits konnte das Gericht nicht klären, weil der Angeklagte keine Angaben machte. Lediglich in seinem letzten Wort hatte er seine Aussage bei der Polizei bekräftigt, wonach er in Notwehr gehandelt habe. Das glaubte ihm die Strafkammer aber nicht.

Der Vorsitzende Richter sprach von einer Katastrophe, die das Leben von zwei Familien für immer verändert habe. Der 55-Jährige sei ein bislang unbescholtener, wohlhabender Mann mit gutem Job und intakter Familie. Und dann, so der Richter kopfschüttelnd, tötete er wegen unvollständiger Bauarbeiten und 1.800 Euro.

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Justitia © dpa

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NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 12.11.2020 | 14:00 Uhr

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