Anhänger von Hansa Rostock werden in der Nähe des Hamburger Millerntorstadions von der Polizei aufgehalten. © NDR Foto: Ingmar Schmidt

Provokationen auf St. Pauli: Polizei geht gegen Hansa-Fans vor

Stand: 24.10.2021 18:49 Uhr

Mit einem Großaufgebot hat die Polizei am Sonntag das Nordderby in der 2. Fußball-Bundesliga zwischen Tabellenführer FC St. Pauli und dem FC Hansa Rostock gesichert. Insgesamt 1.500 Polizisten und Polizistinnen standen bereit, auch aus anderen Bundesländern sowie von der Bundespolizei.

Der Verein Hansa Rostock hatte zwar auf das Kartenkontingent von 2.000 Tickets verzichtet, dennoch reisten Rostocker Fans mit privaten Autos und auch mit der Bahn nach Hamburg an. Als die Polizei einen S-Bahn-Zug in Thesdorf bei Pinneberg überprüfte, flüchteten Rostock-Fans über die Gleise. 62 von ihnen wurden in Gewahrsam genommen. Am Hamburger Hauptbahnhof wurden 60 Hansa-Anhänger und -Anhängerinnen abgefangen und von der Polizei in Züge zurück nach Mecklenburg-Vorpommern gesetzt.

Gruppe zieht über den Kiez

Kurz nach Spielbeginn stoppte die Polizei eine Gruppe von 310 Rostock-Fans in der Nähe des Stadions. Per Megafon verhängten die Beamten und Beamtinnen Platzverweise. "Wenn wir diese Fans das zweite Mal antreffen, dann werden sie in Gewahrsam genommen", sagte Polizeisprecherin Sandra Levgrün. Die Gruppe zog begleitet von einem starken Polizeiaufgebot, einer Reiterstaffel und Wasserwerfern zur Reeperbahn, von wo aus sie die Rückreise antreten mussten. Laut Polizei hatte zwischenzeitlich eine Gruppe von St. Pauli-Anhängerinnen und Anhängern vergeblich versucht, aus dem Stadion heraus zu den gegnerischen Fans zu gelangen.

Insgesamt gab es laut Polizei bei den Einsätzen sieben Festnahmen, beispielsweise im Zusammenhang mit Sachbeschädigungen oder nach dem Zünden mutmaßlich illegaler Pyrotechnik.

Schweineköpfe und Transparente aufgehängt

Ein Schweinekopf hängt an einer Wand. © Privat
"Paulischweine" steht auf einem Transparent, das Unbekannte in Hamburg aufgehängt hatten. Daneben ein Schweinekopf.

Schon im Vorfeld der als Hochrisikospiel eingeschätzten Zweitligapartie hatte es Provokationen gegeben. In der Nähe des Millerntorstadions, an der U3-Trasse im Hafen, hängten Unbekannte ein Banner mit der Aufschrift "Paulischweine!!!" sowie einen abgetrennten Schweinekopf auf. Zuvor hatte es schon eine ähnliche Aktion an der A24 und an der A1 bei Barsbüttel gegeben. Die Kriminalpolizei hat Ermittlungen wegen Beleidigung aufgenommen.

Im Vorfeld des Spiels hatten beide Vereine dazu aufgerufen, "den Tag im Stadion und rund um das Spiel friedlich zu gestalten". In der Vergangenheit hatte es immer wieder schwere Zusammenstöße zwischen den Fans beider Vereine gegeben. Die aktuelle 2G-Regel beim FC St. Pauli hatte zu einem Karten-Boykott von Hansa Rostock geführt. Ein Mitgliederforum hatte dafür gestimmt, das gesamte Karten-Kontingent für den Gästeblock zurückzugeben. Aus "Solidaritätsgründen", wie es in einer Mitteilung des Vereins hieß.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 23.10.2021 | 18:00 Uhr

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