Stand: 18.10.2018 21:27 Uhr

Protest gegen AfD-Politiker Poggenburg in Hamburg

Rund 500 Demonstranten haben am Donnerstagabend gegen einen Auftritt des AfD-Rechtsaußen André Poggenburg in Hamburg-Wilhelmsburg demonstriert. Die Veranstaltung im Privathaus der AfD-Bezirkschefin von Hamburg-Mitte, Nicole Jordan, hatte auch parteiintern für Unmut gesorgt. AfD-Fraktionschef Alexander Wolf äußerte seine Kritik im Interview mit NDR 90,3 und dem Hamburg Journal.

AfD-Rechtsaußen André Poggenburg steht an einem Podest vor AfD-Plakaten und hält eine Rede.

Protest gegen AfD-Politiker Poggenburg in Hamburg

Gegen den Auftritt des AfD-Rechtsaußen André Poggenburg haben in Hamburg-Wilhemsburg mehrere Hundert Menschen demonstriert. Die Einladung hat auch parteiintern für Ärger gesorgt.

2,5 bei 2 Bewertungen

Mit von 5 Sternen

bewerten

Vielen Dank.

schließen

Sie haben bereits abgestimmt.

schließen

Demonstranten kommen mit dem Floß

Ein Teil der Demonstranten war am Donnerstagabend mit einem Floß auf einem Kanal bis ganz in die Nähe des Hauses zu einem Anleger gefahren. Auf einem Banner stand "Solidarity will win - Rassismus ist keine Option". Die Polizei sprach von einem friedlichen Verlauf der Protestkundgebung.

Poggenburg fordert "Rechtsruck"

Zu der Veranstaltung selbst im Privathaus von Jordan waren nach ersten Schätzungen der Polizei 30 Personen gekommen. Poggenburg forderte einen "Rechtsruck" der Gesellschaft und kritisierte die Förderung linker Vereine und Projekte mit Steuermitteln.

Bekannt für umstrittene Äußerungen

Poggenburg war Vorsitzender der AfD in Sachsen-Anhalt und ist Mitbegründer des rechtsnationalen "Flügels". Er hat Türken als Kameltreiber bezeichnet und Menschen mit zwei Pässen heimat- und vaterlandsloses Gesindel genannt. Die Parteiführung ging deshalb auf deutliche Distanz zu ihm.

Unmut bei Hamburger Parteivorstand und Fraktion

Trotzdem hat die AfD im Bezirk Hamburg-Mitte Poggenburg eingeladen. Im Hamburger Landesvorstand und in der Bürgerschaftsfraktion ist man deshalb um das Ansehen der Partei besorgt.

Fraktionschef Wolf erklärte dazu: "Wenn Persönlichkeiten einen gewissen Namen haben, dann ist es durchaus sinnvoll im Sinne der Außenwirkung, die das Ganze möglicherweise für die Gesamtpartei hat, das auch mit den Gremien wie Landesvorstand abzustimmen." Genau das sei nicht passiert, sagte Wolf im Gespräch mit NDR 90,3 und dem Hamburg Journal.

Weitere Informationen

Fraktionschef Kruse verlässt die AfD

Die Entwicklung der AfD nach rechts ist für ihn nicht mehr hinnehmbar: Der Hamburger Fraktionschef Jörn Kruse tritt aus der Partei aus. Der Bürgerschaft bleibt er erhalten. (28.09.2018) mehr

Schulbehörde: AfD-Aktion fördert Denunziantentum

Eine Internet-Aktion der Hamburger AfD-Fraktion stößt bei der Schulbehörde und der Lehrergewerkschaft GEW auf Empörung. Kinder werden hier zu Denunzianten gemacht, so die Kritik. (21.09.2018) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 18.10.2018 | 21:00 Uhr

Mehr Nachrichten aus Hamburg

02:33
Hamburg Journal

Brandschutz: A7-Deckel besteht Feuertaufe

11.11.2018 19:30 Uhr
Hamburg Journal
02:45
Hamburg Journal

Roncalli-Weihnachtsmarkt wird aufgebaut

12.11.2018 19:30 Uhr
Hamburg Journal
02:09
Hamburg Journal

Sanierung der Kaimauern: Kompromiss gefunden?

12.11.2018 19:30 Uhr
Hamburg Journal