Stand: 11.06.2020 15:56 Uhr

Pella Sietas will Flensburger Werft kaufen

Die Sietas-Werft in Hamburg-Neuenfelde. © dpa Foto: Markus Scholz
Pella Sietas in Hamburg-Neuenfelde gilt als Deutschlands älteste Werft.

Die älteste deutsche Werft will neue Märkte erschließen und das Platzproblem lösen: Die Pella Sietas Werft in Hamburg-Neuenfelde will die insolvente Flensburger Werft FSG kaufen. Sietas hat russische Eigentümer und beschäftigt am Standort Neuenfelde etwa 350 Menschen.

650 Mitarbeiter in Flensburg in Kurzarbeit

Die Gespräche über einen möglichen Kauf seien aber bei Weitem noch nicht abgeschlossen, sagte der Unternehmenssprecher der insolventen Flensburger Schiffbau-Gesellschaft (FSG), Cord Schellenberg. Das Unternehmen hat sich in den vergangenen Jahren auf den Bau von sogenannten RoRo-Fähren spezialisiert, die sowohl Autos und Lastwagen als auch ganze Züge transportieren können. Die 650 Beschäftigten der FSG befinden sich in Kurzarbeit.

Platz ist knapp an der Este

Pella Sietas würde durch die Übernahme sein Platzproblem lösen - und sich gleichzeitig neue Märkte erschließen. Deutschlands älteste Werft liegt direkt an der Mündung der Este in die Elbe, das Fahrwasser wird dort zunehmend flacher. Außerdem können größere Schiffe das Sperrwerk nicht passieren.

Was die Übernahme für die Belegschaft von Pella Sietas in Neuenfelde bedeuten würde, ist noch nicht absehbar. Und auch am Standort Flensburg wisse man noch nicht, wie viele Arbeitsplätze bei einer Übernahme durch das Hamburger Unternehmen erhalten bleiben, so Schellenberg.

IG Metall warnt vor Aus in Hamburg

Die IG Metall Küste forderte eine Perspektive für die Beschäftigten an beiden Standorten. "Mit dem möglichen neuen Eigentümer ist für die FSG die Chance verbunden, aus der Insolvenz herauszukommen und den Standort zu sichern", sagte Bezirksleiter Daniel Friedrich. "Für uns ist aber auch klar: Der geplante Kauf der Werft in Flensburg darf nicht das Aus für Pella Sietas in Hamburg bedeuten." Er forderte ein Zukunftskonzept, um die Arbeitsplätze im Schiffbau langfristig in Hamburg zu sichern. Wegen der Verschlickung der Zufahrt müsse dabei auch über einen neuen Standort nachgedacht werden.

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NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 11.06.2020 | 15:00 Uhr

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