Daniel Friedrich, Bezirksleiter IG Metall Küste und Lena Ströbele, Nordmetall-Verhandlungsführerin, stehen bei einem Statement zu Beginn der Verhandlungen vor einem Hotel. © picture alliance/dpa | Christian Charisius Foto: Christian Charisius

Norddeutsche Metallindustrie: Tarifverhandlungen gestartet

Stand: 14.12.2020 14:47 Uhr

Die IG Metall und der Arbeitgeberverband Nordmetall haben am Montag in Hamburg mit den Tarifverhandlungen für die rund 140.000 Beschäftigten der norddeutschen Metall- und Elektroindustrie begonnen.

Es ist zugleich der bundesweite Auftakt in dieser Corona-bedingt bislang einmaligen Tarifrunde. Die Gewerkschaft verlangt für die Metaller in Nordwest-Niedersachsen, Hamburg, Bremen, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern unter anderem ein Volumen von vier Prozent mehr Geld bei einer Tariflaufzeit von zwölf Monaten. Das Volumen soll entweder in Form von Lohnerhöhungen an Beschäftigte gehen oder als Teilausgleich für eine reduzierte Arbeitszeit in Betrieben, denen die Corona-Krise stark zu schaffen macht.

"Es gibt auch Gewinner"

Es gebe nicht nur Verlierer, sondern auch Gewinner der Corona-Krise, sagte Daniel Friedrich, Bezirksleiter der IG Metall Küste. Zum Beispiel in der Medizintechnik oder bei Werften. Und davon müssen laut Gewerkschaft auch die Angestellten profitieren.

Arbeitgeber: Höhere Löhne nicht vermittelbar

Den Arbeitgebern geht die Forderung viel zu weit. Es gebe nichts zu verteilen, so die Ansage von Nordmetall-Verhandlungsführerin Lena Ströbele zum Auftakt der Gespräche. Höhere Löhne seien angesichts der Krise niemandem zu vermitteln. Sie zeigte sich aber offen darüber zu reden, wie Jobs in der Branche gesichert werden können.

Eine schnelle Einigung zwischen Arbeitgebern und der IG Metall scheint nicht in Sicht. Die Gespräche sollen Mitte Januar fortgesetzt werden.

Weitere Informationen
Ein Mann arbeitet in einer Werkhalle mit einem Winkelschleifer und Funken fliegen.  Foto: Bernd Wüstneck

Metallindustrie im Norden droht Pleitewelle

Die Metall- und Elektroindustrie in Norddeutschland geht pessimistisch durch die Corona-Krise. Einem Viertel der Betriebe droht offenbar die Insolvenz, wenn sich die Lage nicht bald bessert. (21.04.2020) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 14.12.2020 | 15:00 Uhr

Mehr Nachrichten aus Hamburg

In Hamburg wird medizinisches Personal geimpft. © picture alliance

Lieferprobleme könnten Corona-Impfungen in Hamburg verzögern

Die Freigabe von weiteren Terminen für das Impfzentrum wurde gestoppt. Grund sind mögliche Lieferprobleme beim Impfstoff von Biontech/Pfizer. mehr

Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) nimmt einen Mundschutz ab. © picture alliance/dpa Foto: Christian Charisius

Tschentscher begrüßt frühere Runde mit Merkel zu Corona-Lage

Bereits am Dienstag treffen sich die Regierungschefs der Länder mit Kanzlerin Merkel. Es geht wohl um Verschärfungen der Maßnahmen. mehr

Stefan Heße, Erzbischof der Diözese Hamburg © picture alliance / dpa Foto: Markus Scholz

Finanzmisere: Erzbistum Hamburg will Immobilien verkaufen

Das überschuldete Erzbistum Hamburg steht vor weiteren einschneidenden Sparmaßnahmen. Der Verkauf von Immobilien wird geprüft. mehr

Zahlreiche Menschen sind bei sonnigem Wetter am Anleger Teufelsbrück unterwegs. © picture alliance/dpa | Daniel Reinhardt Foto: Daniel Reinhardt

279 neue Corona-Fälle in Hamburg gemeldet

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen ist in Hamburg weiter gesunken. Es gab aber 17 weitere Todesfälle. mehr