Blick aus der Luft auf die Hamburger Innenstadt und die Binnen- und Außenalster. © dpa Foto: Marcus Brandt

NABU: Verlust von Grünflächen begünstigt Überschwemmungen

Stand: 30.07.2021 08:44 Uhr

Der NABU kritisiert, dass es in Hamburg keine genauen Zahlen darüber gibt, wieviel Grünflächen durch Bauprojekte verloren gehen. Bebaute Flächen könnten kaum Regenwasser aufnehmen.

Eine einzige Schätzung gibt es, wieviel Grünfläche in Hambug jedes Jahr verloren geht - und die sorgte für mächtig Wirbel. 2016 schätzte der NABU, dass in einem Jahr ein Viertel der Fläche der Außenalster bebaut wurde - oder "versiegelt", wie es auch heißt. Dafür hatte Hamburgs Naturschutzbund einfach die Flächen neuer Bebauungspläne zusammengezählt. Doch es wird ja nur ein Teil der Grundstücke bebaut. Die Aussage, "ein Viertel der Außenalster" sorgte deshalb für Proteste.

Auswertung per Satellit erst 2024

Fünf Jahre später heißt es immer noch: Nichts Genaues weiß man nicht. Eine Satellitenauswertung der Bauflächen führt Hamburg erst in drei Jahren ein. In Potsdam gibt es bereits so ein System. Der NABU-Naturschutzreferent Christian Gerbich sorgt sich: Die jüngsten Sturzfluten hätten die Wirkung der Bodenversiegelung gezeigt. Er sagt: "Vor allen Dingen muss auch Hamburg die zunehmende Versiegelung stoppen, damit Regenwasser versickert."

Umweltbehörde nimmt Thema ernst

Die Umweltbehörde nimmt das Thema ernst. 2017 errechnete sie: 39 Prozent der Stadt sind versiegelt durch Gebäude und Verkehrsflächen aller Art. Neue Supermärkte sollen ihre Parkplätze jetzt unter die Märkte bauen. Und bei neuen Wohnquartieren fordert sie Gründächer.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 30.07.2021 | 08:00 Uhr

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