Stand: 18.10.2018 07:54 Uhr

NABU: Luft an Landungsbrücken besonders mies

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Die Stickoxid-Belastung an den Landungsbrücken liegt laut NABU und Umwelthilfe deutlich über dem Grenzwert.

Wer sich an den Hamburger Landungsbrücken aufhält, muss offenbar besonders viel Stickoxid (NO2) einatmen: Das geht aus einer bundesweiten Aktion der Deutschen Umwelthilfe und des Naturschutzbundes NABU hervor, die nach eigenen Angaben einen Monat lang Werte an Häfen und Schiffsanlegern in 232 Städten gemessen haben. Demnach liege die Stickoxid-Belastung an den Landungsbrücken bei knapp 100 Mikrogramm pro Kubikmeter - der Grenzwert beträgt 40 Mikrogramm.

"Politik schützt Hamburgs Bürger nicht"

"Wer am Hafen lebt oder arbeitet, wird einer erheblichen Gesundheitsgefährdung ausgesetzt", meint Malte Siegert vom NABU Hamburg. "Die Politik ignoriert die giftigen Abgase der Schiffe und schützt Hamburgs Bürger nicht."

Weil das Hamburger Luftmessnetz im Hafen keine Messstation hat, will der NABU nun zusammen mit Anwohnern ein eigenes Messnetz aufbauen. Die Politik solle nicht nur den Schadstoffausstoß von Autos, sondern auch den von Schiffen stärker begrenzen.

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Luftbelastung in Hamburg

Die Daten der Luftmessstationen in Hamburg auf der Seite des Hamburger Luftmessnetzes. extern

Umweltbehörde: Bund ist zuständig

Die Umweltbehörde weist die Kritik auf Anfrage von NDR 90,3 zurück. Bei der hafennahen Messstation am Olberswerg seien die Grenzwerte seit Jahren nicht überschritten worden, sagte Sprecher Jan Dube. Bei Abgas-Vorgaben für Schiffe sei nicht das Land, sondern Bund und EU zuständig.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 18.10.2018 | 08:00 Uhr

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