Stand: 22.09.2020 13:35 Uhr

Mord an Rentner: Angeklagter räumt Vorwürfe ein

Im Prozess um den Mord an einem Rentner in Wilhelmsburg verbirgt der Angeklagte sein Gesicht hinter einem Aktenordner. © picture alliance/dpa Pool/dpa Foto: Daniel Bockwoldt
Der Angeklagte räumte ein, den 83-Jährigen getötet zu haben.

Im Prozess um den Mord an einem 83-Jährigen im Hamburger Stadtteil Wilhelmsburg hat der Angeklagte die Vorwürfe zum Teil unter Tränen eingeräumt. Es tue ihm sehr leid, er wolle alles erzählen, sagte der 54 Jahre alte Schneidermeister am Dienstag zu Beginn seiner Aussage.

"Mit einem Mal war er still"

Bei der Besichtigung einer zum Kauf angebotenen Nähmaschine in der Wohnung des alten Mannes sei es zum Streit gekommen. Der kräftige 83-Jährige habe ihn plötzlich geschubst, beschimpft und mit einer Schere in der Hand angegriffen. Dabei habe er geschrien: "Ich bringe Dich um", sagte der Deutsche türkischer Abstammung nach Angaben eines Übersetzers. Er habe sich gewehrt, dabei einen Stoff ergriffen und auf das Gesicht des Mannes gedrückt. "Mit einem Mal war er still." Danach sei er aus der Wohnung gelaufen. Die Polizei fand den Rentner Tage später tot auf.

Wo ist das Geld?

Die Staatsanwaltschaft geht von einem anderem Ablauf aus und wirft dem Angeklagten Mord aus Habgier vor. Er habe gewusst, dass der Rentner große Bargeldsummen zu Hause verwahrte. Um ungestört nach dem Geld suchen zu können, habe der Angeklagte den Rentner am 20. März dieses Jahres von hinten stranguliert und anschließend aus einem Koffer Bargeld in Höhe von mindestens 99.950 Euro an sich genommen.

Ungeklärt ist aber noch, wo das Geld abgeblieben ist. Bei dem Angeklagten hat die Polizei es nicht gefunden.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 22.09.2020 | 14:00 Uhr

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