Stand: 22.03.2019 07:51 Uhr

Mietrazzia in "Horrorhaus": Ein Jahr danach

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Das Mehrfamilienhaus in Bergedorf soll bald zwangsversteigert werden.

Ein Jahr ist es her, dass die Sozialbehörde in Bergedorf auf unhaltbare Zustände stieß: Bei einer Kontrolle mit Polizei, Jobcenter, Steuerfahndung und Wohnraumschutz in einem Wohnhaus im Reetwerder kam ans Licht, dass mehr als 160 Menschen in dem heruntergekommenen Haus unter lebensgefährlichen Umständen lebten. Die Zimmer überbelegt, herunterhängende Stromkabel und die Hausflure voller Müll. Bald wurden manche Wohnungen stillgelegt, im Mai schließlich das ganze Haus für unbewohnbar erklärt.

Das Horrorhaus in Bergedorf.

"Horrorhaus": Ein Jahr nach der Räumung

Hamburg Journal -

Genau ein Jahr nach der Razzia gegen eine Vermieterin in Bergedorf beschäftigt der Fall noch immer die Behörden. Das Mehrfamilienhaus hatte als "Horrorhaus von Bergedorf" Schlagzeilen gemacht.

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81 Ex-Mieter in öffentlichen Unterkünften

Genau ein Jahr nach der Mietrazzia beschäftigt der Fall noch immer die Behörden. Das Gebäude ist weiterhin unbewohnbar. Weil es bald zwangsversteigert werden soll, wird es vorerst auch nicht in Stand gesetzt. Alle 187 Mieter - hauptsächlich Osteuropäer - mussten von der Stadt untergebracht worden. 81 leben immer noch in den öffentlichen Unterkünften. Die Kosten für ihre Unterbringung will die Sozialbehörde jetzt bei der Vermieterin einklagen. Inzwischen ist das eine sechsstellige Summe - Tendenz steigend.

"Wir brauchen da den nötigen langen Atem"

Außerdem ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen die Frau, sogar doppelt: Im Fall Reetwerder geht es um Wucher und bei einer anderen Mietimmobilie in Eilbek um Betrug. Es kann aber noch einige Zeit dauern, bis die Fälle vor Gericht verhandelt werden. "Wir brauchen da den nötigen langen Atem", sagte Martin Helfrich von der Sozialbehörde. Für ihn war die Aktion in Bergedorf aber ein Erfolg: "Es ist gelungen, den Hinterleuten hinterher zu gehen. Aber es geht auch darum, Menschen konkret zu helfen."

Bei ihrem plötzlichen Auszug hatten viele Betroffene Kleidung, Möbel, Haushaltsgeräte und Fernseher zurücklassen müssen. Der ehemalige Mieter Jon erzählt, dass er seine Habe bisher immer noch nicht wiederbekommen habe. Der Hinz&Kunzt-Verkäufer möchte nicht erkannt werden. Er habe Angst vor dem Mann, der regelmäßig die Miete in bar abkassierte - dem Sohn der Vermieterin.

Verwahrloster Flur © NDR

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Hamburg Journal | 22.03.2019 | 19:30 Uhr

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